Wieder einmal gescheitert
Österreichs Nationalmannschaft kann unter die Qualifikation für ein Großereignis wieder einmal ein Hakerl machen - allerdings im Sinne von gescheitert, nicht positiv erledigt. Mit dem 0:0 im Happel-Stadion gegen die Türkei verspielte das ÖFB-Team die allerletzte Chance auf das EM-Ticket. Mit einem Sieg mit zwei Toren Unterschied wäre zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer geblieben.
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Teamchef Dietmar Constantini wollte offensiv, aber nicht überfallsartig auftreten, um den Türken nicht ins offene Messer zu laufen. Für den Beginn einer Partie eine durchaus legitime Taktik. Mit der 4-2-3-1-Anfangsformation spielte das ÖFB-Team angeführt von David Alaba recht gefällig, obwohl sich Solospitze Marko Arnautovic immer wieder nach hinten oder auf die Seite zurückfallen ließ und damit der gefährliche Bereich, genannt Strafraum, verwaist war.
Nach der Pause fiel das ÖFB-Team aber gegen die keinesfalls starken Türken zurück. Obwohl unter Siegzwang ließen Veränderungen und ein Mehr an Risiko auf sich warten. „Wenn wir mehr riskiert hätten, dann wäre die Ordnung im Mittelfeld verloren gegangen. Ich kann nicht zu einem Zeitpunkt die ganze Mannschaft umdrehen, wo es ganz gut ausgeschaut hat“, erklärte Constantini sein Zuwarten bis zum ersten Wechsel.
„Gab keinen Grund für mich zu wechseln“
In der 67. Minute kam Erwin Hoffer für Daniel Royer. Der zweite Tausch kurz vor Schluss bescherte dann Stefan Maierhofer einen Sekundenauftritt. „Ich hatte schon das Gefühl, dass da über einen Konter noch etwas geht“, begründete der Tiroler seine Entscheidung pro Hoffer. Auch die Einwechslung eines weiteren Offensivspielers stand im Raum. „Junuzovic war ein Thema für mich, dann hätte ich aber einen defensiven Mittelfeldspieler rausnehmen müssen. Dann hätten wir aber vielleicht 0:2 verloren und jeder hätte gesagt, die verlieren schon wieder“, begründete Constantini.
In einem Spiel in dem es um alles oder nichts ging, ein etwas schwer nachvollziehbarer Gedankengang, den Constantini noch präzisierte: „Mit der Umstellung hätte ich nicht geglaubt, dass wir besser geworden wären. Daher gab es keinen Grund für mich zu wechseln. Fakt ist, wir waren bis zum Schluss immer gefährlich. Das Abseitstor von Martin Harnik (Minute 84, Anm.) hat das bewiesen. Wenn wir 1:0 führen, haben wir noch eine Chance.“ Die Teilnahme an der EM 2012 sah Constantini aber nicht am Dienstag, sondern ohnehin schon in den Heimspielen gegen Belgien und in der Türkei (jeweils 0:2, Anm.) verspielt.
Emanuel Pogatetz sah zumindest eine Steigerung gegenüber dem Deutschland-Debakel: „Das 2:6 ist uns schon noch in den Knochen gesteckt, die Deutschen waren aber ein bis zwei Klassen stärker als die Türken. Um uns für eine EM oder WM zu qualifizieren, müssen wir konstanter werden und weniger Tore bekommen.“
Christian Wagner, ORF.at
EM-Qualifikation, Gruppe A
Dienstag:
Österreich - Türkei 0:0
Ernst-Happel-Stadion, 47.500 Zuschauer, SR Mallenco (ESP)
Österreich: P. Grünwald - Dag, Schiemer, Pogatetz, Fuchs - Scharner, Baumgartlinger - Royer (67./Hoffer), Harnik, Alaba - Arnautovic (93./Maierhofer)
Türkei: Demirel - Sarioglu, Servet, E. Korkmaz, Balta - S. Sahin, Topal - B. Yilmaz (93./Töre), Kurtulus,Turan - Bulut
Gelbe Karten: Grünwald bzw. Kurtulis, Yilmaz
Die Besten: Alaba, Pogatetz bzw. Turan, Sahin
Anmerkung: Grünwald hielt in der 92. Minute einen Elfmeter von Turan
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