„Haben noch diese eine Möglichkeit“
Das ÖFB-Team bestreitet am Dienstag (20.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) in Olmütz die Generalprobe für die EM-Qualifikation. 97 Tage vor dem Startschuss trifft die ÖFB-Mannschaft auf Tschechien. Beim letzten Einsatz vor dem Ernstfall am 8. September gegen Schweden will Teamchef Marcel Koller weitere Alternativen testen und vor allem eines sehen: mehr Effizienz vor dem gegnerischen Tor.
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„Wir haben noch diese eine Möglichkeit, um uns auf das Schweden-Spiel vorzubereiten. Die müssen wir nützen“, gab Zlatko Junuzovic die Devise vor und hatte auch gleich ein Rezept für die Partie gegen die Tschechen parat: „Das Pressing darf nicht zu überhastet sein. Wir wollen uns wie gegen Island viele Chancen herausspielen, aber diese diesmal auch nutzen.“ Ähnlich sieht es Marko Arnautovic: „Wir müssen einfach die Chancen verwerten, dann tun wir uns beim Spielegewinnen leichter. Wir wollen den Lehrgang gut abschließen.“
Freundschaftliches Länderspiel
Dienstag, 20.30 Uhr:
Live in ORF eins und im Livestream
Tschechien - Österreich
Olmütz, Andruv-Stadion, SR Van Boekel (NED)
Aufstellungen:
Tschechien: Stech - Kaderabek, Holek, Prochazka, Limbersky - Vacha, Horava - Dockal, Husbauer, Krejci - Vydra
Österreich: : Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Suttner - Ilsanker - Weimann, Junuzovic, Ivanschitz, Arnautovic - Sabitzer
Koller kündigt Wechsel an
Offen ist, in welcher Besetzung das ÖFB-Team den letzten Test in Angriff nehmen wird. „Wir werden den einen oder anderen Wechsel vornehmen“, kündigte Koller nach dem 1:1 am Freitag in Innsbruck gegen Island an. Im Tor wird Kollers eigentlicher Einsergoalie Robert Almer beginnen. Ansonsten lässt sich der Schweizer wie gewohnt nicht in die Karten blicken. Möglicherweise kommen aber diesmal in der Innenverteidigung Sebastian Prödl und Emanuel Pogatetz zum Einsatz.
Im defensiven Mittelfeld könnte Julian Baumgartlinger, der gegen Island erst in der 86. Minute eingetauscht wurde, in der Startelf stehen. Offen ist auch, ob Marc Janko, der beim FC Porto und Trabzonspor in den vergangenen Jahren kaum Spielpraxis sammeln durfte, neuerlich startet. Für ihn könnte Andreas Weimann zum Zug kommen. Als letzter möglicher Debütant im aktuellen Kader steht Michael Liendl parat.
„Aggressiv und kompakt auftreten“
Um die - in puncto Ergebnisse - akute Auswärtsschwäche der Österreicher weiß natürlich auch Koller Bescheid. „Wir können nur eines dagegen machen: weiter arbeiten, weiter feilen. Wir wollen aggressiv und kompakt auftreten, auch auswärts unsere Spielidee durchziehen und unsere Chancen nützen. Es ist also immer das Gleiche, egal ob daheim oder auswärts“, sagte Koller.
Bleiben die Österreicher im Andruv-Stadion ungeschlagen, hätte man erstmals seit 2006/07 fünf Partien in Folge nicht verloren. Im Falle eines Sieges wäre es nach dem 3:0 auf den Färöern der zweite Auswärtserfolg in Serie, das gab es sogar seit 1998/99 nicht mehr. Der bis dato letzte Auswärtserfolg in einem Freundschaftsmatch ist auch schon lange her, der gelang 2006 mit 2:1 in Liechtenstein.
Tschechische Notelf nicht unterschätzen
Die Tschechen treten zwar ohne ihre Toplegionäre wie Petr Cech und Tomas Rosicky an, unterschätzen dürfe man die Auswahl von Teamchef Pavel Vrba aber keinesfalls, meint der ÖFB-Trainer. „Das ist eine gute Truppe, die daheim auf Sieg spielen wird und ihre Chance nützen möchte“, so Koller vor dem Abschluss des zwölftägigen ÖFB-Camps. Defensive Unachtsamkeiten wie beim Ausgleichstor der Isländer müsse man natürlich vermeiden. „Mehr zurufen, mehr Kommunikation“, forderte Koller von seiner Abwehr.
Ex-ÖFB-Teamchef als tschechischer „Informant“
Vrba selbst hat sich vor dem Duell mit der österreichischen Nationalmannschaft Tipps von Ex-ÖFB-Teamchef Karel Brückner geholt. „Wir haben uns gemeinsam in Innsbruck das 2:2 gegen Island angeschaut, und Karel hat bei fast jedem Österreicher gesagt: ‚Ja, den kenne ich.‘ Also kann er uns viele Informationen geben“, sagte Vrba.

GEPA/Christian Walgram
Vor fünf Jahren arbeitete Karel Brückner, hier mit Ivanschitz, noch für den ÖFB
Der mittlerweile 74-jährige Brückner fungierte von Juli 2008 bis März 2009 als ÖFB-Teamchef und arbeitet nun als Berater des tschechischen Teams. Die Zusammenarbeit mit ihm ist laut dem tschechischen Nationaltrainer äußerst fruchtbar. „Er ist sehr erfahren und sieht im Fußball die Dinge etwas anders als ich, was gut ist. Er kann uns auf jeden Fall helfen.“
Schwache zweite Hälfte als Hinweis für Vrba
Die Hilfe kommt Vrba gerade recht, schließlich wartet der 50-Jährige nach zwei 2:2-Unentschieden gegen Norwegen und Finnland noch auf seinen ersten Sieg als Teamchef. „Es wäre perfekt, wenn wir am Dienstag gewinnen könnten, das wäre auch im Hinblick auf die EM-Qualifikation wichtig. Andererseits sind wir derzeit auch noch dabei, einige Spieler zu testen“, sagte Vrba, dem zahlreiche Legionäre nicht zur Verfügung stehen.
Vor den Österreichern zeigte der Tscheche Respekt. „Gegen Island waren sie in der ersten Hälfte sehr gut, vor allem im Angriff. In der zweiten Hälfte aber haben die Isländer besser kombiniert und Österreich Probleme bereitet. Das hat uns gezeigt, wie wir auftreten müssen“, meinte Vrba.
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