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Slalomkrimi mit glücklichem Ende

Nach der großen Kristallkugel hat sich ÖSV-Superstar Marcel Hirscher am Sonntag auch die kleine im Slalom gesichert. Der 25-jährige Salzburger gewann den letzten Bewerb der Saison in Lenzerheide nach grandioser Darbietung 0,76 Sekunden vor dem Deutschen Felix Neureuther, der auch im Spezialweltcup nur 15 Punkte hinter dem Salzburger letztlich Zweiter wurde.

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Als Führender nach dem ersten Durchgang behielt Hirscher im letzten Rennen der Weltcup-Saison auch in der Entscheidung den Überblick, baute den minimalen Vorsprung von sechs Hundertstelsekunden auf Neureuther in den Wannen der weichen Piste sogar noch aus und schwang im Ziel jubelnd ab. Für Hirscher war es nach drei großen Kristallkugeln in Serie die dritte kleine nach jenen im Slalom in der vergangenen Saison und im Riesentorlauf vor zwei Jahren.

Marcel Hirscher mit der Slalomkugel

APA/Barbara Gindl

Hirscher strahlte mit der kleinen Kristallkugel

Alles riskiert, alles gewonnen

„Ich wusste, dass Felix vorne war, da gab es für mich nur mehr alles oder nichts“, sagte Hirscher. „Wenn Punkte keine Rolle mehr spielen, sondern nur das Ergebnis, tue ich mir beim Fahren auch leichter. Bei den Rillen im unteren Teil hatte ich Glück, dass ich überhaupt im Rennen geblieben bin. Genau genommen hätte ich mir nicht gedacht, dass ich den Felix heute biegen kann“, so Hirscher, der bis zum letzten Meter hasardierte. Der Erfolg gab ihm recht. „Mit der kleinen Kugel hat sich ein großer Wunsch erfüllt, es ist perfekt.“

Neureuther gab sich letztlich als fairer Verlierer und gratulierte Hirscher, einem guten Freund: „Marcel war heute der verdiente Sieger, er ist im zweiten Durchgang sehr stark gefahren, er ist der beste Slalom-Fahrer der Welt.“ Am Samstag war er im Riesentorlauf 1/100 Sekunde vor Hirscher auf Platz drei gelandet, damit hatte der Salzburger die kleine Kugel für die Disziplinenwertung um diesen Wimpernschlag an den US-Amerikaner Ted Ligety verloren.

Olympiasieger Mario Matt belegte im finalen Slalom als zweitbester Österreicher 1,08 Sekunden hinter Hirscher noch den dritten Rang, Manuel Feller (+ 3,83) schwang auf dem 15. Platz ab. Pech hatten hingegen Reinfried Herbst und Benjamin Raich, die ausschieden. Herbst scheiterte als Achter nach Lauf eins im zweiten nach klarer Zwischenbestzeit im Schlusshang, Raich (7.) fuhr in der Entscheidung nach wenigen Metern an einem Tor vorbei.

Kritik an der Kurssetzung

Nach dem ersten Durchgang war die Kurssetzung von Michael Pircher, dem Trainer Hirschers, von deutscher Seite heftig kritisiert worden. Erbost war freilich auch Neureuther. „Das ist die größte Frechheit, die ich jemals gesehen habe. So etwas macht den Slalom-Sport kaputt. Das hat wenig mit Fairness und Slalom-Sport zu tun. Gratuliere ÖSV, das habt’s gut hingekriegt“, sagte der Deutsche. „Das war eine Frechheit, was da abgelaufen ist.“

Der mit Saisonende scheidende FIS-Renndirektor Günther Hujara, ein Landsmann Neureuthers, sah das genauso. „Wir haben jahrelang hart daran gearbeitet - an der Präparierung, dem Material und an der Kurssetzung, dass der Slalom die dynamische Sportart wird, die er ist. Der Slalom ist jetzt ein Highlight des alpinen Weltcups. Aber solche taktische und strategische Kurssetzungen gehen über das Limit, da heiligt der Zweck nicht mehr die Mittel. Würde die Jury so eine Leistung bringen, müsste sie nach Hause gehen.“

Pircher verteidigte sich: „Als ich den Kurs setzte, waren die Mitglieder der Jury dabei. Es gab keine Kritik. Sie hätten ja sagen können, dass der Kurs unfahrbar oder sonst was ist. Damit hätte ich kein Problem gehabt. Nachher ist es einfach, gescheit daherzureden.“ Hirscher nahm die Diskussion wiederum gelassen und meinte mit Verweis auf die äußeren Bedingungen: „Es ist sicher schwer zu fahren gewesen. Der wirkliche Spaßkiller war aber eher die Piste.“ Sie war weich und nach wenigen Fahrern gebrochen. Der zweite Durchgang war von Johan Brolenius aus Schweden gesetzt worden.

Herren-Slalom in Lenzerheide

Endstand:
1. Marcel Hirscher AUT 2:07,74
2. Felix Neureuther GER 2:08,50
3. Mario Matt AUT 2:08,82
4. Stefano Gross ITA 2:09,64
5. Markus Larsson SWE 2:09,96
6. Axel Baeck SWE 2:10,02
7. Manfred Mölgg ITA 2:10,20
8. Patrick Thaler ITA 2:10,23
9. Alexis Pinturault FRA 2:10,51
10. Ivica Kostelic CRO 2:10,64
11. Henrik Kristoffersen NOR 2:10,68
12. Ted Ligety USA 2:10,89
13. Jean-Baptiste Grange FRA 2:11,09
14. Steve Missillier FRA 2:11,24
15. Manuel Feller AUT 2:11,57
16. Sebastian-Foss Solevaag NOR 2:12,10
17. Anton Lahdenperä SWE 2:12,80
18. David Chodounsky USA 2:13,14
19. Naoki Yuasa JPN 2:13,15
Erster Durchgang:
1. Marcel Hirscher AUT 1:06,99
2. Felix Neureuther GER 1:07,05
3. Mario Matt AUT 1:08,02
4. Jean-Baptiste Grange FRA 1:08,72
5. Henrik Kristoffersen NOR 1:08,82
6. Stefano Gross ITA 1:08,85
7. Benjamin Raich AUT 1:09,11
8. Reinfried Herbst AUT 1:09,20
9. Manfred Mölgg ITA 1:09,21
10. Patrick Thaler ITA 1:09,30
17. Manuel Feller AUT 1:11,60
Zweiter Durchgang:
1. Manuel Feller AUT 59,97
2. Sebastian-Foss Solevaag NOR 1:00,03
3. Axel Baeck SWE 1:00,20
4. Markus Larsson SWE 1:00,31
5. Steve Missillier FRA 1:00,55
6. Ted Ligety USA 1:00,66
. Naoki Yuasa JPN 1:00,66
8. David Chodounsky USA 1:00,71
9. Marcel Hirscher AUT 1:00,75
10. Stefano Gross ITA 1:00,79
11. Mario Matt AUT 1:00,80
17. Felix Neureuther GER 1:01,45
Out: Reinfried Herbst, Benjamin Raich (beide AUT), Bode Miller (USA), Alexander Khoroshilov (RUS), Luca Ärni (SUI)

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