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Assistent Schmid enttäuscht

Mit der Bestellung von Nenad Bjelica zum neuen Coach der Wiener Austria ist am Montagvormittag für den bisherigen „Co“ Manfred Schmid der Traum vom Aufstieg zum Cheftrainer vorerst geplatzt. Für die Spieler, die sich - mit Ausnahme der Nationalteamakteure - anlässlich des Trainingsauftakts zu Leistungstests in der Akademie einfanden, kam die Entscheidung unerwartet.

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„Wir waren sehr überrascht“, sagte Mittelfeldmann Alexander Gorgon. „Thomas Parits hat das heute um 10.00 Uhr verkündet, alle haben es gut aufgenommen. Die Austria hat das sehr gut gemacht, dass der Name erst heute aufgetaucht ist“, so Gorgon. Seine Erwartungen an Bjelica: „Er hat beim WAC sehr gute Arbeit geleistet, das erhoffen wir uns auch hier.“ Wer bei Bjelica den Assistenten geben wird, stand am Montagmittag noch nicht fest. Er würde gerne seinen bisherigen Kotrainer Slobodan Grubor vom WAC mitbringen, Vereinsboss Dietmar Riegler will ihn allerdings nicht ziehen lassen.

Keine Beförderung für Schmid

Weit weniger erfreulich war die morgendliche Botschaft für Schmid. Der sah sich selbst reif für den nächsten Schritt, er hatte daher schon am Samstag seinen Vertrag gekündigt. Der Verein aber sieht den 42-Jährigen noch in einer anderen Rolle. „Ich bin in Italien am Strand gelegen und habe mir gedacht, dass es ein schwerer Schritt werden könnte, in die erste Rolle zu schlüpfen. Aber ich will beweisen, dass ich bereit bin“, sagte er, nachdem er sich von den Spielern mit einer Umarmung verabschiedet und einen finalen Applaus erhalten hatte.

Mannschaft von Austria Wien beim Training

GEPA/Christian Ort

Schmid wurde von den Austria-Spielern herzlich verabschiedet

Schmid fühlt sich nicht richtig eingeschätzt. „Jeder spricht mir fachliche Kompetenz zu, das andere hätte ich gelernt“, meinte der Wiener in Anspielung auf seine vermeintlich geringe Versiertheit im Umgang mit der Öffentlichkeit. „Die Vereine wären gut beraten, die Fachkompetenz in den Vordergrund zu stellen“, betonte er. Von Ärger könne aber keine Rede sein. „Es hätte wohl großen Mut gebraucht, um einen Manfred Schmid zum Cheftrainer zu machen. Ich verstehe das, wenn man sagt, wir wollen auf der sicheren Seite sein. Ich gehe nicht im Groll. Mein Herz hängt an diesem Verein.“

Mit Stöger nach Köln?

Schmid will nun die Möglichkeit sondieren, die Zusammenarbeit mit Stöger in Köln fortzusetzen. „Wenn ich Kotrainer bleibe, dann bei Peter Stöger.“ Der habe sich bisher zwar noch nicht gemeldet, „ich glaube aber, dass das Angebot steht. Ich muss mir das jetzt ganz genau überlegen, viele Gespräche führen und mir dann ganz klar werden, wie es weitergeht.“ Verteidiger Emir Dilaver kann die Entscheidung Schmids nachvollziehen. „Ich verstehe ihn, er ist auch eine Führungspersönlichkeit und kann so etwas.“ Er hoffe, „dass Bjelica das macht, was er beim WAC getan hat, und uns weiterbringt“.

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