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„Die Berge bleiben meine Liebe“

Gerlinde Kaltenbrunner ist die erste Frau, die sämtliche 8.000er der Erde ohne zusätzliche Sauerstoffversorgung bezwungen hat. Am Dienstag stand sie im siebenten Versuch erstmals auf dem Gipfel des K2. Ihre Liebe zur Bergwelt entdeckte Kaltenbrunner bereits früh.

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Zunächst ging sie unter der Anleitung des Gemeindepfarrers von Spital am Pyhrn auf die Hügel der Umgebung, mit 13 Jahren erlag sie schließlich der Faszination des Kletterns. Während ihrer Ausbildung zur Krankenschwester nutzte sie jede Gelegenheit, beim Bergsteigen in Schnee und Eis ihre Technik zu verbessern.

Der Broad Peak bricht den Bann

Mit der Besteigung des Broad-Peak-Vorgipfels ging ihr Traum, einen Achttausender zu besteigen, 1994 in Erfüllung. Damit war mit 23 Jahren der Bann gebrochen. Von nun an drehte sich bei Kaltenbrunner alles um alpinistische Expeditionen. Nach dem Aufstieg auf den Nanga Parbat (8.126 m) im Jahr 2003 verschrieb sie sich endgültig dem Bergsteigen, ließ ihr Leben als Krankenschwester endgültig hinter sich.

Dabei wird Kaltenbrunner nicht müde zu betonen, dass ihre Leidenschaft nicht allein den hohen Bergen gilt, sondern auch den dortigen Menschen sowie deren Religion und Kultur. Immer wieder erklärte die Oberösterreicherin auch, dass ihr das Rennen mit anderen Bergsteigerinnen um die 14 Achttausender nicht so wichtig war. „Ich halte das total fern von mir, weil ich da einfach keinen Wettkampf sehe“, so Kaltenbrunner.

Tragödien können Leidenschaft nicht bremsen

Das bewies sie auch im Mai 2005, als sie gemeinsam dem Japaner Hirotaka Takeuchi den Everest besteigen wollte. Auf 7.650 m erlitt der Asiate ein Gehirnödem. Kaltenbrunner zögerte keine Sekunde, brach die Expedition ab und rettete Takeuchi das Leben. Später sagte sie: „Am Everest umkehren zu müssen, um einem Freund das Leben zu retten, macht uns nochmals unendlich reicher.“

2007 heiratet Kaltenbrunner ihren Bergpartner Ralf Dujmovits, den sie 2004 kennengelernt hatte. 2007 erlebte Kaltenbrunner auf dem Dhaulagiri (8.167 m) auch ihre schlimmsten Momente. Ein Lawinenabgang verschüttete ihr Zelt. Während sich die Oberösterreicherin aus eigener Kraft ausgraben konnte, starben zwei spanische Bergkameraden. Ihre Einstellung hat sich dadurch nicht verändert: „Die Berge bleiben meine Liebe“, sagte sie kurz darauf in einem APA-Interview. Bei einem weiteren Bergdrama auf dem K2 am kam am 6. August 2010 ihr schwedischer Kamerad Fredrik Ericsson ums Leben.

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