Red-Bull-Wunsch wird nicht erfüllt
Die Reifen haben in der erst vier Rennen alten Formel-1-Saison schon für mächtig Ärger bei den Teams gesorgt. Vor allem Red Bull Racing und Mercedes beschwerten sich über den zu schnellen Verschleiß und die dominante Rolle, die die Pneus bisher spielten. Reifenlieferant Pirelli nahm die Kritik zur Kenntnis, reagierte allerdings nur minimal. Lediglich der harte Reifen wurde geändert.
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Pirelli hatte sämtliche Reifenvarianten für diese Saison im Gegensatz zum Vorjahr eine Nummer weicher - und damit noch kurzlebiger - gemacht. Ab dem nächsten Rennen, dem Grand Prix von Spanien in Montmelo bei Barcelona (12. Mai), wird der härteste der vier Slicks „haltbarer“ und entspricht damit eher jener Gummimischung, mit der man 2012 fuhr. Die anderen drei Reifentypen (Medium, Soft, Supersoft) bleiben unverändert.

GEPA/XPB Images/Moy
Die neue harte Gummimischung kommt früher auf Betriebstemperatur
„Wir haben die ersten vier Saisonrennen evaluiert und nach Absprache mit allen Teams beschlossen, wie im Vorjahr ab Spanien den harten Reifen zu ändern“, erklärte nun Pirellis Motorsportdirektor Paul Hembery. Der neue harte Reifen wird - neben dem Medium - in Barcelona das erste Mal eingesetzt. In Monaco (26. Mai) wird wie zuletzt üblich auf Soft und Supersoft gefahren, in Kanada (9. Juni) auf Medium und Supersoft.
Vettel und Lauda schimpften
Die beiden eher weichen Mischungen sind zwar schneller auf eine Runde, zeigen aber schon nach kurzer Zeit Auflösungserscheinungen. Besonders die Autos von Red Bull und Mercedes beanspruchen die Reifen enorm, weshalb Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda den schnellen Reifenabbbau sogar als „indiskutabel“ bezeichnete. Dagegen gehen der Lotus von Kimi Räikkönen und der Ferrari von Fernando Alonso deutlich schonender mit den Pneus um.
„Es hat im Moment nicht viel mit Rennfahren zu tun, wenn man das ganze Rennen nur auf die Reifen auslegt“, hatte Vettel noch nach dem dritten Saisonlauf in China geschimpft. Der Grand Prix in Schanghai hatte sich zur Reifenlotterie entwickelt. „Man kann nicht so schnell fahren, wie es das Auto zulässt“, hatte Vettel moniert. Eine Woche später gewann der dreimalige Weltmeister allerdings in Bahrain und kam unerwartet gut mit den Reifen zurecht.
Pirelli in Strategie bestärkt
Gerade das Rätsel über die richtige Reifentaktik führte bisher wie im Vorjahr zu spannenden Rennen mit vielen Führungswechseln. Das ist ganz im Sinne von Chefvermarkter Bernie Ecclestone. So sah sich wohl auch Pirelli bestärkt, weitgehend bei seiner bisherigen Strategie zu bleiben und nur den harten Reifen zu ändern. „Das haben wir auch schon vor zwei Jahren so gemacht“, sagte Hembery.
Die neue harte Gummimischung wird jener des Vorjahres ähneln, ist aber keineswegs generell langlebiger. Die Pneus kommen künftig nur früher auf die Betriebstemperatur, bei der sie am besten auf dem Asphalt kleben und damit gute Rundenzeiten ermöglichen. „Das Ziel ist es, den Teams eine größere Bandbreite von Strategien zu ermöglichen“, erklärte Hembery, womit Vettel und Co. weiter als Reifentüftler gefordert sind.
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