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Was Fenninger und Hirscher verbindet

Unter den Klängen der österreichischen Bundeshymne haben Anna Fenninger und Marcel Hirscher am Sonntag neben den kleinen Kristallkugeln für Riesentorlauf und Slalom auch die große entgegengenommen. Erstmals seit zwölf Jahren, als Michaela Dorfmeister und Stephan Eberharter zugeschlagen hatten, stellt Österreich wieder beide Weltcup-Gesamtsieger.

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Gemeinsam durften Fenninger und Hirscher in Lenzerheide die Kugeln stemmen. War es für Hirscher schon die dritte in Folge, gab Fenninger ihr Debüt auf der obersten Stufe des Weltcup-Podests. „Sie ist schon sehr schwer“, sagte die 24-Jährige. „Jeder sagt, dass man trainieren muss, um sie stemmen zu können. Aber die ganzen Emotionen halfen mir, sie hochzuheben“, schmunzelte Fenninger.

Anna Fenninger und Marcel Hirscher mit Kristallkugeln

Reuters/Leonhard Foeger

Hirscher und Fenninger durften sich entspannt zurücklehnen

Wie in einem Film und unvergesslich

Alles sei wie in einem Film und die Eindrücke unvergesslich gewesen. „Als ich oben auf dem Podest stand und die Kugel hatte, war es sehr emotional. Und dann gehen dir so viele Gedanken durch den Kopf: Ich bin nun die beste Skiläuferin der Welt. Ich kann gar nicht glauben, dass das wahr ist“, so Fenninger, die seit dem Olympiasieg im Super-G und Olympiasilber im Riesentorlauf auch im Weltcup nicht mehr zu stoppen war.

Was ihr beim Empfang der großen Kugel durch den Kopf schoss? „Ich habe darüber nachgedacht, was alles passiert ist. Bis zur Kugel waren es einige Jahre harter Arbeit. Ich möchte die harten Zeiten aber auch nicht missen. Es war ein Kampf mit mir selbst, als ich in den Weltcup gekommen bin. Ich musste in dieser Zeit so viel lernen. All das macht dich stark. Nun weiß ich, was ich tun muss, um stark zu sein.“ Und den Erfolg wolle sie jetzt einfach nur genießen.

Harte Arbeit von Erfolg gekrönt

Hirscher war sogar der erste Österreicher, dem dieser Weltcup-Erfolg, die große Kristallkugel, zum dritten Mal in Serie gelang. Das war zuvor nur dem Italiener Gutav Thöni, dem Schweden Ingemar Stenmark und dem US-Amerikaner Phil Mare gelungen. „Wenn ich diese Namen höre, klingt das nicht schlecht. Das ist brutal, aber nicht so wichtig. Am wichtigsten ist, dass ich die Kugel habe“, schnaufte der 25-Jährige tief durch.

Wie für Fenninger war es auch für Hirscher ein hartes Stück Arbeit. „Es war sicher die schwerste Kugel. Die erste hat sich einfach ergeben, die vergangene Saison war dann brillant, da hat alles funktioniert. Diesmal hat es schon ein bisschen gezwickt“, sagte Hirscher. Dass er als erster Österreicher dreimal in Serie die große Kugel stemmen durfte, sei zwar unglaublich. „Es ist aber noch zu wenig Zeit vergangen, um so viel über meine Gefühle oder Eindrücke sagen zu können.“

Anna Fenninger und Marcel Hirscher

Reuters/Leonhard Foeger

Erleichterung und Freude bei den österreichischen Kristallkugelsammlern

„Marcel ist da schon fast ein Routinier, unglaublich, dass er es dreimal hintereinander geschafft hat. Ich glaube, er freut sich auch, dass ich neben ihm stehe“, assistierte Fenninger. Hirscher ließ sich da nicht lumpen und legte gleich nach. „Ich gratuliere ihr zu dieser Saison, sie ist brillant. Gold bei Olympia und der Gesamtweltcup, das ist wirklich cool“, zollte er Fenninger Respekt. Hirscher hatte es im Olympiaslalom immerhin zur Silbermedaille gebracht.

Erinnerung an gemeinsame Tage

Neben der erfolgreichen Gegenwart verbindet die ÖSV-Stars aber auch die gemeinsame Vergangenheit. Beide sind 1989 in Hallein geboren, Hirscher drei Monate früher. Er wuchs in Annaberg im Lammertal auf, Fenninger im 46 Kilometer entfernten Adnet. Als Tennengauer drückten sie in der Hotelfachschule Bad Hofgastein gemeinsam die Schulbank, fuhren in der Kindheit sogar gegeneinander Skirennen - und stemmten nun gleichzeitig die großen Kugeln für den Gesamtweltcup.

Fenninger und Hirscher erinnerten sich im Moment des gemeinsamen Erfolgs gerne an die Anfänge. „Wir sind Kinder- und Schülerrennen gegeneinander gefahren. Ich könnte jetzt aber nicht sagen, ob ich ihn einmal besiegt habe. Aber wir haben zusammen gekämpft und hatten viel Spaß miteinander“, erzählte Fenninger, die in jungen Jahren von ihrem Vater unterstützt und begleitet wurde, ehe sie sich in ÖSV-Obhut sehr gut aufgehoben fand. Vater Ferdinand Hirscher ist nach wie vor als Trainer an der Seite seines Sohnes.

Auch Hirscher kann sich noch genau an die kleine Anna erinnern. „Ich kenne sie, seit sie ein kleines Mädchen war. Seit wir fünf, sechs Jahre waren, sind wir zusammen Rennen gefahren. Und danach hatten wir annähernd das gleiche Problem. Als wir so jung waren, haben die Leute und Insider und Experten so viel von uns erwartet, dass wir es schaffen werden - so wie wir es jetzt auch tun. Aber es ist nicht leicht, wenn schon in so jungen Jahren so viel erwartet wird“, sagte Hirscher.

Sich wohlfühlen in der Nähe des anderen

Zwei Jahre drückten Fenninger und Hirscher als Schüler dann auch die Schulbank in derselben Klasse. „Und am Nachmittag war Training, da hat man dann fast den ganzen Tag miteinander verbracht und einiges erlebt. Da ist es voll cool, jetzt so einen Erfolg teilen zu können. Obwohl ihn jeder für sich erarbeitet hat. Aber es ist doch schon speziell, das mit so einer Person erleben zu dürfen“, sagte Fenninger.

Sie müssen aber nicht zwingend im selben Jahr den Gesamtweltcup gewinnen, um einander zu treffen. „Im Dezember und Jänner haben wir ein paar Tage auf der Reiteralm trainiert. Das Verhältnis ist natürlich schon anders geworden, früher hatten wir mehr Zeit miteinander. Jetzt schaut jeder auf sich selbst. Aber was wir miteinander erlebt haben, geht deswegen nicht weg. Man spürt, dass man sich besser kennt und sich in der Nähe des anderen wohlfühlen kann“, so Fenninger.

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