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Viel Geld für wenige Titel

Als der FC Chelsea Ende Jänner seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert hat, waren diese knallrot. Den Umsatz steigerte der englische Vizemeister zwar auf die Rekordmarke von 222,3 Millionen Pfund (266 Mio. Euro), auch die Gehälter für Spieler und Trainer wurden auf rund 82 Mio. Euro reduziert. Trotzdem produzierten die „Blues“ einen Verlust von umgerechnet 81,2 Mio. Euro.

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Mit ein Grund für diese Summe ist wohl der großzügige Umgang mit den Trainern in den letzten vier Jahren. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, haben sich die Londoner allein den Umstieg von Carlo Ancelotti, der 2010 mit Chelsea erstmals das Double aus Meisterschaft und FA-Cup schaffte, auf Andre Villas-Boas ein Vermögen kosten lassen. Die Abfindung für Ancelotti und die Abwerbung des 34-jährigen Villas-Boas von Porto waren dem Club von Roman Abramowitsch letzten Sommer umgerechnet 33,4 Mio. Euro wert.

Chelsea-Trainer und ihre Erfolge unter Roman Abramowitsch

  • 2000 - 2004: Claudio Ranieri
  • 2004 - 2007: Jose Mourinho
    2 x Meister, FA-Cup, Ligacup, Community Shield
  • 2007 - 2008: Avram Grant
  • 2008 - 2009: Luiz Felipe Scolari
  • 2009: Guus Hiddink
    FA-Cup
  • 2009 - 2011: Carlo Ancelotti
    Meister, FA-Cup
  • 2011 - ?: Andre Villas-Boas

„Veränderungen in der Managementstruktur“

Mit diesem Wert wurden die „Veränderungen in der Managementstruktur der ersten Mannschaft“ beziffert, die am Mittwoch im britischen Handelsregister ausgewiesen wurden. Laut dem britischen Fußball-Finanzexperten Andy Green leistete Chelsea in den letzten vier Jahren umgerechnet 76 Mio. Euro an „Kompensationen“ für Trainer. Das sei rund ein Viertel aller Erlöse, die der Verein an Spieltagen in diesem Zeitraum erwirtschaftete, schreibt Green in seinem Blog andersred. Für ihn eine „erstaunliche Verschwendung“.

Abramowitsch lässt sich seine Ungeduld mit seinen Startrainern also einiges kosten. Sieben „Manager“ verbrauchte er in den acht Jahren seit seiner Clubübernahme im Jahr 2003. Nicht immer machten sich die kostspieligen Investitionen in neue Betreuer auch bezahlt. Lediglich unter Jose Mourinho, der 2004 Claudio Ranieri ersetzte, wurden die Titel wie reifes Obst gepflückt. Danach durfte sich einzig Guus Hiddink mit einer Trophäe schmücken. Der Niederländer, der damals auch russischer Teamchef war, hatte im Februar 2009 den glücklosen Luiz Felipe Scolari abgelöst und dann den FA-Cup gewonnen.

Ehemaliger Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti

APA/EPA/Felipe Trueba

Auch Carlo Ancelotti musste nach Erfolgen im ersten Jahr gehen

Abramowitsch auf Inspektionstour

Heuer fehlen dem aktuellen Tabellenvierten in der Tabelle bereits 14 Zähler auf Leader Manchester City. Der Verein legte den schlechtesten Saisonstart in der Ära Abramowitsch hin, und letztes Wochenende verspielten die „Blues“ einen 3:0-Vorsprung gegen Manchester United. Im FA-Cup ist Chelsea noch vertreten, auch in der Champions League stehen die Achtelfinal-Duelle mit Napoli bevor, doch in der Liga sind die Londoner mit Liverpool, Arsenal und Newcastle in einen beinharten Vierkampf um den letzten CL-Qualifiktationsplatz verwickelt.

In der letzten Woche wurde Abramowitsch prompt regelmäßig auf dem Trainingsgelände gesehen, um sein „Roman Empire“ zu inspizieren. Villas-Boas, der seit Beginn der Saison mit der richtigen Motivation seiner Topstars kämpft, sei aber nicht in Gefahr, war der Verein rasch mit einer Aussendung zur Stelle. Es habe positive Gespräche zwischen den beiden gegeben.

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