„Das ist eine Erfolgsgeschichte“
1999 hat Österreich zum letzten Mal eine nordische WM ausgerichtet. Während es seit damals zwei alpine Weltmeisterschaften (2001 in St. Anton und Anfang Februar in Schladming) in Österreich gab, warten die heimischen Skispringer, Kombinierer und Langläufer seit Jahren auf die Chance, wieder vor eigenem Publikum um Gold, Silber und Bronze zu kämpfen.
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„Die Nordischen hätten sich wieder einmal eine WM verdient. Wir hätten auch gute Veranstalter wie Seefeld, aber auch die Ramsau“, sagte Ernst Vettori, der Sportliche Leiter für Skispringen und Nordische Kombination beim ÖSV, am Dienstag gegenüber der APA. „Ich finde halt, dass Seefeld wieder einmal dran wäre.“
„So eine Großveranstaltung kostet Geld“
„Die wichtigste Voraussetzung ist, dass der Veranstalter da ist und motiviert und überzeugt sagt, wir wollen diese WM.“ Eine WM, die freilich auch Finanzen erfordert. Die Rahmenbedingungen haben sich seit den Titelkämpfen in der Ramsau ebenso geändert wie die rechtliche Situation in der Vermarktung. „So eine Großveranstaltung kostet natürlich mit dem ersten Tag der Bewerbung Geld, das muss jedem klar sein“, sagte Vettori. „Es ist aber ein Rückfluss da, der unbezahlbar ist.“ Allein am Beispiel Schladming habe man gesehen, was das für die Region, aber auch für Österreich bedeutet. „Das ist auf jeden Fall eine Erfolgsgeschichte.“
Den Vorwurf, dass der ÖSV bei den Alpinen einfach mehr Geld lukrieren könne, wollte Vettori nicht gelten lassen. „Nein. Wir haben bis jetzt den Veranstalter nicht, der das wirklich machen will.“ Immerhin habe man dazwischen in Hochfilzen eine Biathlon-WM gehabt, die ja auch nordisch sei, und sei neuerlich Veranstalter der WM 2017. „Trotzdem ist es jetzt meiner Meinung nach wieder an der Zeit, sich um eine klassische nordische WM zu bemühen“, sagte der Tiroler. Meist sind mehrere Bewerbungen nötig, ehe man den Zuschlag erhält.
Seefeld „fit“ für eine WM
Seefeld, das 1985 ebenfalls schon einmal eine erfolgreiche WM veranstaltete, bekundet immer wieder Interesse. Die dortigen Veranstalter wollen eine mögliche Kandidatur im Frühjahr in Ruhe mit der ÖSV-Führung besprechen. „Wir sind fit für eine WM, das haben wir bei den Olympischen Jugendspielen unter Beweis gestellt“, betonte Bürgermeister und OK-Chef Werner Frießer. „Es geht aber auch darum, ob es für den ÖSV aus finanzieller Sicht funktionieren kann.“
Es müsse eine Kosten-Nutzen-Rechnung vorliegen, alleine die Bewerbung koste viel Geld. „Die WM hat eine unglaubliche Dimension erreicht, und Österreich wird nie so ein optimales Pflaster wie Oslo sein“, sagte Frießer. Die Großschanzenbewerbe müssten wie 1985 in Innsbruck oder in Garmisch ausgetragen werden.
Der Ort könne freilich enorm profitieren. Schon die TV-Einschaltquoten der Weltcup-Bewerbe sind europaweit gesehen vielversprechend. So verfolgten laut Frießer 2,57 Millionen Seher die Kitzbühel-Abfahrt live, den Weltcup der Nordischen Kombination in Seefeld, der auf dem wichtigen deutschen Markt auf großes Interesse stößt, hätten demnach vier Millionen Menschen gesehen.
Auch Springer hoffen auf „Heimspiel“
Das ÖSV-Springer-Team würde sich über eine Heim-WM enorm freuen. „Wir hoffen, dass wir in den nächsten Jahren eine WM nach Österreich holen. Wir haben viele Fans und könnten eine ähnliche Stimmung wie in Schladming erzeugen“, so Cheftrainer Alexander Pointner in Predazzo.
Die nächsten Weltmeisterschaften gehen 2015 in Falun (Schweden) und 2017 in Lahti (Finnland) in Szene. Für eine Bewerbung um die Titelkämpfe 2019 ist es schon zu spät, denn die Dossiers müssten bereits am 1. Mai bei der FIS eintreffen. Vor 2021 würde es also in keinem Fall eine WM in Österreich geben.
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