Koller-Elf besteht Auswärtsprüfung
Österreichs Fußballnationalteam hat am Dienstag in Olomouc (Olmütz) die „Generalprobe“ für die am 8. September in Wien mit dem Spiel gegen Schweden beginnende EM-Qualifikation gegen Tschechien mit 2:1 (1:1) gewonnen. Vor 10.600 Zuschauern sorgten Marcel Sabitzer (34.) und Julian Baumgartlinger (72.) für einen der seltenen Auswärtserfolge der ÖFB-Elf, die nicht spektakulär, aber clever agierte.
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Tomas Horava hatte in der 42. Minute für den zwischenzeitlichen Ausgleich Tschechiens gesorgt - für ein Tschechien, das im Andruv-Stadion zwar die spielerisch aktivere, aggressivere und lauffreudigere Mannschaft war, das aber auf ein Österreich traf, das diesmal seine wenigen Chancen optimal nutzte und auch in der Abwehr eine solide Leistung bot. Manko im ÖFB-Spiel war allerdings die Lücke, die oft beim Umschalten von der Defensive in die Offensive klaffte, sowie die mangelnde Ballsicherheit bei Gegenstößen und die Präzision im Passspiel.
Koller stellt um und beginnt vorsichtig
Vom 1:1 letzten Freitag in Innsbruck gegen Island ließ Teamchef Koller diesmal mit Torschütze Sabitzer, Markus Suttner, Zlatko Junuzovic, Stefan Ilsanker und Marko Arnautovic nur fünf Spieler beginnen. Die Verteidigung stellte der Schweizer neben Suttner komplett um. György Garics, Emanuel Pogatetz und Sebastian Prödl kamen ins Team, im Tor stand Robert Almer, Andreas Ivanschitz trug erstmals seit fünf Jahren wieder im ÖFB-Team die Kapitänsschleife.
Aston-Villa-Legionär Andreas Weimann, der im elften Teameinsatz noch auf sein erstes Tor wartet, begann auf dem rechten Flügel, Sabitzer lauerte dafür in der Sturmmitte. Österreich versuchte mit einer 4-1-4-1-Formation die Tschechen erstmals seit 1996 zu schlagen. In den letzten drei Spielen gelang das nicht. Die Anfangsphase gehörte dann auch der Elf von Pavel Vrba, die die Räume, die ihr die defensiv eingestellten Österreicher ließen, auch nutzte. Ein Schuss von Josef Husbauer (9.) ging jedoch weit über das Tor.
ÖFB-Elf hängt in der Luft
Tschechien blieb in der Folge die druckvollere Mannschaft, attackierte die Österreicher oft bereits in deren Hälfte. Diese Spielweise behagte dem Koller-Team gar nicht, nur selten konnten sich Ivanschitz & Co. aus der gegnerischen Umklammerung befreien. Tschechien-Coach Vrba hatte wie angekündigt seine Lehren aus Österreichs schwacher Vorstellung in der zweiten Hälfte beim 1:1 gegen Island gezogen.
Die in Schwarz-Weiß angetretenen ÖFB-Kicker gaben bei Regenwetter bis dahin nur wenig Anlass zum Jubeln. Die Verbindung zwischen Abwehr und Offensive war nicht vorhanden, Offensivaktionen blieben so im Ansatz stecken. Die erste Strafraumszene in der 23. Minute war im Grunde harmlos. Es blieb einmal mehr Sabitzer vorbehalten, für Gefahr zu sorgen. Seinen im Fallen gut auf das lange Eck gezirkelten Ball konnte Tschechiens Schlussmann Marek Stech gerade noch ins Torout drehen (26.).
Sabitzer sorgt nur für kurze Freude
Entgegen dem Spielverlauf fiel dann jedoch das 1:0 für Österreich, ausgerechnet nachdem Tschechien mit einigen Schüssen Torhüter Almer gefährlich geprüft hatte. Sabitzer verwertete mit seinem zweiten Teamtor innerhalb weniger Tage die bis dahin schönste Aktion der Österreicher. Der künftige Salzburger schob den Ball nach einer Ballstafette über den aufgerückten Suttner und Arnautovic aus wenigen Metern über die Linie.
