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„Tipps sind jederzeit willkommen“

Mit Matthias Mayer und Hannes Reichelt stellen Österreichs Abfahrer den aktuellen Olympiasieger sowie den amtierenden Kitzbühel-Triumphator. Nach ihrem schwachen Saisonstart sind die ÖSV-Asse derzeit dennoch mit Kritik konfrontiert. Vor allem jene von Ex-Weltmeister Michael Walchhofer traf auf wenig Verständnis. Vielleicht geben die Abfahrer am Freitag (12.15 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) in Gröden die passende Antwort.

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Walchhofer war vor sechs Jahren der bisher letzte Österreicher, der den Klassiker auf der Saslong gewinnen konnte. In den vergangenen beiden Saisonen schafften es die ÖSV-Herren nicht einmal unter die besten Zehn. Auch die Leistungen im Training am Donnerstag, dem einzigen, machten nur wenig Hoffnung auf eine Trendwende. Mayer wurde Neunter, Reichelt Zehnter. Beide lagen mehr als eine Sekunde zurück. Beim Saisonstart der Abfahrer in Nordamerika war Rang sieben durch Max Franz das beste Ergebnis gewesen.

Ex-ÖSV-Fahrer Michael Waldhofer

GEPA/Mathias Mandl

Walchhofer sorgte für Unruhe im Lager der ÖSV-Abfahrer

„Müssen sich an der Nase nehmen“

In seiner Funktion als ÖSV-Vizepräsident reagierte Walchhofer nun auf die aktuelle Flaute in der Königsdisziplin. „Wenn das unser Anspruch sein soll, sind wir weit aus der Spur“, sagte der 39-jährige Salzburger gegenüber der „Kronen-Zeitung“. „Natürlich spielen bei so was immer mehrere Faktoren eine Rolle. Aber als Sportler muss man sich immer selbst auf die Beine stellen - und manche müssen sich wirklich an der Nase nehmen.“

Namen nannte er keine. „Ich meine damit das Kollektiv.“ Dabei wäre durchaus Potenzial vorhanden, was laut Walchhofer Platz sieben von Franz in Beaver Creek bewiesen habe. „Eigentlich faszinierend, wie man den Steilhang derart runterbremsen kann und trotzdem noch so weit vorne landet.“ Irritiert ist er auch davon, dass die Abfahrer selbst nach der Kritik von Cheftrainer Andreas Puelacher („Wer jetzt noch nicht geschnallt hat, dass er Vollgas fahren muss, dem ist nicht zu helfen“) nicht mehr Biss zeigen. „Normal müssen sie nach solchen Worten so richtig angefressen sein und umso mehr Gas geben.“

Kopfschütteln als Reaktion

Die Reaktion der gescholtenen Athleten ließ nicht lange auf sich warten. Verärgert bis kopfschüttelnd nahmen sie Walchhofers Kritik zur Kenntnis. „Entbehrlich“, meinte etwa Routinier Klaus Kröll und fügte kämpferisch hinzu: „Wir werden beweisen, dass wir es nicht verlernt haben.“ Reichelt fand deutliche Worte: „Er hat meine Handynummer und kann mich jederzeit anrufen. Das wäre mir lieber, als wenn man über irgendwelche Zeitungen auf uns draufhaut. Tipps sind jederzeit willkommen, gerade so ein Kaliber wie Walchhofer wäre prädestiniert dafür.“

Von Panik ist im ÖSV-Lager jedenfalls noch keine Spur, wiewohl die bisherigen Ergebnisse zu wünschen übrig ließen. Im WM-Winter sind gerade einmal zwei Abfahrten absolviert. In Lake Louise war Reichelt als bester Österreicher Neunter, in Beaver Creek war Franz’ siebenter Rang die beste ÖSV-Platzierung. „Hintennach fahren ist nicht cool. Keine Ahnung, warum es nicht klappt. Jeder Einzelne hat derzeit ein bisschen mit sich zu kämpfen, aber das kommt schon wieder“, so Franz. Auch Reichelt will von einer Krise nichts wissen. Als Kandidat für den Sieg in Gröden sieht er sich aber nicht.

Olympiasieger Mayer nahm Walchhofers Kritik gewohnt gelassen zur Kenntnis. „Wenn wir nicht ganz vorne mitfahren, dann müssen wir mit Kritik leben. Aber so extrem reindreschen muss man nicht. Oft reichen dann ein, zwei Topplatzierungen, und das Thema ist genauso schnell wieder vom Tisch, wie es gekommen ist“, sagte Mayer.

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