Keine Reaktion auf Klapfers Einbruch
Der für Österreich enttäuschende Ausgang des WM-Team-Bewerbs der Nordischen Kombinierer soll am Donnerstag (10.00 Uhr und 15.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) vergessen gemacht werden. Christoph Bieler brennt ganz besonders auf den Einzel-Bewerb von der Großschanze bzw. im 10-Kilometer-Langlauf. Der Tiroler war für die Staffel überraschend nicht berücksichtigt worden.
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Dass aus der Wut über die Ausbootung positive Energie werden soll, kündigte Bieler im Ö3-Interview an. Trainer Christoph Eugen wiederum beeilte sich, vor dem dritten Kombinierer-Wettkampf bei der WM in Val di Fiemme zu betonen, dass Bielers „Rückkehr“ in die Mannschaft nichts damit zu tun habe, dass Lukas Klapfer im Team-Bewerb in der Loipe eingebrochen war: „Die Begründung ist wie vor dem ersten Einzel-Bewerb. Diese vier Athleten waren im Weltcup auf dem Stockerl.“
ÖSV-Quartett mit guten Chancen
Eugen meint damit neben Bieler noch Mario Stecher, Bernhard Gruber und Wilhelm Denifl, die allesamt realistische Chancen auf eine Spitzenplatzierung haben. Nach dem sensationellen Silber im ersten Einzel durch Mario Stecher war zuletzt aber nur Rang fünf trotz zwischenzeitlicher Führung im Team-Bewerb gefolgt. Die Bewerbe von der Normalschanze in Predazzo sind abgehakt, nun geht es am Donnerstag und am Samstag um eine gute zweite WM-Hälfte.

APA/EPA/Hendrik Schmidt
Mario Stecher (rechts) und Christoph Bieler ist wieder einiges zuzutrauen
Eugen hat für den Sprint-Abschlussbewerb, für den er nur zwei Leute nominieren kann, eine Tendenz. „Natürlich habe ich mit Mario und Berni Favoriten, die haben in Kuusamo den Sprint gewonnen.“ Nach dem Training am Freitag wird definitiv entschieden. Vizeweltmeister Stecher ist mit Prognosen für den zunächst anstehenden Einzel-Wettkampf jedenfalls vorsichtig: „Da erwarte ich mir überhaupt nichts, weil ich seit Kuusamo keinen Wettkampfsprung auf einer großen Schanze hatte.“
Für Überraschungen immer zu haben
In Bezug auf sein vielfach operiertes Knie bedeuten längerer Anlauf und größere Weiten nicht automatisch mehr Belastung, erklärte der 35-jährige Eisenerzer. Der etwas steilere Aufsprung sei sogar ein Vorteil. Nach dem ersten Großschanzentraining seit langer Zeit ist Stecher schmerzfrei. „Ich kann alles tun, was meinen Sport anbelangt.“ Natürlich sei er für eine Überraschung jederzeit gut, „aber man soll am Boden bleiben und wirklich sagen, ich möchte dabei sein und es genießen.“
Der nun auch für den zweiten Einzel-Bewerb aufgebotene Bieler wollte sich zur Ausbootung im Team, die ihn verärgert hatte, nicht mehr äußern, dafür aber über die Großschanze. „Wenn man sehr gut springt, ist schon einiges möglich“, sagte Bieler, die große Streuung wäre auf dem HS-134-m-Bakken ein Vorteil. Allerdings habe er selbst im Training am Dienstag noch einige Probleme gehabt.
Kritik an starrer Regelung
Bieler findet es zwar besser, dass es nun nur noch einen Team-Bewerb mit vier Athleten gibt. „Aber schade finde ich es, dass man den Team-Sprint nicht so wie im Weltcup für zwei Mannschaften aufmacht. Also ein Team Österreich 1 und 2 ermöglicht“, kritisierte der Tiroler. „Man nimmt da anderen Leuten die Chance, auch um Medaillen mitzukämpfen.“ Auch im Weltcup habe es das schon des Öfteren gegeben, dass eine Nation auch zwei Mannschaften auf dem Podium hatte.
Gruber will es nach dem für ihn enttäuschenden 13. Platz im Einzel besser machen. „Schon nach dem Sprung, der zu früh war, war die Medaillenchance dahin“, erinnerte sich Gruber, dem der große Bakken sehr gefällt. „Nur habe ich noch zu kämpfen gehabt, ich weiß, dass ich es besser kann“, sagte der Gasteiner nach seinem Training. „Läuferisch fühle ich mich ganz okay, aber es ist eine der schwersten Loipen im ganzen Jahr.“ Trotzdem zählt der Sotschi-Sieger und Gesamtweltcup-Dritte natürlich zu den Medaillenanwärtern.
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