Dichtes Gedränge um die offenen Plätze
Die Aufstellung für die am Montag mit dem Heimspiel gegen Schweden beginnende EM-Qualifikation (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) wird wieder zum „Dinner for one“. Bei Teamchef Marcel Koller liegt die Entscheidung, wen er in seiner Startelf aufbietet. Wie üblich lässt sich der Schweizer („Ich habe 23 Spieler im Kopf, da bin ich unschlüssig“) so gut wie gar nicht in die Karten blicken.
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Für den Rest von Fußball-Österreich wird das Rätselraten über die Aufstellung daher zur „same procedure“ wie vor jedem ÖFB-Spiel. Die offenen Fragen beschränken sich diesmal aber wohl auf das Zentrum. Wer spielt in der Innenverteidigung? Wer wird zum Partner von David Alaba im zentralen Mittelfeld? Und wer soll als Solospitze die robuste schwedische Abwehr beschäftigen? Die interne Konkurrenz ist jedenfalls groß, was Koller mit Wohlwollen zur Kenntnis nimmt, obwohl er dadurch natürlich die Qual der Wahl hat.

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Julian Baumgartlinger (r.) ist ein heißer Anwärter auf den Platz neben David Alaba
Vier Anwärter für die Innenverteidigung
Sollten keine Verletzungen mehr auftreten, scheinen die Positionen auf den Flanken vergeben. Rechts wird wohl das Stuttgart-Duo Florian Klein und Martin Harnik zum Einsatz kommen. Links sollen Christian Fuchs und Marko Arnautovic für Druck sorgen. Das Tor wird wieder Robert Almer hüten. Wer unmittelbar vor Almer stehen wird, dafür kommen zwei von vier Spielern infrage. Aleksandar Dragovic hat wohl die besten Karten. Von der Routine her wäre Sebastian Prödl („Es wäre schlimm, wenn es im Nationalteam keine Konkurrenz gäbe“) die logische Wahl.
Prödl plagten im Training leichte Probleme mit der Gesäßmuskulatur, womit auch die beiden 21-jährigen Martin Hinteregger und Kevin Wimmer zum Thema werden. Für Hinteregger wäre es das vierte Länderspiel, aber das erste Duell mit Zlatan Ibrahimovic. Sollte der Salzburger zum Einsatz kommen, „dann bin ich glücklich. Ich bin noch jung. Ich wäre dankbar, gegen so einen Spieler zu spielen und daraus zu lernen“. Wimmer, der bei Köln unter Coach Peter Stöger gesetzt ist, im ÖFB-Team bei seinem Kurzdebüt im November 2013 gegen die USA ohne Ballberührung blieb, ist heiß, sich auch länger zu beweisen.

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Aleksandar Dragovic zeigt im Training kompromisslos, dass er in die Startelf will
Einer aus drei im zentralen Mittelfeld
Im zentralen Mittelfeld fiel durch den verletzungsbedingten Ausfall von Veli Kavlak ein Anwärter auf die Position neben Alaba weg, dichtes Gedränge herrscht allerdings noch immer. Mit Julian Baumgartlinger, Stefan Ilsanker und Christoph Leitgeb steht drei Spieler zur Verfügung. Wer von diesem Trio zum Einsatz kommen wird, ist eine Frage der taktischen Ausrichtung. Da es Koller wohl nicht allzu offensiv angehen wird, hat Leitgeb wahrscheinlich die schlechtesten Chancen auf einen Platz in der Startelf.
Während Alaba für die spielerische Linie sorgen soll, ist neben ihm wohl ein körperlich robuster Abräumer gefragt. „Wir müssen zu 100 Prozent da sein und Leidenschaft und Aggressivität zeigen. In allen anderen Bereichen haben wir aber mittlerweile auch eine sehr gute Qualität“, erklärte Baumgartlinger. Diese Tugenden sind dem Deutschland-Legionär natürlich auf den Leib geschneidert. Außerdem bekam der 26-Jährige nach seiner Knieverletzung, die ihn monatelang außer Gefecht gesetzt hatte, vom Mainzer Neo-Coach Kasper Hjulmand von Beginn an das Vertrauen geschenkt.

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Ohne vollen Einsatz in der Vorbereitung hat jeder Spieler schlechte Karten
Von hoher Konkurrenz „profitieren alle“
Bereits im Juni hatte sich Baumgartlinger mit seinem ersten Teamtor beim 2:1-Sieg in Tschechien zurückgemeldet, was ihm einen Schub für die Vorbereitung gab. „Die ist ohne Probleme verlaufen. Ich bin topfit, um über 90 Minuten ein hohes Tempo zu gehen“, sagte der Salzburger. Mit Ilsanker macht ihm ein engerer Landsmann den Platz streitig, womit Baumgartlinger aber kein Problem hat. „Wir haben im zentralen Mittelfeld eine sehr hohe Konkurrenz. Man ist in jedem Training gefordert, das ist für uns als Gruppe gut. Davon profitieren alle, die Qualität ist herausragend“, stellte er klar.
Was von Koller-Seite für Baumgartlinger spricht, ist, dass der Teamchef gern auf bewährte Kräfte setzt. Ilsanker ist ein ähnlicher Spielertyp, hat aber im Gegensatz zu den 31 Länderspielen von Baumgartlinger erst zwei Einsätze im ÖFB-Dress hinter sich. „Wir haben eine extrem hohe Qualität auf allen Positionen, nicht nur auf meiner. Jeder will spielen, das wird eine schwere Entscheidung für den Teamchef, für Montag die elf Richtigen zu finden. Jeder hätte es sich verdient. Wenn ich es bin, würde es mich freuen“, sagte Ilsanker, für den ein Einsatz gegen Schweden ein Karrierehöhepunkt wäre.

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ÖFB-Teamchef Marcel Koller hat seine Spieler genau unter Beobachtung
Janko mit guten Karten
Einen persönlichen Höhepunkt hat indes Marc Janko gegen die Schweden schon einmal erlebt. Beim 2:1-Heimsieg in der WM-Quali erzielte der Stürmer per Flugkopfball das sehenswerte 2:0. Im Moment spricht alles dafür, dass der Australien-Legionär, der die anstrengende Anreise und die Zeitumstellung gut verkraftet hat, in der Startelf stehen wird. Im Training hat Koller jedenfalls einen guten Eindruck vom 31-Jährigen bekommen. „Ob es für 90 Minuten reicht, werden wir sehen“, sagte Koller, der Janko stets das Vertrauen geschenkt hatte.
Die Alternativen sind ÖFB-Rückkehrer Rubin Okotie und Marcel Sabitzer. Der 1860-München-Legionär hat mit seinen Toren in der zweiten deutschen Liga viel Selbstvertrauen getankt. Okotie machte im Training ebenfalls ein gute Figur und ist als groß gewachsener Spieler ein ähnlicher Spielertyp wie Janko. Mit Sabitzer würde die Ausrichtung anders aussehen: Der Salzburger, der in sechs Länderspielen bereits zwei Tore erzielte, ist die schnellere, beweglichere und technisch bessere Variante.
Christian Wagner, ORF.at
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