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Knalleffekt nach 100. Bundesliga-Sieg

Die Ära von Trainer Franco Foda bei Sturm Graz wird 2012 nach sechs Jahren zu Ende gehen. Der amtierende Meister und der Deutsche konnten sich nicht auf eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages einigen. Wie der Club am Sonntag - am Tag nach dem 5:1 gegen die Austria - mitteilte, sei Fodas Forderung nach einer Ausstiegsklausel der fix eingeplanten Übereinkunft im Wege gestanden.

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„Fodas zusätzliche Forderung in Zusammenhang mit der Möglichkeit, jederzeit aus dem neuen Kontrakt auszusteigen, war für uns nicht akzeptabel“, erklärte Sturm-Präsident Gerhard Stockenhuber in einer Aussendung. „Es liegt nicht im Sinne des Vereines, einen Vertrag abzuschließen, bei welchem der Trainer schon von Beginn weg an seinen Ausstieg denkt.“ Foda wollte inhaltlich auf die Differenzen nicht näher eingehen.

„Wollte schon am Montag unterschreiben“

„Ich rede nicht über Details. Wichtig ist mir nur, dass es nicht um finanzielle Dinge gegangen ist“, sagte er am Rande des Sonntagstrainings. „Würde es mir ums Geld gehen, wäre ich schon lange nicht mehr bei Sturm“, meinte Foda, der in der Vergangenheit mehrmals nicht nur als ÖFB-Teamchef, sondern auch als Betreuer von Kaiserslautern und Bochum ins Spiel gebracht worden war.

Eigentlich schien bei der Vertragsverlängerung nur noch ein Formalakt zu fehlen. „Ich wollte schon am vergangenen Montag unterschreiben. Stattdessen hat es ein weiteres Gespräch mit Stockenhuber gegeben. Am Dienstag dann noch eines mit Johann Jauk (Vizepräsident und Finanzvorstand, Anm.)“, erzählte Foda. „Daraufhin habe ich meine Konsequenzen gezogen und entschieden, nicht zu unterschreiben.“

Sturm-Trainer Franco Foda mit Meisterteller

APA/Markus Leodolter

Franco Foda holte die Meisterschale auch als Trainer nach Graz

Stockenhuber erklärte, dass die ursprüngliche Vereinbarung bereits vom Vorstand abgesegnet gewesen wäre. „Danach hat Foda eine weitere Forderung in die Vereinbarung hineinreklamiert, die wir so keinesfalls erfüllen können.“ Er finde die Entscheidung des Trainers betrüblich. „Es war mein ausdrücklicher Wunsch und mein vorrangiges Ziel, Foda auch für die kommenden Jahre an den SK Sturm zu binden.“

„Das ist Blödsinn“

Foda, bekannt als äußerst zurückhaltender Charakter, hielt mit seinem Ärger diesmal nicht hinter dem Berg. „In den letzten Wochen und Monaten sind viele Kleinigkeiten zusammengekommen. Es ist mir immer nachgesagt worden, ich hätte die Allmacht im Club. Das ist ein Blödsinn, das nervt mich. Ich habe nur die Vorgaben des Vorstands erfüllt“, sagte Foda. „Mir geht die interne Nörgelei auf den Wecker, ich weiß nicht, wer da mit meiner Arbeit nicht zufrieden ist.“

Dass der Verein sparen muss, wäre für ihn kein Problem gewesen. „Ich hätte sogar eine weitere Budgetreduzierung, die geplant ist, mitgetragen. Wie ich schon in den vergangenen Jahren immer wieder Spielerverkäufe abgesegnet habe“, behauptete Foda. „Ich bin immer von der Verlängerung ausgegangen, daher habe ich mir weitere Ziele gesetzt. In den nächsten zwei Jahren wollte ich noch die Gruppenphase der Champions League erreichen.“

Bitterer Nachgeschmack

Angesichts seiner langen Vereinstreue hafte dem Ende nun ein etwas bitterer Nachgeschmack an. „Ich war 15 Jahre beim Verein, habe alle Höhen und Tiefen miterlebt und mich von der Akademie hochgearbeitet“, verwies er auf seine erfolgreiche Vergangenheit in Graz. Schon als Aktiver gehörte er um die Jahrtausendwende der erfolgreichen Sturm-Truppe von Trainer Ivica Osim an und brachte Sturm als Trainer bisher einen Cupsieg (2010) und einen Meistertitel (2011) ein.

Dennoch versprach Foda, dessen Sohn Sandro ebenfalls im Kader der „Blackies“ steht, sich bis Saisonende einzig auf Sturm zu konzentrieren. „Ich arbeite mit vollem Elan und seriös bis zum Schluss weiter. Die Top-Vier bleiben weiter das erklärte Ziel. Ich glaube, ich kann dieser Saison noch viel erreichen und mit Sturm ganz vorne mitspielen. Da ist schon einiges drin.“

Auch Torjäger Kienast vor Abgang

Eine andere Personalie, die in Graz für Spannung sorgt, ist jene von Roman Kienast. Der Wiener Stürmer stockte sein Trefferkonto am Samstag dank seines ersten Bundesliga-Triples auf sechs auf und blickte der restlichen Saison mit großem Optimismus entgegen. „Mit so einer Leistung können wir jeden Gegner schlagen. Wenn wir so weiterspielen, sind wir auf einem sehr guten Weg“, so der 27-Jährige, der mit einem Auslandsengagement in Verbindung gebracht wird.

„Ich bin in einem Alter, in dem man den Schritt ins Ausland noch einmal wagen kann“, meinte Kienast, der bereits bei Hamarkameratene (NOR) und Helsingborgs (SWE) gespielt hatte. „Ich werde aber trotzdem für Sturm alles bis zur letzten Minute geben.“ Das seitens des Clubs vorliegende Offert unterzeichnete der Stürmer jedenfalls nicht, er wolle mit einer Entscheidung bis zum Jänner zuwarten. „Ich habe dem Verein mitgeteilt, dass es für mich zu früh ist, zu verlängern“, sagte Kienast, der im Sommer kostenlos frei ist.

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