Themenüberblick

Mittendrin im Konzert der Großen

Mit 15 Jahren und sieben Monaten hat Chiara Hölzl am Sonntag österreichische Sportgeschichte geschrieben: Die Salzburgerin hat sich gemeinsam mit Jacqueline Seifriedsberger, Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern bei der nordischen WM in Val di Fiemme im erstmals ausgetragenen Mixed-Bewerb der Skispringer die Silbermedaille geholt.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die nur 1,50 Meter große Hölzl avancierte damit zur bisher jüngsten Athletin, die für den ÖSV (Damen und Herren) bei einer nordischen WM eine Medaille eroberte. Sie ist auch die jüngste Österreicherin, die jemals bei einer WM der Nordischen an den Start ging.

Thomas Morgenstern, Jacqueline Seifriedsberger, Chiara Hoelzl und Gregor Schlierenzauer (AUT)

GEPA/Wolfgang Jannach

Hölzl (2. von re.) im Kreise ihrer Teamkollegen

Der einen Leid, der anderen Freud’

Damit zeigte sich auch wieder einmal, dass Pech und Glück oft nahe beieinander liegen. Hätte sich Titelverteidigerin Daniela Iraschko im Jänner nicht schwer am Knie verletzt, wäre Hölzl am Sonntag wohl kaum zum Zug gekommen. Andererseits hatte die Salzburgerin mit Rang neun im Einzel-Bewerb schon ganz klar gezeigt, dass in der aktuellen Konstellation im ÖSV-Team kein Weg an ihr vorbeiführt.

„Ich kann es immer noch gar nicht glauben. Ich bin zwar zum Schluss bedeutend besser gesprungen als am Anfang der Saison, aber ich hätte mir nicht gedacht, dass wir mit mir eine Medaille machen. Das ist einfach großartig“, sagte die Handelsschülerin in Stams, die im Alter von acht Jahren auf einer 15-m-Schanze in Schwarzach mit dem Skispringen begonnen hatte.

Nervenstärke wie ein „Oldie“

Die vermeintliche Schwachstelle im Team agierte im entscheidenden Moment aber auch äußerst nervenstark. Nach einem etwas verhaltenen Sprung im ersten Durchgang auf 92,5 Meter legte sie im Finale ordentlich zu - und das, obwohl zwei Helfer, die den Anlauf säuberten, sie in ihrer Anfahrt zum Sprung störten. „Im ersten Moment war ich schon schockiert. Aber ich bin schon vor dem Sprung relativ ruhig geblieben, dass hat mich selbst überrascht“, so Hölzl nach ihrem Satz auf 98,5 Meter.

„Ich freue mich so, ich kann gar nicht mehr aufhören, zu lachen“, sagte die Salzburgerin, die bisher einen einzigen Weltcup-Punkt (Schonach 2013) geholt hat. Von Schlierenzauer und Morgenstern hat sie Autogramme und Poster im Zimmer hängen. Jetzt hat sie mit den beiden österreichischen Sportgrößen WM-Silber gewonnen. „Es bedeutet mir extrem viel, auch dass die Jaci (Seifriedsberger, Anm.) dabei war. Es ist unglaublich, extrem cool.“

„Hat ihr Ding durchgezogen“

Cool fanden den Auftritt ihrer jungen Kollegin auch die nun bereits zweifachen Medaillengewinner von Val di Fieme, Schlierenzauer und Seifriedsberger. „Chiara hat sich als 15-Jährige nicht viel geschissen und ihr Ding durchgezogen. Das hat uns alle überrascht und war sicher ein Schlüssel zur Medaille“, sagte der Tiroler. Und Seifriedsberger fügte hinzu: „Ein Wahnsinn. Ich glaube nicht, dass ich mit 15 die Nerven so behalten hätte“, spielte sie auch auf den Zwischenfall im Anlauf an.

Links: