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Fehlpässe und Abschlussschwäche

Österreichs Nationalteam hat sich mit einer Nullnummer von der EM-Qualifikation verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Willi Ruttensteiner musste sich im letzten Spiel der Gruppe A am Dienstag in Kasachstan mit einem nach dem 4:1 gegen Aserbaidschan doch enttäuschenden 0:0 begnügen. Die Österreicher begannen stark, brachten sich durch Fehlpässe aber selbst aus dem Konzept.

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Ruttensteiner setzte gegen die Kasachen auf die gleiche Mannschaft wie in Aserbaidschan. Ausnahme: Anstelle des gesperrten Julian Baumgartlinger bekam Stefan Kulovits von Beginn an seine Chance. Eine Premiere aus heimischer Sicht stellte das Umfeld dar: Erstmals trat das ÖFB-Team in seiner Geschichte nicht unter freiem Himmel an. Die Organisatoren hatten nach Rücksprache der UEFA aufgrund der Kälte das mobile Dach der Astana-Arena geschlossen.

Gute Anfangsphase

Die diesmal ganz in Rot angetretenen Österreicher wollten die Kasachen auch gleich eiskalt erwischen. Bereits nach einer Minute versuchte sich Ekrem Dag nach schöner Kombination mit einem Schuss aus der Distanz, doch das Leder ging deutlich über das Tor. Vier Minuten später machte es David Alaba fast besser, doch der Schuss des Bayern-Legionärs strich haarscharf am rechten Pfosten vorbei. Ruttensteiner hatte die Aufgabe in Kasachstan als schwieriger als jene am Freitag in Baku bezeichnet - und er sollte recht behalten.

Paul Scharner (AUT) gegen Sergey Ostapenka (KAZ)

APA/Robert Jaeger

Paul Scharner und Co. mühten sich gegen die Kasachen vergeblich

Das ÖFB-Team bestimmte in der Anfangsphase zwar klar das Geschehen, Unkonzentriertheiten im Abschluss und konsequent verteidigende Kasachen verhinderten jedoch die angestrebte frühe Führung. Nach 15 Minuten kam der Schwung der Österreicher ins Stocken, die Kasachen fanden immer besser ins Spiel. Begünstigt wurden die Gastgeber durch mangelnde Konzentration in der rot-weiß-roten Defensive. Vor allem über die Seiten kam Kasachstan immer wieder gefährlich in die Nähe des österreichischen Tores.

Torlos zur Pause

Torchancen gab es jedoch nur vonseiten der Österreicher, so etwa von Dag in der 25. Minute. Kasachische Torgelegenheiten blieben in der ersten Hälfte Mangelware. Mit einem Punktesieg für Österreich, aber ohne Treffer ging es in die Kabine. Aus selbiger kam das ÖFB-Team an allen Positionen unverändert und mit dem gleichen Schwung wie in der ersten Hälfte. Beweis: In der 47. Minute landete eine abgerissene Flanke von Christian Fuchs beinahe im kasachischen Tor, wurde aber von Torhüter Andrej Sidelnikow über die Latte gedreht.

Glück hatten aber auch die Österreicher. Praktisch im Gegenzug schob Sergei Grigin nach einem blitzsauberen Konter den Ball nur knapp am rot-weiß-roten Tor vorbei. In der 55. Minute war es Marko Arnautovic, der neuerlich die Führung für Österreich vergab. Der Bremen-Legionär setzte sich kraftvoll gegen seinen Gegenspieler durch, hämmerte das Leder jedoch ans Außennetz. Im Gegenzug blieben die Kasachen bei ihren Kontern brandgefährlich.

Mikhail Rozhkov (KAZ) gegen Marko Arnautovic (AUT)

Reuters/Shamil Zhumatov

Die beste Aktion: Arnautovic nimmt Maß, setzt den Ball aber knapp daneben

Lattentreffer von Kasachstan

In der 59. Minute wurde ein Schuss von Grigin gerade noch rechtzeitig abgeblockt, nur eine Minute später verhinderte Sebastian Prödl mit einem Tackling zur rechten Zeit gegen den völlig allein gelassenen Grigin Schlimmeres. Mit unnötigen Fehlpässen brachten sich die Österreicher immer wieder selbst in die Bredouille. Das Spiel entwickelte sich immer mehr zu einer Kopie des Hinspiels, als erst in letzter Minute die entscheidenden Treffer zugunsten der ÖFB-Mannschaft fielen.

In der 73. Minute war es aber wieder Grigin, der die Chance zur kasachischen Führung, diesmal am Kopf, hatte. Nach Flanke von Mark Gorman setzte der Stürmer den Ball an die Latte. Grünwald wäre trotz Flugeinlage ohne Chance gewesen. Österreichs Bemühungen wurden zunehmend hektischer, auch die eingewechselten Zlatko Junuzovic und Veli Kavlak brachten keine Ruhe in das österreichische Spiel. Kam das ÖFB-Team vor das gegnerische Tor, blieb das Glück im Abschluss weiter aus. Paul Scharner brachte in der 80. Minute gleich zweimal aus guter Position den Ball nicht im Tor unter.

Kasachstan näher am Sieg

Die Hausherren blieben in der Schlussphase aber die gefährlichere Mannschaft. Angetrieben vom Publikum drängten die Kasachen auf den Siegestreffer. Bei einem Schuss von Marat Khayrullin musste Grünwald mit einer Glanzparade retten. Im Angriff lief bei Österreich in den letzten Minuten der Partie nichts mehr nach Wunsch. Auch der eingewechselte Stefan Maierhofer konnte im Finish keine Akzente mehr setzen.

Anders als im Hinspiel in Salzburg blieb dem ÖFB-Team ein versöhnliches Ende der Partie verwehrt. Auch weil Schiedsrichter Hannes Kaasik bei einem Treffer von Marc Janko in der Nachspielzeit auf Abseits entschied, Dag einen Weitschuss zum wiederholten Mal in die oberen Ränge des Stadions beförderte und Scharner per Kopf scheiterte. Österreich beendete die Qualifikation damit mit negativer Bilanz: Vier Pleiten und drei Remis stehen nur drei Siege gegenüber.

Karl Huber, ORF.at

EM-Qualifikation, Gruppe A

Kasachstan - Österreich 0:0

Astana, 22.000 Zuschauer, SR Kaasik (EST)

Kasachstan: Sidelnikow - Goorman (79./Jewstignejew), Muchtarow, Roschkow, Kirow - Nurdauletow, Nurgalijew (46./Muschikow) - Ostapenko, Chairuline, Schmidtgal - Grigin

Österreich: Grünwald - Dag, Prödl, Dragovic, Fuchs - Alaba, Scharner, Kulovits (74./Kavlak), Ivanschitz (66./Junuzovic) - Arnautovic, Janko

Gelbe Karten: Goorman, Ostapenko, Schmidtgal

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