Getrübte Vorfreude auf Klassiker
Eigentlich ist der Klassiker Niederlande gegen Deutschland ein Prestigeduell. Nach zahlreichen Absagen verliert das Testspiel am Mittwoch (20.30 Uhr) in der Amsterdam Arena aber zunehmend an Glanz. Auf beiden Seiten bleiben Stars aufgrund von Blessuren fern.
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Mesut Özil und Miroslav Klose sagten bei Österreichs WM-Qualifikationsgegner ebenso kurz vor der Reise zum Team ab wie bei „Oranje“ Robin van Persie. Es werde ein Länderspiel zwischen der niederländischen B-Mannschaft und der deutschen C-Truppe, schrieb die Tageszeitung „de Volkskrant“.
Das liege vor allem am November-Termin, meinte Mittelfeldspieler Rafael van der Vaart: „Natürlich fehlen ein paar große Namen. Aber so, wie ich das sehe, werden dennoch zwei gute Teams auf dem Platz stehen.“
Löw muss improvisieren
Joachim Löw ist ohne die fehlenden Özil, Klose, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Jerome Boateng und Marcel Schmelzer zum Improvisieren gezwungen. Nach dem verrückten 4:4 gegen Schweden in der WM-Qualifikation würde dem Bundestrainer ein positiver Jahresabschluss gelegen kommen.

GEPA/Christian Walgram
Götze soll statt Özil Regie führen
Öffentlich infrage stellen wollte die Absagegründe von einer Grippe (Klose) über muskuläre Probleme (Özil) bis hin zu einem unstrittigen Muskelfaserriss (Boateng) im deutschen Lager niemand. Trotzdem trüben die Ausfälle die Vorfreude auf das Duell mit dem Erzrivalen. „Uns ärgert es, weil wir die Spieler nicht hier haben. Man möchte das Jahr immer gerne gut beenden“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff.
Löw muss die großen Lücken mit jungen, unerfahrenen Kräften stopfen. Nach Sven Bender (Borussia Dortmund) und Sebastian Jung (Eintracht Frankfurt) nominierte er auch noch Lewis Holtby (Schalke 04) nach. Mario Götze könnte Özils Spielmacherrolle übernehmen, Marco Reus für Klose ins Sturmzentrum rücken. „Einige Spieler können sich in einem solchen Prestigeduell beweisen“, erklärte der Teamchef.
„Oranje“ wittert Chance auf Revanche
Bei den Niederländern ist die Vorfreude ungebrochen. Die „Elftal“ konnte zuletzt im November 2002 gegen den nicht unbedingt beliebten Nachbarn gewinnen. Vor einem Jahr setzte es ein 0:3 in Hamburg, bei der EM im Sommer in der Gruppenphase in der Ukraine ein 1:2.
Unter Louis van Gaal soll nun die Revanche folgen. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man Spieler zum Gegner hat, die man wie seine Westentasche kennt“, sagte der Ex-Bayern-München-Trainer - obwohl nach den Absagen mit Philipp Lahm und Thomas Müller nur noch zwei seiner ehemaligen Schützlinge im DFB-Kader stehen. Nach der punktelosen EM-Pleite ist Van Gaal glücklich über die Chance, sich mit „den starken Deutschen“ zu messen. „Nach diesem Spiel wissen wir, wo wir stehen“, meinte der Bondscoach, der von 2009 bis März 2011 beim deutschen Rekordmeister tätig war.
Fehlen wird den Niederländern im dritten Duell mit Deutschland innerhalb eines Jahres der am Oberschenkel angeschlagene Goalgetter Van Persie und der verletzte Spielmacher Wesley Sneijder. Trotz vier Siegen in der WM-Qualifikation schob Van Gaal die Favoritenbürde deshalb den Deutschen zu: „Sie sind als Mannschaft weiter als wir.“
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