Hosiner-Festspiele in Favoriten
Aufsteiger Trenkwalder Admira hat am Sonntag zum Abschluss der sechsten Runde der tipp3-Bundesliga einen überraschenden 4:2-Sieg bei der Austria gefeiert. Die Truppe von Trainer Dietmar Kühbauer bleibt damit die Sensation der noch jungen Saison, die Südstädter liegen mit einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Salzburg auf Rang zwei.
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Die Wiener gingen zwar durch Alexander Gorgon (26.) programmgemäß in Führung, ein Triplepack von Philipp Hosiner (40., 52., 64.) brachte aber die durchaus verdiente Wende für die lauffreudigeren Niederösterreicher. Nach dem Anschlusstreffer der Austria durch Zlatko Junuzovic (80.) setzte Daniel Toth für die Admiraner den Schlusspunkt (95.) unter eine spektakuläre Partie, in der die Austria den Sprung an die Tabellenspitze verpasste.

dapd/Hans Punz
Drei Treffer in einem Spiel werden Hosiner wohl nicht so schnell wieder gelingen
Ohne Barazite vor Charkiw-Spion
Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Nacer Barazite konnte Austria-Trainer Karl Daxbacher zum ersten Mal seit einem Monat nicht sein bewährtes Offensivquartett aufbieten. Anstelle von Barazite durfte auf der rechten Seite erstmals in dieser Saison Gorgon beginnen, Marko Stankovic stand hingegen nicht im Kader.
Vor den Augen eines Vertreters des ersten Europa-League-Gegners Metalist Charkiw (15. September) vergab Peter Hlinka die Chance auf die frühe Austria-Führung, Verteidiger Christopher Dibon blockte seinen Schuss in höchster Not ab (11.). Die Admira spielte engagiert mit und prüfte per Kopfball von Issiaka Ouedraogo Austria-Goalie Pascal Grünwald (14.).
Austria mit etwas Glück zur Führung
Mit einer kleinen Portion Glück kam die Austria zum 1:0: Ein Pass von Zlatko Junuzovic wurde von Admiras Richard Windbichler genau zu Gorgon abgefälscht, der Barazite-Ersatz fackelte nicht lange und traf volley aus 13 Metern genau ins linke Eck (26.). Fünf Minuten später erhöhte Tomas Jun regelkonform auf 2:0, Referee Alexander Harkam entschied jedoch fälschlicherweise auf Abseits (31.).
Admira-Goalie Hans-Peter Berger entschärfte einen Freistoß-Hammer von Markus Suttner (38.), im Gegenzug wurde die engagierte Admira mit dem 1:1 belohnt. Nach Querpass von Patrik Jezek schlenzte Hosiner den Ball ins Austria-Tor (40.). Wie für den 22-jährigen Gorgon war es auch für seinen Alterskollegen Hosiner der Premierentreffer im österreichischen Oberhaus.
Hosiner weiter in Torlaune
Hosiner musste aber nicht lange auf sein Tor Nummer zwei warten. Nach Fehlpass von Gorgon lief Jezek auf der linken Seite auf und davon, sein Querpass landete über die Umwege Ouedraogo, Hlinka und Gorgon bei Hosiner - und dieser schoss zur Admira-Führung ein (52.). Bei den Austrianern waren die Belastungen der jüngsten englischen Wochen nicht mehr zu übersehen, deshalb brachte Daxbacher in Form von Florian Mader und Dario Tadic frisches Blut.
Doch die Admira ließ sich auch dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Grünwald konnte einen Schuss von Ouedraogo nur kurz abwehren, Hosiner war zur Stelle, staubte zum 3:1 ab (64.) und machte damit seine persönlichen Festspiele in Wien-Favoriten endgültig perfekt. Kühbauer nahm Hosiner wenig später vom Rasen (70.), und ohne ihn gerieten die Admiraner noch in Bedrängnis.
Austria fehlt im Finish Kreativität
Unter kräftiger Mithilfe von Berger gelang der Austria das 2:3 (80.): Der Admira-Goalie wollte eine Junuzovic-Flanke locker über die Latte drehen, schlug sie sich aber ins Kreuzeck. Im Finish fehlte der Austria die Kreativität, um den dichten Abwehrriegel der Admiraner zu knacken. Am nächsten kamen die Favoritner dem 3:3 bei einer Attacke von Dibon an Tadic, der Elferpfiff blieb jedoch aus (90.).
In der letzten Minute der Nachspielzeit bezwang auch noch der eingewechselte Toth Austria-Goalie Grünwald (95.), womit der erste Admira-Sieg gegen die Austria seit 5. April 2003 perfekt war. Seitdem hatte es bei zwei Remis gleich elf Niederlagen gesetzt.
Stimmen zum Spiel:
Karl Daxbacher (Austria-Trainer): „Die Admira hat wirklich eine sehr gute Leistung geboten. Die entscheidende Szene war das nicht gegebene 2:0. Wenn man mit den letzten Kräften spielt, dann wird es nach so einer Entscheidung schwierig. Die Admira hat dann sehr gut gespielt, und wir sind immer wieder in Konter gelaufen. Die Mannschaft hat bis zum Schluss gefightet, aber es ist sich nicht ausgegangen.“
Dietmar Kühbauer (Admira-Trainer): „Vor der Pause hat uns die Austria mit ihrem Kurzpassspiel große Probleme bereitet. Aber meine Jungs sind dann immer besser ins Spiel gekommen. Für die Spieler ist es schön zu sehen, dass sie auch bei der Austria gewinnen können. Wir spielen trotzdem gegen den Abstieg, wir dürfen jetzt nicht die Bäume in den Himmel wachsen lassen.“
Philipp Hosiner (dreifacher Admira-Torschütze): „Natürlich ist die Freude sehr groß. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen. Ich versuche immer, meine beste Leistung zu bringen. In den letzten Spielen hatte es nicht geklappt, heute schon. Darauf kann man aufbauen. Wir haben die Austria früh gestört, denn wir wussten, dass sie am Donnerstag ein schweres Europacup-Spiel hatten. Der zweite Platz ist als Aufsteiger sicher überraschend, aber die Saison ist noch jung, da kann noch viel passieren.“
Tipp3-Bundesliga, sechste Runde
Sonntag:
Austria - Admira 2:4 (1:1)
Generali Arena, 8.280 Zuschaur, SR Harkam
Torfolge:
1:0 Gorgon (26.)
1:1 Hosiner (40.)
1:2 Hosiner (52.)
1:3 Hosiner (64.)
2:3 Junuzovic (80.)
2:4 Toth (95.)
Austria: P. Grünwald - Klein, Margreitter, Ortlechner, Suttner - A. Grünwald (60./Mader), Hlinka (71./Liendl) - Gorgon, Jun (63./Tadic), Junuzovic - Linz
Admira: Berger - Plassnegger, Windbichler, Dibon, Palla - Seebacher (81./E. Sulimani), Schachner, Schwab, Jezek - Hosiner (70./Toth), Ouedraogo (88./Drescher)
Gelbe Karten: Keine bzw. Windbichler, Schwab, Toth, Ouedraogo
Die besten Spieler: Suttner, Junuzovic bzw. Hosiner, Schwab, Jezek, Dibon
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