Ein Tor in drei sieglosen Runden
Die Austria hat ihren Saisonstart in der Bundesliga völlig verpatzt. Nach drei Runden stehen bei den große Ambitionen hegenden Violetten statt neun nur zwei magere Punkte zu Buche. Mit dem 0:0 gegen Aufsteiger Altach gelang auch im zweiten Heimspiel nicht der erhoffte Befreiungsschlag. Im Lager der Wiener muss man schon von einer Krise sprechen.
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Die Nullnummer gegen solide auftretende Vorarlberger untermauerte das Dilemma des Meisters von 2013. Trotz nicht zu leugnender Bemühungen kommt die Offensive der Austria einfach nicht in Schwung. In der entscheidenden Zone präsentieren sich die achtplatzierten Favoritner zu harmlos und vor allem ideenlos. Alexander Gorgon brachte es auf den Punkt: „Wir haben drei Runden gespielt und erst ein Tor erzielt. Das ist einer Austria nicht würdig.“

APA/Hans Punz
Ola Kamara und Co. kamen gegen die Altacher oft einen Schritt zu spät
Der ebenfalls weit unter seinen Möglichkeiten gebliebene Flügelspieler bemühte sich erst gar nicht, Ausreden zu suchen. „Mit Blick auf die Auslosung haben wir - bei allem Respekt für die Gegner - nicht die erwarteten Punkte geholt. Wir sind bei der Austria, da muss man schon von einer Minikrise sprechen“, meinte Gorgon nach den Partien gegen Grödig, den WAC und Altach. Am Samstag geht es beim punktelosen Schlusslicht Wiener Neustadt weiter.
Ein Torschuss in 94 Minuten
Wie am Tag zuvor auch die sportlich Verantwortlichen bemerkten, steckt die Austria in der Systemumstellung fest. Resultat ist der schlechteste Saisonstart seit acht Jahren. Das von Trainer Gerald Baumgartner anvisierte offensive Pressing funktionierte gegen Altach nur bedingt. Als die Gäste den Respekt nach einer halben Stunde ablegten, lief bei der Austria nicht mehr viel zusammen.
Zwar verbuchten die Hausherren deutlich mehr Ballbesitz (63 Prozent), nach 94 Minuten stand jedoch nur ein einziger Schuss aufs Gehäuse von Altach-Torhüter Martin Kobras zu Buche. Dass das gegnerische Tor laut Baumgartner „wie vernagelt“ war, stimmte also nicht. „Wir tun uns schwer, Angriffe zu Ende zu spielen“, gab der Salzburger zu. Was im Training laut einhelliger Meinung der Beteiligten funktioniert, klappt im Ernstfall nicht.
Warten auf Damari
„Unser größtes Problem ist, dass wir es am Wochenende nicht auf dem Platz hinbekommen“, sagte Gorgon. Der diesmal von Beginn an aufgebotene Marco Meilinger klang ähnlich: „Wir müssen einfach im Abschluss konsequenter werden“, betonte der 23-Jährige. Abhilfe könnte der neu verpflichtete Stürmer Omer Damari schaffen. Der Israeli wartet noch auf seine Arbeitsbewilligung und muss sich zudem an seine neuen Mitspieler aber erst gewöhnen.
Der gegen Altach an vorderster Front agierende Ola Kamara war bemüht, im Abschluss jedoch die Harmlosigkeit in Person. Dass der eingewechselte Martin Harrer im Finish ein gute Möglichkeit verstolperte, passte ins Bild. Zumindest das Publikum in der Generali Arena bewies lange Zeit Nachsicht, erst nach Schlusspfiff gab es - für Baumgartner „verständlicherweise“ - unüberhörbare Unmutsäußerungen.
Aufsteiger steigert sich weiter
Aufseiten der Altacher feierten Spieler und Betreuer mit der kleinen Fanschar. Zwar prüfte der Aufsteiger in seinem ersten Bundesliga-Auswärtsspiel seit fünf Jahren Heinz Lindner im Austria-Tor kein einziges Mal. Den Punkt aus Wien nahmen die SCR-Kicker auf die lange Heimreise per Bus aber gerne mit. Trainer Damir Canadi sah eine kollektiv gute Leistung seiner Elf.
„Wir sind aber noch nicht am Zenit“, betonte der Wiener, der sein Team in der Pause erfolgreich taktisch neu formierte. Im Meisterjahr der Erste Liga noch eine Torfabrik (79 Treffer in 36 Spielen), präsentieren sich die Altacher nun vor allem in der Abwehr sattelfest. Nach zwei Spielen ist Kobras noch unbezwungen. Nächste Woche wartet das Heimspiel gegen den WAC.
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