Themenüberblick

Von Weihnachtsfrieden keine Spur

Bei den Ski-Herren ist von Weihnachtsfrieden noch keine Spur. Mit dem Abfahrtstraining auf der Saslong-Strecke im Grödnertal begann am Mittwoch die traditionelle Italien-Woche. Ab Freitag geht es dann innerhalb von vier Tagen um 400 Punkte. Das Match um die Weihnachtskrone im Gesamtweltcup lautet Marcel Hirscher gegen Kjetil Jansrud.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

In Gröden stehen eine Abfahrt (Freitag, 12.15 Uhr) und ein Super-G (Samstag, 12.15 Uhr) auf dem Programm, es folgen ein Riesentorlauf in Alta Badia (Sonntag, 9.30 Uhr und 12.30 Uhr) und ein Nachtslalom in Madonna di Campiglio (Montag, 17.45 Uhr und 20.45 Uhr, jeweils live in ORF eins und im Livestream).

Spitzenduo mit jeweils drei Siegen

Bis dato haben Hirscher und Jansrud dem Weltcup eindrucksvoll ihre Stempel aufgedrückt, der Salzburger und sein norwegischer Herausforderer halten bereits bei jeweils drei Siegen. Während Hirscher wie gewohnt in den technischen Bewerben von Sieg zu Sieg eilt, ist Jansrud etwas überraschend zum neuen Speed-König des Weltcups avanciert. Derzeit hat Hirscher, der die Große Kristallkugel als erster Athlet der Geschichte zum vierten Mal in Serie gewinnen will, 28 Punkte Vorsprung auf den Verfolger aus Stavanger.

Kjetil Jansrud

GEPA/Andreas Pranter

Nur einmal musste sich Jansrud heuer in den Speed-Bewerben geschlagen geben

„Das ist keine Zauberei, das ist der Lohn für viel harte Arbeit“, sagte Jansrud, der als klare Nummer eins im Abfahrts- und Super-G-Weltcup zu den Rennen in Südtirol gereist ist. Ausgerechnet Jansrud hat damit nahtlos die Rolle seines derzeit verletzten Teamkollegen Aksel Lund Svindal übernommen. Svindal hat sich im Oktober bei einem Jux-Fußballspiel eine Achillessehne gerissen, sein Start bei der WM im Februar in den USA ist nach wie vor offen.

Jansrud „nicht im Schatten von Svindal“

Den 29-jährigen Jansrud als Spätstarter zu bezeichnen wäre jedoch falsch. Schließlich kann Jansrud neben sechs Weltcup-Siegen auch bereits auf einen kompletten Olympischen Medaillensatz verweisen - auf Riesentorlauf-Silber 2010 folgten 2014 in Sotschi Gold im Super-G und Bronze in der Abfahrt. Und das, obwohl sich Jansrud im WM-Super-G 2013 auf der Schladminger Planai einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Deshalb will Jansrud auch nichts davon wissen, dass er jahrelang im langen Schatten Svindals gestanden sein soll. „Aksel ist unser Aushängeschild. Aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich in seinem Schatten stehe“, sagte Jansrud, der seinen Kumpel Svindal vor allem als Gradmesser im Trainingsalltag vermisst.

Gröden kein guter Boden für ÖSV-Herren

Die bisher einzige Speed-„Niederlage“ in dieser Saison hat Jansrud von Hannes Reichelt kassiert. Der Salzburger gewann den Super-G im WM-Ort Beaver Creek vor dem neuen „Super-Elch“. In Gröden haben sich die ÖSV-Asse aber in den vergangenen Jahren stets schwergetan. Den bisher letzten Sieg auf der legendären Saslong für Rot-Weiß-Rot fuhr 2010 der längst zurückgetretene Michael Walchhofer im Super-G ein.

Jubel von Michael Walchhofer

GEPA/Thomas Bachun

Für den letzten Sieg auf der legendären Saslong sorgte Walchhofer vor vier Jahren

„Gröden ist eine Gleiterstrecke. Da tun wir uns sehr schwer, das muss man zugeben“, sagte Reichelt, der über den neuen Seriensieger Jansrud meinte: „Ihn derzeit zu schlagen ist nur mit einem perfekten Set-up möglich. Wir hoffen alle, dass er ein bisschen nachlässt, sonst wird’s sehr schwierig.“

Riesentorlauf als Zünglein an der Waage

Für Hirscher, der zuletzt in Aare zwei Siege feierte, wird es erst am Sonntag mit dem Riesentorlauf in Alta Badia wieder ernst. Bis dahin stand am Montag und Dienstag vor allem Physiotherapie auf dem Programm. Am Mittwoch und Donnerstag trainiert der 25-Jährige auf der Reiteralm, am Samstag in Alta Badia.

Den Riesentorlauf sieht Jansrud, der 2003 eigentlich als Techniker im Weltcup auftauchte, als seinen möglichen Schlüssel zum Erfolg im Gesamtweltcup. „Denn Abfahrt und Super-G genügen nicht, um gegen Hirscher im Kampf um den Gesamtweltcup mithalten zu können“, weiß Jansrud. Schließlich hat auch Svindal in den vergangenen Saisonen trotz großer Speed-Erfolge am Ende gegen Hirscher stets den Kürzeren gezogen.

Links: