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„Die nächsten drei können kommen“

Die deutsche Biathlon-Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner hat die eigene Vorgabe, bei ihrer Abschieds-WM in Ruhpolding in allen sechs Bewerben eine Medaille zu holen, bisher bravourös erfüllt. Die 25-Jährige hielt dem enormen Druck vor Heimpublikum eindrucksvoll stand und holte Gold im Sprint, Silber in der Verfolgung und Bronze in der Mixed-Staffel.

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„Ich bin in einer sehr guten Verfassung und denke, ich kann noch gute Rennen abliefern und die tolle Atmosphäre genießen. Die halbe Miete habe ich schon. Jetzt können die nächsten drei kommen“, betonte sie nach Rang zwei in der Verfolgung, ihrer bereits 16. WM-Medaille. Die nächste soll am Mittwoch im Einzel über 15 km folgen.

Magdalena Neuner mit einem riesigen Glas Weizenbier

Reuters/Michael Dalder

Neuners Durst nach Medaillen ist noch nicht gestillt

„Bin sehr stolz auf meine Rennen“

Erbost reagierte die ansonsten stets gut gelaunte Frohnatur auf Fragen, ob sie enttäuscht sei, dass es hinter der Weißrussin Darja Domratschewa „nur“ zu Silber reichte. „Bronze zählt nicht und Silber schon gleich gar nicht. Das hat man oft genug gelesen in letzter Zeit. Für mich zählt Silber ganz genauso. Ich bin sehr stolz auf meine Rennen“, ärgerte sich die neunfache Saisonsiegerin über diese „Mentalität“.

Tags zuvor hatte sie auch schon die Berichterstattung einer großen deutschen Boulevardzeitung, die davon geschrieben hatte, dass Arnd Peiffer ihr mit seiner Strafrunde in der Mixed-Staffel Gold vermasselt habe, vor 200 Pressevertretern gemaßregelt. Dafür erntete sie vom Großteil der 200 anwesenden Journalisten auch prompt Applaus.

Nach Weltcup-Finale ist Schluss

Zumeist ist die Doppelolympiasiegerin, deren Rennen am Sonntag 6,6 Millionen Deutsche vor den Fernseher lockte, aber mit einem Lächeln anzutreffen. Interviewmarathons, Autogramm- und Fotowünsche lässt sie mit Engelsgeduld über sich ergehen. Die Begeisterung für ihre Person sei eine schöne Sache. „Für mich ist es Genuss pur“, meinte Neuner. Lange kann sie diesen Rummel nicht mehr genießen. Nach der WM bestreitet sie nur noch das Weltcup-Finale in Russland und setzt ihrer unvergleichlichen Karriere nach nur fünf Jahren Profisport ein Ende.

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