Packender Sieg gegen Zenit St. Petersburg
Angefeuert von 2.900 Fans haben die „Jungveilchen“ der U19-Mannschaft der Wiener Austria Mittwochmittag einen großen Erfolg für den österreichischen Fußballnachwuchs gefeiert. In der Generali-Arena wurde Zenit St. Petersburg durch Tore von Peter Michorl (17.) und Nikola Zivotic (70.) knapp 2:1 (1:1) geschlagen und damit der Aufstieg ins Achtelfinale unter die Top-16-Teams der UEFA Youth League geschafft.
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Der Gruppenletzte St. Petersburg war nicht der erhofft schwächste Gegner in der Champions League für Fußballjunioren. Warum die körperlich sehr robusten Russen mit nur einem Remis und vier Niederlagen aus fünf Spielen im Gepäck nach Wien gekommen waren, erschien rätselhaft. Auf dem Platz war über 90 Minuten nur wenig Unterschied zwischen den Teams erkennbar. Die individuelle Klasse von Sascha Horvath, Zivotic, Michorl und vor allem Tormann Osman Hadzikic stellte am Ende aber Austrias Überwintern in der Youth League sicher.
Diese Spieler ragten aus einem geschlossen guten Kollektiv mit einer sicheren Abwehr noch einmal heraus. „Wenn wir das vorher gesagt hätten, hätte man uns eingeliefert“, freute sich Trainer Herbert Gager über die Leistung seiner Schützlinge. Den Gegner erfahren die Austrianer am Montag. Das Achtelfinale wird nur in einem K.-o.-Spiel ausgetragen, als Gruppenzweiter hinter Atletico Madrid, das den FC Porto zum Abschluss mit 3:2 bezwang, müssen die Wiener auswärts antreten.
Zenit fordert Austria
Der Beginn der Partie verlief zunächst so gar nicht nach den Vorstellungen der Austria. Pawel Dolgow brachte den Tabellenletzten in der zwölften Minute 1:0 in Führung. Nur wenige Minuten später war die Welt für die „Jungveilchen“ und ihre Fans in der Austria-Arena aber wieder in Ordnung. Michorl zog in der 17. Minute aus 18 Metern ab und ließ mit seinem Schuss in die untere rechte Ecke dem Zenit-Tormann keine Chance. Das Publikum feuerte die Austria-Talente mit „Come on, Austria“-Rufen an und begleitete jede Ballstaffette mit „Oh“.

GEPA/Christian Ort
Michorl trifft zum Ausgleich
In der Folge kontrollierte die Gager-Elf vor der bis auf den letzten Platz gefüllten Südtribüne des Austria-Stadions das Geschehen auf dem Platz - unterbrochen von wenigen Zenit-Gegenstößen. Dem 2:1 waren die Russen dennoch näher. So wie Torschütze Dolgow mit seinem Kopfball in der 36. Minute, den Austria-Goalie Hadzikic noch aus der kurzen Ecke tauchen konnte. Der hoch talentierte Hadzikic verhinderte nur zwei Minuten später wieder das mögliche 2:1 gegen den anstürmenden Dolgow.
Spannende zweite Hälfte
Der Austria-Nachwuchs bemühte sich weiterhin den gut gestaffelten Zenit-Abwehrriegel auszutricksen, der letzte Haken, der letzte Pass gelang jedoch nie nach Wunsch. Der Halbzeitstand von 1:1 hätte für die Austria nur dann bereits zum Aufstieg gereicht, wenn der Gruppendritte Porto seine eine Stunde später angesetzte Partie gegen Leader Atletico nicht gewinnt. Für eine spannende zweite Hälfte war gesorgt.
„Das Herz schlägt höher als sonst, aber die Jungs machen das bisher tadellos“, meinte Austria-Nachwuchsleiter Ralf Muhr dennoch voller Zuversicht. Beinahe hätte ein schwerer Schnitzer von Michael Blauensteiner Muhrs Optimismus gleich nach Wiederanpfiff getrübt, aber Hadzikic war bei einem St. Petersburger „Schüsschen“ aus nächster Nähe auf dem Posten. In der Offensive lief das Spiel bei den Wienern meist über Kapitän Horvath und Stürmer Zivotic.
Dynamisches Duo erlöst Austria
Die große Chance zur Führung hatte dann wieder die Austria. Im Fünfer des Gegners wurde wild um den Ball gestochert, der wollte jedoch nicht über die Linie. In der Folge waren die Violetten vor allem mit Weitschüssen durch Zivotic (59.) und Valentin Grubeck (60.) gefährlich. Einen gut angetragenen Zlatkovic-Freistoß machte Zenit-Tormann Aleksandr Wjasutin zunichte (62.).
Die Zeit lief der Austria davon, denn Porto führte zu diesem Zeitpunkt in Madrid gegen Atletico 1:0 und wäre damit in der Tabelle der Gruppe G vor den Österreichern gelegen. Dass die Wiener ihre Träume vom Aufstieg nicht begraben mussten, verhinderte einmal mehr Hadzikic mit einer Fußabwehr gegen Dolgow.
Dann ließ aber Horvath seine Klasse aufblitzen. Er setzte sich rechts gegen zwei Zenit-Verteidiger durch. Seinen gefühlvollen Heber verwertete Zivotic mit einem ebenso gefühlvollen Kopfball über Wjasutin hinweg zum umjubelten 2:1 (70.). Eine lange Schlussphase begann für die „Veilchen“. Die dynamischen Russen blieben im Konter gefährlich, doch Hadzikic hielt den Sieg und damit den Aufstieg der Austria fest.
Martin Wagner, ORF.at
UEFA-Youth-League, Gruppe G
Mittwoch:
Austria - Zenit St. Petersburg 2:1 (1:1)
Wien, Generali-Arena, 2.867 Zuschauer, SR Derenow (MDA)
Tore: Michorl (17.), Zivotic (70.) bzw. Dolgow (12.)
Austria: Hadzikic - Gluhakovic, Widni, Blauensteiner, Jonovic - Zlatkovic, Michorl - Zivotic (91./Cancola), Horvath, Prokop (84./Endlicher) - Grubeck (69./Kvasina)
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