Erste Chance auf Sensation
Für Österreichs Nationalteam geht es am Freitag in das erste von drei Spielen unter dem Motto David gegen Goliath. Gegen die Slowakei (15.15 Uhr live in ORF eins und im Livestream) hat die Mannschaft von Teamchef Emanuel Viveiros die erste Chance, nach den Überraschungen von Frankreich und Lettland ebenfalls eine Sensation zu schaffen.
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Das österreichische Team konnte bisher zwar mit guten Leistungen überzeugen, aber nur gegen Lettland kam mit einem Sieg etwas Zählbares heraus. Da die Balten aber gegen die Slowakei 5:3 gewannen, müssen die Österreicher wieder vehement um das Ticket für die WM 2014 in Minsk zittern. Nun hofft die rot-weiß-rote Truppe, dass zu guten Leistungen gegen die drei „Großen“ auch das nötige Glück zurückkommt, um eine Überraschung zu liefern. „Wir können die Slowakei schlagen oder einen Punkt holen“, ist Viveiros überzeugt.
Hoffen auf müden Gegner
Die nötigen Voraussetzungen für Punktezuwachs sind wieder die gleichen: eine gute Defensive, ein starker Torhüter und eine bessere Chancenauswertung, nicht zuletzt im Powerplay. „Natürlich werden wir gegen jeden der kommenden Gegner Underdog sein, aber wenn wir weiter so kämpfen, sie frustrieren, sie Strafen nehmen lassen und das Überzahlspiel besser wird, dann kann was drin sein“, meinte Thomas Vanek, dessen Mutter ursprünglich aus der Slowakei stammt. Familiäre Bande hat der NHL-Stürmer aber nur noch nach Tschechien, dem Herkunftsland seines Vaters.

GEPA/Wolfgang Jannach
Thomas Vanek hofft wie gegen die Letten wieder auf einen Torerfolg
Als Außenseiter mit Ambitionen sehen sich auch andere Spieler. „Die Chancen in den nächsten drei Spielen liegen eher bei den anderen, aber wir schauen, dass wir noch einen Punkt herausholen. Wer weiß, mit einer super Defensivleistung und Glück auf unserer Seite kann das schon hinhauen“, war sich Thomas Pöck mit Vanek einig. Andre Lakos pflichtete bei: „Wir haben absolut noch die Chance, dass wir punkten. Die Russen sind aber ein großer Brocken. Von denen brauchen wir nicht reden. Aber ich denke, wenn wir uns weiter steigern, dann ist noch alles möglich.“
Erstmals bei diesem Turnier könnte auch der Spielplan kein Nach-, sondern ein kleiner Vorteil sein. Die Slowaken mussten 20 Stunden vor der Partie gegen Österreich am Donnerstagabend gegen Lettland ran, während Österreich spielfrei war. Dass zwei Spiele hintereinander viel Energie kosten, haben die Österreicher am Mittwoch gespürt. „Das könnte ein Vorteil sein, das hat man bei uns gegen Deutschland gesehen. In den ersten zwei Dritteln waren wir spritzig, im Schlussdrittel hat das gefehlt“, gestand Viveiros.
Slowakei ältestes Team
Die Slowakei hat vor Österreich die älteste Mannschaft des Turniers. Angeführt wird das Team von den „Oldboys“ Jozef Stümpel (40) und Kapitän Miroslav Satan (38). Das Duo und Torhüter Ratislav Stana (33) sind die letzten Spieler der „Goldenen Generation“, die 2002 WM-Gold gewonnen hat. Mit Andrej Sekera, Vaneks Freund und Clubkollege bei den Buffalo Sabres, und Tomas Kopecky von den Florida Panthers hat Teamchef Vladimir Vujtek auch zwei NHL-Spieler dabei.

AP/LEHTIKUVA, Jussi Nukari
Mit Miroslav Satan hat die Slowakei einen echten Routinier in ihren Reihen
Vujtek setzt auf elf Spieler, die im Vorjahr an gleicher Stelle überraschend die Silbermedaille gewonnen haben. In den Jahren davor hatte es für die Slowaken allerdings nicht mehr so geklappt wie zu Beginn der 2000er Jahre. Damals war die Slowakei Stammgast im Viertelfinale und holte neben Gold 2002 noch Silber 2000 und Bronze 2003. Von 2008 bis 2011 verpassten die Slowaken jeweils das Viertelfinale und belegten nur Plätze zwischen zehn und 13. Österreichs einziger WM-Sieg gegen die Slowakei liegt schon 17 Jahre zurück. 1996 in Wien gewann Österreich mit 2:1.
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