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Torflaute hält weiter an

In der österreichischen Bundesliga herrscht weiter eine hartnäckige Torflaute. In der 25. Runde fielen in fünf Spielen wieder nur fünf Tore. Zwei Treffer davon erzielte Aufsteiger Admira beim 2:0-Sieg über Sturm Graz. Vor allem die beiden Wiener Clubs leiden unter der Torarmut. Während Salzburg zumindest seine Pflicht erfüllt, patzten Rapid und Austria regelmäßig gegen die vermeintlich „Kleinen“.

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Rapid ergatterte am Samstag gegen Mattersburg zu Hause mit viel Glück ein 1:1. Nur unter kräftiger Mithilfe von Goalie Thomas Borenitsch brachte Steffen Hofmann den Ball zum Ausgleich im Tor unter. Sieben Punkte in sechs Spielen lautet die magere Bilanz der Wiener, die als Spitzenreiter in das Frühjahr gestartet waren und nun zwei Punkte hinter Salzburg auf Rang zwei liegen. Als „frustrierend“ beschrieb Trainer Peter Schöttel nach dem Remis gegen Mattersburg die Situation in Hütteldorf.

Steffen Hofmann (Rapid)

GEPA/Josef Bollwein

Hofmann war die Erleichterung nach dem glücklichen Ausgleich anzusehen

Kein Torjäger in Sicht

„Wir sind traurig, aber arbeiten weiter und hoffen, dass die Bälle wieder reingehen. Mehr können wir nicht machen“, sagte der ehemalige Verteidiger. Kritik an der mangelnden Torgefährlichkeit seiner Mannschaft wies Schöttel zurück: „Wer in der Liga kreiert denn schon großartige Chancen?“ Neidisch blickt der Rapid-Trainer in Richtung Westen, wo Salzburg dank einer abgerissenen Flanke von Jakob Jantscher drei Punkte gegen Abstiegskandidat Kapfenberg einfahren konnte. „Dass wir solche Spiele nicht gewinnen können tut uns weh“, so Schöttel.

Dass Rapid ein Torjäger fehlt, ist aber offensichtlich. Atdhe Nuhiu mit sechs Toren und Hofmann mit fünf sind laut Statistik noch die torgefährlichsten Akteure in Grün-Weiß. Für Hofmann ist es jedoch nicht nur die fehlende Kreativität im eigenen Angriff, sondern auch die Taktik der Gegner, die Rapid derzeit das Leben schwer macht. „Im Moment fehlt es ein wenig vorne, die Gegner stehen auch immer sehr tief“, sagte der Kapitän der Wiener.

Vastic versteht Fans nicht

Tief ist mittlerweile die Kluft zwischen Fans und Mannschaft bei der Austria. Die Violetten spielten gegen Wiener Neustadt zum dritten Mal in dieser Frühjahrssaison 0:0 und mussten sich nach dem Spiel lautstarke Missfallenskundgebungen von mitgereisten Anhängern anhören. Dass die Wiener nach Salzburg das erfolgreichste Frühjahrsteam sind, spielt angesichts der gezeigten Leistungen für die Anhänger keine Rolle. Das dritte Remis gegen das bieder agierende Wiener Neustadt trieb den violetten Fans die Zornesröte ins Gesicht.

Austria-Trainer Ivica Vastic

APA/Andreas Pessenlehner

Vastic musste sich nach dem Spiel Kritik der Fans gefallen lassen

Kritik, die Austria-Trainer Ivica Vastic nicht nachvollziehen kann. „Den Unmut mancher Fans kann ich nicht verstehen. Man muss realistisch bleiben, was man erwarten kann. Wir bleiben auf unserem Weg“, sagte der 42-Jährige, der weiter auf eine solide Defensive setzt. Die Austria liegt so wie Rapid zwei Punkte hinter den Salzburgern. „Ich bin überzeugt und sicher, dass wir es in den nächsten Spielen besser machen“, sagte Vastic, der mit seiner Mannschaft vor allem gegen die vermeintlichen Außenseiter viele Punkte liegen ließ.

Nullnummer Bundesliga

Dass die Wiener Clubs trotz fehlender Durchschlagskraft in der Offensive weiter vorne mitmischen, liegt am generell matten Niveau der Liga. In 29 Frühjahrsspielen gab es elfmal ein 1:0 oder 0:1 sowie achtmal ein 0:0. Zum Vergleich: In den 95 Matches im Herbst gab es nur in zwölf Spielen keine Tore. Im Vorjahr brannten die Teams vergleichsweise noch ein Offensivfeuerwerk ab. Nur 13 torlose Unentschieden gab es in der gesamten Saison 2010/11 zu sehen.

Negatives Aushängeschild in Sachen Torflaute ist Wiener Neustadt. Die Niederösterreicher erzielten bisher in sechs Spielen nur einen Treffer - und das durch ein Eigentor von Sturms Rubin Okotie. Trotzdem ergatterte der Club von Trainer Peter Stöger sechs Punkte - nur einen weniger als Rapid. Hauptverantwortlich ist dafür die Neustädter Version des berüchtigten „Catenaccio“: In sechs Frühjahrspartien ließen die Niederösterreicher nur drei Treffer zu.

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