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Erleichterung für Übergang zum A-Team

Seit drei Jahren arbeitet Marcel Koller als ÖFB-Teamchef an der Umsetzung seiner Spielphilosophie im österreichischen Nationalteam. In Zusammenarbeit mit Sportdirektor Willibald Ruttensteiner und den Auswahltrainern wird diese Linie auch auf den Nachwuchsbereich ausgedehnt, damit sich der Übergang zum A-Teamspieler möglichst einfach gestaltet.

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„Wir übertragen die taktischen Systeme und die Inhalte, die wir vermitteln wollen, bis zur U15. Diesen roten Faden sieht man“, freute sich Ruttensteiner, der seit 1999 in verschiedenen Funktionen beim ÖFB tätig ist, im Vorfeld des EM-Qualiauftakts am Montag (20.45 Uhr, live in ORF eins) gegen Schweden über die geglückte Umsetzung des ehrgeizigen Erfolgskonzepts.

Die Vorgaben kommen von Ruttensteiner und Koller. Bei monatlichen Sitzungen bringen sich auch die Trainer der Nachwuchsauswahlen ein. Ruttensteiner lobte die Konstruktivität der Zusammenarbeit. „Für mich wird die Sache immer leichter“, sagte der Sportdirektor. „In meinen ersten Jahren beim ÖFB habe ich solche Sitzungen nicht erlebt. Irgendwo ist ja jeder Trainer auch ein Egoist“

Marcel Koller und Willi Ruttensteiner

GEPA/Christian Ort

Willibald Ruttensteiner und Marcel Koller arbeiten an der ÖFB-Zukunft

„Nationalteam gibt die Richtung vor“

Mit Koller habe eine neue Art des Miteinanders Einzug gehalten. „Seit er da ist, haben wir nie ein Problem gehabt“, versicherte Ruttensteiner. „Das Nationalteam gibt die Richtung vor.“ Gerade im taktischen Bereich. Dort setzen alle männlichen ÖFB-Auswahlen auf ein 4-2-3-1- oder 4-3-3-System. Ähnlich seien auch die Richtlinien für das Verhalten in den vier Bereichen Offensive, Defensive, Umschaltspiel und Standardsituationen.

„Auch beim Nationalteam ist es wichtig, dass wir einen einheitlichen Faden haben“, betonte Ruttensteiner. Immerhin stehen die Teamspieler dem ÖFB nur rund 50 Tage im Jahr zur Verfügung. Bei ihren Clubs agieren sie zudem häufig in völlig anderen Systemen.

Anpassungsfähigkeit als zentrale Eigenschaft

Die schnelle Anpassungsfähigkeit ist für Ruttensteiner eine zentrale Eigenschaft eines Nationalspielers - egal, in welcher Altersklasse. „Sie haben eine hohe Fähigkeit, schnell etwas durch ihr Talent umzusetzen. Die besten Spieler sind nicht nur die größten Talente im technischen, sondern auch im taktischen Bereich“, meinte der 51-jährige Oberösterreicher. Gerade dort habe sich Österreich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt.

„Ich bin mit der Umsetzung unserer Prinzipien zufrieden“, sagte Ruttensteiner. Einengen möchte er keinen seiner Trainer. Streitigkeiten um die Abstellung von Spielern für höhere Mannschaften sieht er auch nicht mehr. U21-Teamchef Werner Gregoritsch etwa ist bei jeder Kaderzusammenstellung von Koller für das A-Team eingebunden.

Basis erleichtert Teamchef Arbeit

Auch Gregoritsch bestätigte die gute Zusammenarbeit: „Wir haben ein sehr gutes, kommunikatives Verhältnis. Wir haben auch sehr ähnliche taktische Vorgaben. Wenn eine Basis da ist, tut sich auch der Teamchef leicht, wenn ein Spieler hochgezogen wird.“ Zuletzt war das etwa bei Innenverteidiger Kevin Wimmer der Fall. Salzburg-Talent Valentino Lazaro dagegen hat die U19 und die U21 übersprungen und gleich mit 18 Jahren im A-Team debütiert.

„Auch bei David Alaba war es die richtige Entscheidung, ihn schon so jung ins Nationalteam zu holen“, erinnerte Ruttensteiner. Lazaro habe Riesenpotenzial. „Ich wünsche mir, dass er es erkennt und auch mit höchster Anstrengung nützt. Dann kann er ein großartiger Spieler werden.“ Alaba sei das beste Vorbild. Ruttensteiner über den Bayern-Star: „Er arbeitet immer noch sehr hart an seiner Weiterentwicklung.“

Wunsch nach mehr Fanunterstützung für Nachwuchs

Was sich Ruttensteiner allerdings sehnlichst wünscht, ist die entsprechende Unterstützung auf der Tribüne für den österreichischen Nachwuchs. So reagierte der Sportdirektor auf den Umstand, dass beim EM-Qualispiel der ÖFB-U21 in St. Pölten gegen Bosnien-Herzegowina der Großteil aus dem gegnerischen Lager kam, mit Unverständnis.

„Das war mehr ein Auswärtsspiel. Für mich ist unverständlich, wie wenig Unterstützung es für die ÖFB-Talente gibt. Dennoch hat die Mannschaft voll überzeugt (2:0-Sieg, Anm.). Ich wünsche mir mehr Respekt für die Leistungen des Nachwuchses von der gesamten Population“, hielt Ruttensteiner mit seinem Ärger nicht hinter dem Berg.

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