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Aufstellungspoker vor Spiel der Spiele

Erwin Hoffer war im Nationalteam bisher der Experte für Ostangelegenheiten. Ein Doppelpack gegen Rumänien sowie jeweils ein Tor gegen Kasachstan und zuletzt die Slowakei waren bisher die Ausbeute des schnellen Stürmers in der ÖFB-Auswahl. Die EM-Qualipartie gegen Deutschland am Freitag (20.45 Uhr, live in ORF eins) in Gelsenkirchen ist da schon ein anderes Kaliber, Hoffers „Job“ jedoch bleibt der gleiche.

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Selbst der Vergleich „David gegen Goliath“ spiegelt das Kräfteverhältnis zwischen den fast schon ausgeschiedenen Österreichern und den praktisch für die EM 2012 qualifizierten Deutschen nur ungenügend wider. Das Team von Dietmar Constantini kann sich auf Schalke auf einiges gefasst machen, Goalie Christian Gratzei blüht gegen Miroslav Klose, Mesut Özil, Mario Götze und Co. ein arbeitsreicher Abend. Um in der Gruppe A doch noch Platz zwei zu erreichen, genügt Österreich in der Höhle des Löwen aber auch ein Unentschieden nach heldenhafter Abwehrschlacht nicht.

Martin Harnik

GEPA/Christian Walgram

Martin Harnik ist neben Erwin Hoffer der gefährlichste ÖFB-Konterspieler

Knoten soll platzen

Constantini, nach momentanem Stand wohl Teamchef mit Ablaufdatum Dezember 2011, muss danach trachten, seinem Gegenüber Joachim Löw mit Kontertaktik und schnellen Angreifern ein Bein zu stellen. Auch bei einer schnellen Führung der Deutschen ist nicht zu erwarten, dass der haushohe Favorit gegen die „Ösis“ vor 60.000 Fans den Schongang einlegt. Räume für mögliche ÖFB-Nadelstiche werden sich voraussichtlich ergeben, und mit Martin Harnik oder Hoffer hätte Constantini auch das passende Spielermaterial dabei.

„Ich bin bereit“, sagt „Jimmy“ Hoffer vor der Partie in seiner beruflichen Heimat Deutschland. Nach einer Saison in Kaiserslautern war der Ex-Rapidler im Sommer zu Eintracht Frankfurt gewechselt, wo er nach einigen Kurzeinsätzen langsam Fuß fasst. „Ich fühle mich fit und gut in Form“, betonte Hoffer und erwartet sich „ein großes Spiel“.

Ob er von Beginn an spielen wird oder vielleicht als Retter in der Not von der Ersatzbank kommt? „Egal“, meint der von Constantini einst als „laufende Handgranate“ bezeichnete Stürmer. Was für ihn bei Frankfurt noch fehle, sei einzig sein erster Treffer, um den sprichwörtlichen Knoten platzen zu lassen. „Ein Tor gegen Deutschland wäre da aber natürlich auch perfekt“, so Hoffer.

EM-Qualifikation, Gruppe A

Freitag, 20.45 Uhr

Live in ORF eins und im Livestream

Deutschland - Österreich

Gelsenkirchen, SR Tagliavento (ITA)

Mögliche Aufstellungen:

Deutschland: Neuer - Höwedes, Mertesacker, Hummels, Lahm - Schweinsteiger, Kroos - Müller, Özil, Podolski - Klose

Österreich: Gratzei - Klein, Schiemer, Pogatetz, Fuchs - Baumgartlinger, Alaba - Harnik, Arnautovic, Royer - Hoffer

Arnautovic auch sportlich der Unterschied?

Setzt der Teamchef auf Risiko, könnte Hoffer als Solospitze vor dem „hängenden“ Harnik und der offensiven Flankenachse Marko Arnautovic (rechts) sowie Daniel Royer (links) anfangen. Auch 4-2-3-1 mit Rückkehrer Arnautovic hinter Hoffer und dafür Harnik auf der rechten Seite wäre denkbar. Geht Constantini auf Nummer sicher, soferne es eine solche Möglichkeit gegen Deutschland überhaupt gibt, wäre ein Offensivduo Arnautovic/Harnik vor einem Mittelfeld mit Ekrem Dag, Julian Baumgartlinger, David Alaba und Royer plausibel.

Dass der von Constantini pardonierte Werder-Legionär Arnautovic mithelfen soll, die letzte Qualifikationschance durch ein Fußballwunder gegen den dreifachen Weltmeister zu retten, ist nach seinen Eskapaden im Frühjahr generell eine Überraschung. Auf dem Flug nach Deutschland war der oft verhaltensoriginelle Wiener jedenfalls als einziger Teamspieler nicht im offiziellen ÖFB-Anzug, sondern mit Jeans und Kappe unterwegs. Im Spiel gegen eine der besten Mannschaften der Welt soll Arnautovic nun auch sportlich den Unterschied ausmachen.

Marko Arnautovic

GEPA/Christian Walgram

Auf den fußballerischen Geistesblitzen von Arnautovic ruhen viele Hoffnungen

„Wir haben schon öfter gemeinsam gespielt, auch im Nachwuchs“, kann sich Hoffer ein Duett mit Arnautovic gut vorstellen. Der zuletzt mit zwei Toren für Bremen wieder positiv in die Schlagzeilen geratene „Bad Boy“ selbst schweigt zwar wie angekündigt, dafür ließ Constantini im Training erahnen, dass er mit Arnautovic plant. Den von seiner möglichen Reservistenrolle naturgemäß wenig begeisterten Twente-Torjäger Marc Janko hätte der Teamchef dann noch in der Hinterhand. Und Austria-Regisseur Zlatko Junuzovic könnte Constantini ebenfalls bringen, wenn sich beim Umschalten in den Vorwärtsgang im Mittelfeld zu wenig tut.

Harald Hofstetter, ORF.at aus Gelsenkirchen

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