„So wollen wir Fußball spielen“
Red Bull Salzburg hat sich in der tipp3-Bundesliga nicht abschütteln lassen. Nach dem spät sichergestellten, aber verdienten 1:0-Sieg am Samstagabend in Wien gegen die Austria ist der Titelverteidiger wieder auf Tuchfühlung zur Spitze. Tabellenführer Austria vergab hingegen mit der ersten Niederlage seit 28. Juli die Riesenchance, die „Bullen“ ordentlich abzuhängen.
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Der drohende Rückstand von neun Punkten hat Salzburg keinesfalls gehemmt, er machte ihnen Beine. Schon lange sah man die „Bullen“ nicht mehr so lauffreudig. Trainer Roger Schmidt war mit der Darbietung dementsprechend zufrieden. „So wollen wir Fußball spielen: dominant auftreten, permanent nach vorne spielen, intensiv und lauffreudig sein. Diesen Weg wollen wir jetzt langfristig mit Erfolgserlebnissen pflastern. Wir haben aber auch noch viel Steigerungspotenzial“, sagte Schmidt.
Neuzugänge schlagen ein
Die Warnung an die Konkurrenz kommt nicht von ungefähr, schließlich ist „Salzburg neu“ mit seinen seit der Düdelingen-Blamage acht neu verpflichtenden Spielern noch nicht eingespielt. Vom Spielermaterial her scheint bei den „Bullen“ die Zeit der Fehleinkäufe vorerst vorbei. Der in Schweden geborene 19-jährige Norweger Valon Berisha sorgte in der 87. Minuten mit seinem bereits dritten Saisontor für die Entscheidung. Kevin Kampl war neuerlich Dreh- und Angelpunkt der Salzburger.

GEPA/Amir Beganovic
Mit Kevin Kampl scheint Salzburg ein Glücksgriff gelungen zu sein
Der 21-jährige Slowene zeigte auch in seinem zweiten Spiel für Salzburg, dass er eine der bestimmenden Persönlichkeiten der Liga werden könnte. „Mit diesem Sieg ist uns ein großer Stein vom Herzen gefallen. Wir wollten unbedingt gewinnen, jetzt können wir befreiter spielen. Dieses Erfolgserlebnis wird uns Rückenwind für die nächsten Wochen geben“, meinte der leichtfüßige, fast immer Richtung gegnerisches Tor orientierte Kampl.
Auch Austria-Trainer Peter Stöger sah natürlich die Klasse Kampls, wollte die Vorstellung des Slowenen aber auch nicht überbewerten. „Man hat in Salzburg schon viele Spieler mit hervorragenden Ansätzen gesehen. Qualität ist, wenn er das über einen längeren Zeitraum zeigt“, erklärte Stöger. Schmidt pflichtete bei, war sich aber sicher: „Ich bin überzeugt, dass er diese Konstanz zeigen wird. Dieser Junge hat Herz.“
Stöger bleibt gelassen
Herz zeigte auch die Austria, nach sechs Siegen in Folge war das aber gegen die Salzburger zu wenig. Während Salzburg die deutlicheren Offensivbemühungen zeigte, waren die „Veilchen“ zu abwartend. „Natürlich hätten wir gerne das Unentschieden drüber gebracht. Aber ich bin nicht unzufrieden, wir haben alles aus uns herausgeholt und hatten auch unsere Chancen“, meinte Stöger, der Gelassenheit demonstrierte: „Bei einem Sieg wären wir nicht Meister gewesen und jetzt sind wir auch nicht aus dem Europacup-Rennen.“
Geärgert hat sich Stöger aber über die Art und Weise, wie das Gegentor entstand: „Wir haben uns das Tor selbst gemacht. Das war ein Fehler zu viel für ein Spitzenspiel.“ Stöger ist aber überzeugt, dass die zweite Saisonniederlage keinen Einbruch auslösen wird. „Wir sind gut aufgestellt und gut unterwegs. Aber wir wissen, dass wir uns aufgrund der Ausgeglichenheit in der Liga jeden Sieg hart erarbeiten müssen“, gab Stöger die Marschroute für sein Team vor.
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