Schlager im Testspiel
Neben Niederlande gegen Deutschland steht am Mittwoch (20.50 Uhr) mit der Partie Italien gegen Frankreich im Stadio Ennio Tardini in Parma ein weiterer Testspielschlager auf dem Programm. Die „Squadra Azzurra“ setzt dabei ganz auf Stürmerstar Mario Balotelli, der sich gegen die wieder erstarkten „Les Bleus“ den Frust von der Seele schießen soll.
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Seit seinem Doppelschlag beim 2:1-Sieg im EM-Halbfinale gegen Deutschland ist der für seine Eskapaden berüchtigte Angreifer bei Manchester City in der Versenkung verschwunden. „Jetzt hat er eine große Chance, sich zu zeigen“, sagte Italiens Teamchef Cesare Prandelli.
Im Club auf Abstellgleis
Im Verein hat Balotelli diese Saison bisher enttäuscht. City-Trainer Roberto Mancini degradierte den EM-Star immer wieder zum Edelreservisten. Gegen Tottenham verbannte er ihn am Wochenende sogar wegen Lustlosigkeit im Training auf die Tribüne.
„Mancini denkt daran, ihn zu verkaufen“, titelte die „Gazzetta dello Sport“ am Montag. So schlecht wie in diesem Jahr ist „Super-Mario“ noch nie in eine Saison gestartet. Nur sechsmal stand Balotelli in der Anfangsformation, in 13 Spielen gelangen ihm nur zwei Tore.
Italien setzt auf Offensivtrio
Vor dem Klassiker gegen Frankreich in Parma redete Prandelli seinem „Enfant terrible“ ins Gewissen: „An Mancini liegt es nicht, nur du kannst deine Situation ändern“, betonte der Coach, der auf einen Befreiungsschlag seines zweifellos talentiertesten Stürmers hofft. Unterstützung im Angriff erhält Balotelli von Lazios Antonio Candreva und Stephan El Shaarawy von Milan, der es in zwölf Serie-A-Partien auf acht Treffer brachte.
Nicht dabei ist Roma-Mittelfeldstar Daniele De Rossi nach seinem Faustschlag im Derby gegen Lazio. Für ihn nimmt der Teamchef den Deutsch-Italiener Riccardo Montolivo in der Zentrale noch mehr in die Verantwortung. Auf De Rossis Platz hofft der 21-jährige Debütant Alessandro Florenzi.
„Neue französische Mannschaft“
Bei Frankreich ist Bayern-Flügelflitzer Franck Ribery in seinem 70. Länderspiel das Um und Auf. Die „Les Bleus“ wollen beweisen, dass der viel gefeierte 1:1-Achtungserfolg im WM-Qualifikationsspiel vor knapp einem Monat bei Welt- und Europameister Spanien kein Zufall war. „Wir müssen auf das aufbauen, was wir in Madrid geleistet haben“, sagte Teamchef Didier Deschamps.

APA/EPA/Christophe Karaba
In den Händen von Didier Deschamps befindet sich Frankreich im Aufschwung
Nach vielen Krisen- und Wirrjahren sei am 16. Oktober in Madrid eine „neue Mannschaft geboren worden“, schrieb die Zeitung „Equipe“ am Dienstag. Sie habe das Land „wie in den schönsten Stunden vibrieren lassen“ und den Fans „die schönsten Emotionen seit der Vizeweltmeisterschaft 2006“ in Deutschland beschert. Nun gelte es, „das Versprechen von Madrid einzuhalten“.
Verbesserungen unter Deschamps
Deschamps bremst die Euphorie: „Wir können nicht behaupten, dass wir auf dem gleichen Niveau sind.“ Dennoch hat der Coach viel weitergebracht. „In der Familie der Bleus herrscht ein neuer Geist“, beteuert auch Stürmer Bafetimbi Gomis. Die Arbeit von Deschamps, der nach der Ablösung von Laurent Blanc im Sommer sofort „neue Verhaltensregeln“ aufgestellt hatte, trage bereits Früchte, so der 27-Jährige.
Diese Früchte erntete auch Yoann Gourcuff. Der Spielmacher von Olympique Lyon wurde vom damaligen Trainer Laurent Blanc nicht zur EM in Polen und der Ukraine mitgenommen. Deschamps ist von der Qualität des 26-Jährigen hingegen überzeugt. „Er ist ein einfallsreicher Spieler“, sagte der frühere Kapitän der Franzosen. „Er kann die anderen besser machen.“
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