Hickersberger-Assistent übernimmt
SV Josko Ried ist auf der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden. Am Montag, dem Tag nach dem verlorenen Cupfinale gegen Red Bull Salzburg, verkündeten die Oberösterreicher überraschend die Verpflichtung von Heinz Fuchsbichler. Der 44-jährige Steirer kehrt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zurück in die Bundesliga.
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Fuchsbichler beerbt bei den Riedern Paul Gludovatz, der sich im März Richtung Puntigamer Sturm Graz verabschiedet hat. Interimistisch war Ried von Gerhard Schweitzer geführt worden, der nun plangemäß wieder als Kotrainer fungieren wird. Fuchsbichler, der am Dienstag im Rieder Stadion offiziell präsentiert und auch seine Unterschrift unter den Vertrag setzen wird, tritt seinen Job am 1. Juni an, Trainingsbeginn ist am 11. Juni.
„Ein klassischer Innviertler“
Der Steirer ist zurzeit noch als Assistent von Ex-ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger bei al-Wahda in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv. Fuchsbichler begann seine Trainerkarriere Anfang des Jahrtausends in der Vorarlberger Akademie, wechselte später zu FC und Austria Lustenau sowie Altach, wo er im August 2008 nach rund einem Dreivierteljahr den Sessel räumen musste.

APA/Dietmar Stiplovsek
Fuchsbichler schnupperte zuletzt bei Altach als Trainer Bundesliga-Luft
Obwohl er keine großen Erfolge vorweisen kann, ist Fuchsbichler für Ried-Manager Stefan Reiter der richtige Mann am richtigen Ort. „Entscheidend ist, dass er zum Club passt, nicht seine Vorerfolge. Das ist eine Milchmädchenrechnung“, sagte Reiter, der Architekt und Hüter der Rieder Aufbauphilosophie. „Er hat Akademie-Vergangenheit, ist ein Teamplayer und Entwickler und passt zu 100 Prozent in unser vorgegebenes Profil. Er verkörpert eine moderne Art des Fußballdenkens. Vom Typ her könnte er ein klassischer Innviertler sein.“
Altach-Abschied als Zäsur
Fuchsbichler selbst kann sich mit dieser Sichtweise voll identifizieren. „Ich glaube, ich bin schon einer, der eine gewisse Bodenständigkeit hat, der viel mit Jungen gearbeitet und auf sie gesetzt hat. Trainer sollen auch Spieler entwickeln“, meinte der neue Coach, dessen Karriere eigentlich schon zu Ende schien. Der zweifache Familienvater und Inhaber einer Handelsagentur hatte jedenfalls bereits seinen Frieden mit dem Trainerruhestand gemacht.
„Ich war ein junger Coach in der zweiten Liga, und es schien irgendwie vorgezeichnet, dass der Weg stets bergauf geht“, meinte er zu seinen Engagements im „Ländle“. Doch das abrupte Ende in Altach brachte auch eine Karrierezäsur, eineinhalb Jahre herrschte Funkstille. „Ich dachte, das war’s mehr oder weniger. Und das war auch in Ordnung“, erinnerte sich Fuchsbichler. „Vielleicht muss man auch so eine Durststrecke durchleben, um sich menschlich weiterzuentwickeln. Ich habe mich jedenfalls nie aufgedrängt.“
Saisonfinale mit al-Wahda
2010/11 übernahm er zwar den unterklassigen FC Wolfurt und gehörte dem Trainerstab des U21-Teams von Liechtenstein an - doch erst Hickersbergers Ruf brachte die Wende. Nach seiner Präsentation am Dienstag wird sich Fuchsbichler noch mit seinem Trainerteam - Schweitzer, Michael Angerschmid und Werner Pentz - zusammensetzen, um erste Gespräche zu führen.
Danach geht es nochmals zurück in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo für das derzeit auf Platz fünf liegende al-Wahda am Sonntag das letzte Saisonspiel auf dem Programm steht. Mit der Meisterschaft endet auch für das rot-weiß-rote Trainertrio Hickersberger-Fuchsbichler-Klaus Lindenberger eine „Riesenerfahrung“.
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