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Frankreich und Lettland überraschen

Österreichs Chancen auf den WM-Klassenerhalt sind am Donnerstag in Helsinki beträchtlich gesunken. Die spielfreien Österreicher mussten mitansehen, wie ihre schärfsten Konkurrenten Lettland und Frankreich überraschende Siege feierten. Das bis dahin punktelose Lettland bezwang Vizeweltmeister Slowakei mit 5:3, Frankreich feierte einen sensationellen 2:1-Erfolg über Titelverteidiger Russland.

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Damit scheint Frankreich mit nun sechs Punkten außer Reichweite, Lettland hält bei drei Zählern und schloss damit zu Österreich auf. Die ÖEHV-Auswahl liegt dank des gewonnenen direkten Duells weiter vor den Balten, hat aber noch das beträchtlich schwerere Restprogramm. Österreich trifft noch auf die Slowakei (Freitag), Finnland (Samstag) und Russland (Montag), während Lettland noch die Partien gegen Deutschland, Frankreich und Finnland ausständig hat.

Penalty des Letten Lauris Darzins gegen Slowakei-Tormann Rastislav Stana

Reuters/Grigory Dukor

Lettlands Darzins schoss die Slowakei mit drei Toren fast im Alleingang k. o.

Lettland legt furios los

Vor allem der Erfolg der bis dahin punktelosen Letten spielte dem ÖEHV-Team überhaupt nicht in die Karten, wobei sich eine Überraschung bereits nach dem ersten Drittel anbahnte. Die Letten gingen schon nach 15 Sekunden durch Martins Cipulis in Führung, den Slowaken gelang aber nur 68 Sekunden später durch Tomas Zaborsky der Ausgleich (2.). Lauris Darzins mit einem Penalty (14.) und das von den Buffalo Sabres gedraftete, 19-jährige Supertalent Zemgus Girgensons im Powerplay (18.) sorgten aber für eine 3:1-Führung der Letten.

Tomas Surovy gelang der Anschlusstreffer (37.), doch ein ins eigene Tor abgefälschter Pass von Darzins warf die Slowaken wieder zurück (39.). Nur 25 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels vollendete Kapitän Darzins seinen Hattrick und besiegelte den Sieg. Den Slowaken, die um den Einzug ins Viertelfinale bangen müssen, gelang in der letzten Minute durch Surovy (60./PP) nur noch Ergebniskosmetik. Bleibt zu hoffen, dass die Slowaken auch am Freitag (15.15 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) gegen Österreich solch eine Leistung bringen.

„Unglaublicher Erfolg“ für Frankreich

Noch überraschender war der erste Sieg von Frankreich über die diesmal lustlos wirkenden Russen in der WM-Geschichte. Entsprechend euphorisch ging es nach der Partie bei den Franzosen zu. „Es ist schwer, das in Worte zu fassen“, meinte Teamchef Dave Henderson. „Es ist ein unglaublicher Erfolg für das französische Eishockey, es ist so fantastisch, dass wir den Weltmeister und die besten Spieler der Welt geschlagen haben. Als kleine Kinder haben wir die Russen bewundert und von einem Sieg gegen sie geträumt“, sagte Henderson.

Für die im WM-Verlauf bisher so souveränen Russen bedeutete indes die Blamage das Ende einer stolzen Serie. Der Rekordweltmeister war seit 13 WM-Spielen in Folge ungeschlagen. Letztmals nicht gewonnen hatte die „Sbornaja“ das Spiel um Platz drei 2011 gegen Tschechien. Zinetula Biljaletdinow, Russlands Teamchef, gab sich bei der Pressekonferenz wortkarg. „Es ist schwer zu erklären“, meinte er nur und antwortete auf die Frage nach der Erwartung für das Spiel gegen Finnland am Freitag ebenso kurz angebunden: „Hoffentlich besser.“

Vincent Bachet, Brian Henderson (FRA), Sergei Mozyakin (RUS) und Florian Hardy (FRA)

GEPA/Wolfgang Jannach

Das französische Tor war für die Russen wie vernagelt

Frankreich stellt Spiel auf den Kopf

Eine Steigerung gegen Finnland wird dringend notwendig sein, denn gegen die Franzosen kamen die Russen von Beginn an nicht richtig auf Touren. Nach einem torlosen Auftaktdrittel schien die Partie im zweiten Abschnitt allerdings dann doch den erwarteten Verlauf zu nehmen. Alexander Pereschogin brachte den Weltmeister in der 27. Minute in Führung, nachdem wenige Sekunden davor Alexander Radulow einen Penalty vergeben hatte.

Die Franzosen, die sich vor wenigen Tagen 3:1 gegen Österreich durchgesetzt hatten, ließen aber nicht die Köpfe hängen und kamen zum schnellen Ausgleich durch Damien Fleury (27.). Antoine Russell, einziger NHL-Spieler im Kader der Franzosen, schoss den krassen Außenseiter sogar in Führung (37.). Im Schlussdrittel verteidigten die Franzosen um Torhüter Florian Hardy den knappen Vorsprung erfolgreich.

Eishockey-WM, Donnerstag

Gruppe B:

Slowakei - Lettland 3:5

(1:3 1:1 1:1)

Tore: Zaborsky (2.), Surovy (37., 60./PP) bzw. Cipulis (1.), Darzins (14./Penalty, 39., 41.), Girgensons (18./PP)

Russland - Frankreich 1:2

(0:0 1:2 0:0)

Tore: Pereschogin (27.) bzw. Fleury (30.), A. Roussel (37.)

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