Steiler Weg zum Gipfel
Gerlinde Kaltenbrunner hat am Dienstag den 8.611 m hohen Gipfel des K2, des zweithöchsten Berges der Welt, erreicht. Die 40-jährige Oberösterreicherin ist damit die erste Frau, die alle 14 Achttausender der Erde ohne künstlichen Sauerstoff bezwungen hat. Nach dem sie bereits mehrmals am K2 gescheitert war, wollte Kaltenbrunner diesmal mit einer neuen Route zum Erfolg kommen.
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Die erste Etappe führt die Alpinisten bereits Mitte Juni per Flugzeug nach Bischkek, Hauptstadt Kirgistans. Das Gepäck wurde nach China vorausgeschickt. Von dort ging es in einer zweitägigen Busfahrt weiter nach Kashgar, bereits auf chinesischem Territorium. Dort kauften Kaltenbrunner und ihre Kollegen - vier Bergsteiger aus Argentinien, Polen und Kasachstan - Verpflegung für die geplanten sieben Wochen auf dem K2.

APA/R. Dujmovits - www.amical.de
Im siebenten Anlauf wurde der K2 endlich bezwungen
In drei weiteren Tagesetappen ging es mit dem Jeep nach Ilik, wo das Gepäck auf Kamele umgeladen wurde. „Besonders freue ich mich auf den sicher sehr abenteuerlichen Anmarsch mit Kamelen über den 4.750 Meter hohen Aghil-Pass und durch das einsame, wunderschöne Shaksgam-Tal bis ins Basislager auf 3.900 Meter Seehöhe“, so Kaltenbrunner vor dem Abenteuer. „Nur wenige Leute sind bisher in diesem einzigartigen, abgelegenen Tal unterwegs gewesen. Durch die Flüsse kommt man nur mit Hilfe der Kamele.“
Todessturz im letzten Jahr
Anders als bei den früheren Versuchen, bei denen Kaltenbrunner über die pakistanische Südseite mehrmals gescheitert war, wurde diesmal eine andere Route gewählt. In vier Etappen sollte es über den äußerst steilen Nordpfeiler zum Gipfel gehen.
„Dieses Mal möchten wir den Aufstieg von der chinesischen Nordseite über den Nordpfeiler versuchen“, erklärte Kaltenbrunner, die dadurch vor allem die gefährliche Passage Flaschenhals vermeidet. Im Vorjahr war dort ihr Freund und Kollege Fredrik Ericsson vor ihren Augen abgestürzt und gestorben. Da eine Bergung zu gefährlich ist, soll sein Leichnam in den Bergen bleiben.
Neue Entschlossenheit
„Nach dem Unfall im letzten Sommer hatte ich lange Zeit kein eindeutiges Gefühl für eine nächste Expedition“, gestand die 40-jährige Oberösterreicherin danach. „Ich wusste lange nicht, ob - und wann ja, wann - ich zum K2 zurückkehren würde.“
Dem nachdenklichen Zögern wich bald neue Entschlossenheit. „Ich bin sehr gespannt, was diesmal auf uns zukommen wird“, so Kaltenbrunner noch vor der Abreise zum erfolgreichen Gipfelsturm. „Jetzt aber kann ich es kaum mehr erwarten, endlich wieder aufzubrechen.“
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