Die Freude währte jedoch nur kurz. Horava stellte in der 42. Minute mit einem präzisen Schlenzer aus gut 20 Metern in die Kreuzecke auf 1:1. Almer war chancenlos, das tschechische Publikum wieder zufrieden. Doch beinahe hätte Arnautovic in der 45. Minute wieder für Enttäuschung in Olomouc gesorgt. Nach Lochpass von Sabitzer verzog der Stoke-Legionär seinen Schuss nur knapp. Pünktlichst pfiff der niederländische Referee Pol van Boekel, der ein ruhige erste Hälfte hatte, dann auch zur Pause.

ORF.at/Christian Öser
Kurz vor der Pause war die Führung dahin
Tschechien bleibt gefährlich, Österreich nicht
War letzten Freitag in Innsbruck die erste Hälfte die bessere der ÖFB-Mannschaft, galt nun die Hoffnung auf einen umgekehrten Ablauf. Koller brachte daher zunächst den lange verletzt gewesenen Baumgartlinger statt Junuzovic ins Spiel. Das Spiel nahm etwas an Fahrt auf. Sabitzer legte sich bei einem Konter den Ball etwas zu weit vor, im Gegenzug scheiterte Matej Vydra an Almer (50.). Weiter waren es aber die Tschechen, die wesentlich aggressiver in die Zweikämpfe gingen und allgemein lauffreudiger wirkten.
Zu bewundern waren zu diesem Zeitpunkt die rund 500 mitgereisten Österreich-Fans, die auch bei Regen und bescheidener Leistung des ÖFB-Teams ihre Sangesfreudigkeit nicht verloren. Lukas Vacha und David Limbersky gaben mit ihren Schüssen in der 61. und 62. Minute wieder den heimischen Anhängern Grund zum Applaudieren. Für Kapitän Ivanschitz und den wieder glücklosen Weimann war der Abend dann vorbei. Michael Liendl, der damit sein Teamdebüt absolvierte, und Marc Janko kamen in die Partie.
Baumgartlinger schlägt zu
Obwohl sich Österreich weiter mit einem kontrollierten Spielaufbau schwertat, passte an diesem Abend die noch zuletzt bemängelte Effizienz vor dem gegnerischen Tor zu 100 Prozent. So zog Baumgartlinger in der 73. Minute staubtrocken 20 Meter vor dem Tor ab, und der Ball passte genau zur überraschenden 2:1-Führung. Dass es dabei blieb, war auch Garics zu verdanken, der in der 76. Minute eine unglückliche Abwehr von Prödl bei der Stange stehend auf der Linie abblockte.

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Baumgartlinger durfte sich für sein erstes Tor im Team feiern lassen
Das vermeintliche 2:2 durch Pavel Kaderabek wurde dann von Schiedsrichter Van Boekel wegen Stürmerfouls nicht gegeben (80.). In der unerwartet hektischen Schlussphase vergab dann noch Janko nach einem Konter über den eingewechselten Valentino Lazaro allein vor dem Tor die Chance auf das 3:1, und Tschechien prüfte Almer und seine Vorderleute in der Nachspielzeit noch mit gefährlichen Schüssen. Am Ende war Österreich über den Schlusspfiff nicht unglücklich.
Martin Wagner, ORF.at aus Olomouc
Dienstag:
Tschechien - Österreich 1:2 (1:1)
Olomouc, Andruv-Stadion, 10.653 Zuschauer, SR Van Boekel (NED)
Torfolge:
0:1 Sabitzer (34.)
1:1 Horava (42.)
1:2 Baumgartlinger (72.)
Tschechien: Stech - Kaderabek, Holek, Prochazka, Limbersky (73./Kopic) - Vacha, Horava (46./Kolar) - Dockal (63./Petrzela), Husbauer (89./Hejda), Krejci (73./Fleisman) - Vydra (73./Tecl)
Österreich: Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Suttner - Ilsanker (89./Dragovic) - Weimann (63./Janko), Junuzovic (46./Baumgartlinger), Ivanschitz (63./Liendl), Arnautovic (74./Klein) - Sabitzer (84./Lazaro)
Gelbe Karten: Keine
Die Besten: Husbauer, Limbersky bzw. Arnautovic, Sabitzer
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