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Erfolgreiche Frustbewältigung

Rapid hat sich am Sonntag im Titelkampf der tipp3-Bundesliga zurückgemeldet. Drei Tage nach der 1:2-Europa-League-Heimschlappe gegen Rosenborg Trondheim betrieben die Wiener in der neunten Runde mit einem 2:0-Erfolg bei SV Josko Ried erfolgreiche Frustbewältigung - und rückten damit als Tabellenzweiter bis auf zwei Punkte an Spitzenreiter Austria heran.

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Die Tore in einer flotten Partie erzielten Guido Burgstaller (31.) und Christopher Trimmel (84.) - jeweils nach Vorlage von Steffen Hofmann. Die Heimbilanz der Oberösterreicher, die mit der Chancenauswertung haderten und erstmals in dieser Saison auf Platz acht abrutschten, bleibt damit trist: In fünf Saisonspielen in der einst als Festung bekannten Keine-Sorgen-Arena gab es vier Niederlagen (alle ohne erzieltem Tor) und nur einen Sieg.

Jubel von Stefan Kulovits, Guido Burgstaller und Steffen Hofmann (Rapid)

GEPA/Mathias Mandl

Wie schon der WAC, die Austria und Sturm durfte auch Rapid in Ried jubeln

Schöttel krempelt Mannschaft um

Während bei Ried im Vergleich zum 1:1 in Salzburg lediglich Clemens Walch für Nacho kam, hatte Rapid-Coach Peter Schöttel sein Team an zahlreichen Positionen umgestellt. In der Innenverteidigung ersetzte Harald Pichler den zuletzt fehlerhaften Gerson, Thomas Schrammel kam auf der linken Abwehrseite für Markus Katzer. Der wechselte nach rechts und bildete dort ein „Duo“ mit Trimmel, der wiederum nach vor rückte. Im defensiven Mittelfeld agierten Thomas Prager und Stefan Kulovits, Deni Alar löste als Solospitze Terrence Boyd ab.

Von Verunsicherung war bei Rapid wenig zu merken. Die Wiener, die nach 30 Sekunden in Person von Hofmann gefährlich im Strafraum auftauchten, verzeichneten im mit 6.100 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Rieder Stadion etwas mehr Ballbesitz und gingen nach gut einer halben Stunde auch in Führung: Nach einem Freistoß flankte Hofmann von rechts in die Mitte, wo Burgstaller aus wenigen Metern einköpfelte.

Effizienz entscheidet

Rapid war in einer ausgeglichenen Partie aber nicht zuletzt die effizientere Mannschaft, hatte Ried doch mehr gefährlichere Situationen zu verzeichnen. Kurz nach Anpfiff vergab Anel Hadzic aus Kurzdistanz (2.), wenig später brachte Walch ebenfalls aus wenigen Metern den Ball nicht im Kasten von Lukas Königshofer unter (9.). Auch Ex-Rapidler Rene Gartler (20.), Andreas Schicker (30.) und Walch (39.) gaben Torschüsse ab - ließen dabei aber Konzentration oder Präzision vermissen.

Tempo und die Chancendichte blieben auch nach dem Seitenwechsel hoch. Mehrmals mussten Thomas Gebauer und Königshofer eingreifen, die größten Möglichkeiten ließen neuerlich die Hausherren ungenützt. Gartler scheiterte erst aus rund acht Metern (56.), wenig später vergab er nach einem Freistoß völlig allein vor dem Tor (63.).

Trimmel sorgt für Entscheidung

In der 76. Minute forderte Burgstaller nach einer Attacke von Mario Reiter erfolglos Elfmeter, sah aber wenig später nach einem durchaus Rot-würdigen Einsteigen nur Gelb. In der Schlussphase stemmte sich Ried mit viel Einsatz gegen die fünfte Saisonniederlage - trotz mehrerer Möglichkeiten blieb ein Tor aber nur ein Wunschtraum.

In der 84. Minute folgte dann der endgültige K. o. der Rieder: Nach einem Freistoß und dem folgenden Stanglpass von Hofmann präsentierte sich die Defensive unsortiert, Trimmel konnte völlig unbedrängt zum 2:0 einschießen.

Stimmen zum Spiel:

Heinz Fuchsbichler (Ried-Trainer): „Wir haben leider fünf hundertprozentige Torchancen nicht genutzt. Wenn wir das 1:0 machen, ist ein 2:0- oder 3:0-Sieg möglich. Durch ein Missverständnis haben wir das 0:1 bekommen. Die Mannschaft hat gut gespielt, wir haben wenig zugelassen, waren aggressiv und haben alles gegeben. Doch unter dem Strich stehen wir leider wieder mit leeren Händen da.“

Peter Schöttel (Rapid-Trainer): „Es ist schön, drei Tage nach so einem Tiefschlag in Ried zu gewinnen. Es hat viele Torchancen auf beiden Seiten gegeben, wir haben die unseren konsequenter verwertet. Es war ein spielerischer Rückfall in der zweiten Hälfte, wir haben dann zu viele hohe Bälle gespielt. Je länger das 1:0 stand und je kürzer die Zeit ist, desto mehr will man es rüberbringen. Das ist uns diesmal gelungen.“

Tipp3-Bundesliga, neunte Runde

Sonntag:

Ried - Rapid 0:2 (0:1)

Keine-Sorgen-Arena, 6.100 Zuschauer, SR Schörgenhofer

Torfolge: 0:1 Burgstaller (31.) 0:2 Trimmel (84.)

Ried: Gebauer - Hinum, Reifeltshammer, Ziegl (82./Riegler), A. Schicker - Hadzic, Reiter - Walch (68./Grössinger), Zulj (76./Nacho), Meilinger - Gartler

Rapid: Königshofer - Katzer (46./Grozurek), Sonnleitner, Pichler, Schrammel - Prager (71./Ildiz), Kulovits - Trimmel, Hofmann, Burgstaller (86./Heikkinen) - Alar

Gelbe Karten: Ziegl, Reifeltshammer, Reiter bzw. Kulovits, Grozurek, Schrammel, Burgstaller

Die Besten: Meilinger, Hadzic bzw. Burgstaller, Hofmann

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