Alles genau geplant
Frust und Ärger der knappen Niederlage gegen Deutschland sind verdaut - voll Tatendrang und Selbstbewusstsein ist Österreichs Nationalelf am Donnerstag nach Kasachstan geflogen. Fünf Flugstunden von Wien entfernt will die Koller-Elf auf dem Kunstrasen der Astana Arena schaffen, was gegen Deutschland versagt blieb: Punkte für die Qualifikation.
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So greifbar wie das Turnier 2014 in Brasilien war eine WM-Teilnahme seit 1998 nicht mehr, spüren die Fans in Österreich. Dennoch vermied es Teamchef Marcel Koller, in dem Spiel gegen den 147. im FIFA-Ranking am Freitagabend 18.00 Uhr MESZ in der Astana Arena von einem Pflichtsieg zu sprechen. „Wir wollen drei Punkte anstreben, wissen aber, wie schwierig es wird. Die Kasachen haben mit dem Kunstrasen sicher einen kleinen Vorteil, nichtsdestotrotz wollen wir unseren Fußball durchziehen“, erklärte der Schweizer.
WM-Qualifikation, Gruppe C
Beginn 18.00 Uhr MESZ
Kasachstan - Österreich -:- (-:-)
Astana Arena, SR Bognar (HUN)
Mögliche Aufstellungen:
Kasachstan: Sidelnikow - Gurman, Roschkow, Dimitrenko, Kirow - Schabalin, Nurdauletow, Bogdanow, Konisbajew - Ostapenko, Nuserbajew
Österreich: Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Fuchs - Kavlak, Baumgartlinger - Arnautovic, Junuzovic, Ivanschitz - Harnik
Aufstellung wie gegen Deutschland
Wer diesen Fußball „durchziehen“ soll, war an manchen Positionen bis zuletzt offen. Andreas Ivanschitz, Christian Fuchs und Emanuel Pogatetz waren gesetzt, ansonsten hatte sich im Training am Mittwochvormittag die eine oder andere Überraschung angedeutet, was die Aufstellung betrifft. Letztlich entschied sich Koller aber für die gleiche Aufstellung wie beim Deutschland-Spiel. Martin Harnik begann als Solospitze, auf der rechten Seite Marko Arnautovic und György Garics.
Kasachen können Koller nicht überraschen
Koller hofft auf einen günstigen Spielverlauf mit einem schnellen Tor. Sollte das nicht gelingen, könnte es brenzlig werden, wie schon die Iren im September feststellen mussten. Bis zur 88. Minute lag die Mannschaft von Giovanni Trapattoni in der Astana Arena 0:1 zurück, erst zwei Tore im Finish retteten den glücklichen Sieg. Auch die Schweden hatten mit den Kasachen kein leichtes Spiel, beim 2:0 vor eigenem Publikum gelang das zweite Tor erst in der Nachspielzeit.
Die Österreicher sind also gewarnt und auf einen Gegner eingestellt, der tief stehen und sein Heil in Kontern und Standardsituationen suchen wird. Um den ersten Punktgewinn der Kasachen in der laufenden WM-Qualifikation zu verhindern, bedarf es eines hochkonzentrierten Auftretens - diesbezüglich macht sich Koller aber keine Sorgen. „Die Mannschaft ist absolut fokussiert“, beteuerte der Nationaltrainer.

APA/Robert Jäger
Fuchs völlig entspannt, im Hintergrund träumt Garics schon von drei Punkten
Abgedunkelte Zimmer und eigener Koch
„Wir dürfen nicht glauben, dass Kasachstan zum Selbstläufer wird, nur weil wir gegen Deutschland gut gespielt haben“, weiß auch Fuchs. Ein Ausrutscher hätte fatale Folgen für den weiteren Verlauf der Qualifikation, schließlich hat auch die Konkurrenz aus Irland und Schweden bereits gegen die Asiaten gepunktet. Deshalb hat sich das ÖFB-Team auch außerhalb des Platzes gewissenhaft vorbereitet.
Um wegen des Kurzaufenthalts im vier Zeitzonen entfernten Astana so etwas wie Jetlag gar nicht erst aufkommen zu lassen, stand am Donnerstag nach der Ankunft das Abendessen erst weit nach Mitternacht auf dem Programm. Die Spieler leben weiter nach österreichische Zeit, mit Ausschlafen am Spieltag bis 13.00 Uhr in speziell abgedunkelten Zimmern. Außerdem sind vom ÖFB ein eigener Koch und eigene Lebensmittel mitgenommen worden. Damit nicht nur das sportliche Duell mit dem Weltranglisten-147. nicht in die Hose geht.
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