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Mekhissi-Benabbad verliert Gold

Mahiedine Mekhissi-Benabbad ist bei der Leichtathletik-EM nach seinem Triumph über 3.000 m Hindernis disqualifiziert worden, weil er auf der Zielgeraden sein Trikot ausgezogen hatte. Der Franzose hatte es sich am Donnerstagabend in Zürich bereits eingangs der Zielgeraden über den Kopf gestreift. Er war dann mit dem Hemd zwischen den Zähnen über das letzte Hindernis und ins Ziel gestürmt.

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Für ihn wurde der Franzose Yoann Kowal von der Jury auf Platz eins gesetzt. 15.000 Zuschauer im Letzigrund-Stadion staunten nicht schlecht, als sich Mekhissi-Benabbad als Führender im Finish sein Trikot auszog wie ein Fußballer beim Torjubel - sehen Sie hier den Finallauf.

Mit dem Stoff zwischen den Zähnen gewann er nach 8:25,30 Minuten und freute sich schon über seinen vermeintlichen dritten EM-Titel nacheinander. Zunächst hatte er Glück, dass er dafür nur eine Verwarnung kassierte - doch nach einem Protest der Spanier wurde er disqualifiziert. „Da habe ich nicht viel nachgedacht. Ich konnte meine Emotionen nicht zurückhalten“, erklärte Mekhissi-Benabbad konsterniert.

Mahiedine Mekhissi-Benabbad ohne Trikot auf der Laufbahn

APA/EPA/Steffen Schmidt

Die Momente des Jubels, die den Sieger später die Goldmedaille kosten sollten

Kowal, der sich auf den letzten 200 m von der vierten auf die zweite Stelle vorgekämpft hatte, hat nun die Goldmedaille in 8:26,66 erhalten, vor dem Polen Krystian Zalewski (8:27,11). Dritter wurde nach der Disqualifizierung Mekhissi-Benabbads der Spanier Angel Mullera (8:29,16). Sieger Kowal meinte: „Was Mahiedine mit seinem Shirt gemacht hat, hatte nichts Störendes oder so, das ist nichts Wichtiges.“

Dreimal Gold an Russland

Russische Athleten gewannen indes am dritten Tag drei der sechs Finals. Sergej Schubenkow siegte über 110 m Hürden in 13,19 Sek. und verteidigte den Titel vor dem Briten William Sharman (13,27) und dem Franzosen Pascal Martinot-Lagarde (13,29) erfolgreich.

Als letzte noch Bewerb befindliche Athletin katapultierte sich die Russin Anschelika Sidorowa zu Stabhochsprung-Gold. Sie hatte bei 4,65 Metern zweimal gerissen und lag nur an vierter Stelle, ehe sie die Höhe doch noch überquerte und Gold einheimste. Silber ging an die Griechin Ekaterini Stefanidi, Bronze an die höhengleiche Russin Angelina Schuk-Krasnowa (je 4,60). Die Tirolerin Kira Grünberg blieb an der Einstiegshöhe von 4,35 hängen und im 13er-Finale unplatziert.

Am Vormittag hatte sich Elmira Alembekowa in 1:27:56 Stunden Gold über 20 km Gehen vor der Ukrainerin Ljudmila Oljanowska (1:28:07) und der Tschechin Anezka Drahotova (1:28:08) geholt. Den Speerwurf gewann Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Barbora Spotakova. Die Tschechin warf 64,41 Meter und ließ die Serbin Tatjana Jelaca (64,21) und die Deutsche Linda Stahl (63,91) hinter sich. Die Österreicherin Elisabeth Eberl war in der Quali gescheitert (17.). Den Dreisprung-Titel sicherte sich der Franzose Benjamin Compaore mit 17,46 Metern vor den Russen Ljukman Adams (17,09) und Alexej Fjodorow (17,04).

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