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„Reds“-Ikone geht nach 16 Jahren

Steven Gerrard hat die „härteste Entscheidung“ seines Lebens getroffen und wird seinen Herzensverein Liverpool nach 16 Profijahren zu Saisonende verlassen. „Dieser Verein ist ein riesiger Teil meines Lebens. Es wird mir sehr schwerfallen, Abschied zu nehmen, aber ich fühle, dass es das Beste für alle Beteiligten ist“, sagte der 34-Jährige am Freitag.

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Wo Gerrard, der mit der Erklärung bereits aufgekommene Spekulationen frühzeitig beenden wollte, seine Karriere fortsetzen wird, blieb offen. Ganz sicher wird es aber kein Club in England werden. „Ich würde nie in Erwägung ziehen, jemals gegen Liverpool aufzulaufen“, betonte er.

Am 24. Mai, dem letzten Spieltag der Premier-League-Saison, wird auf der Insel eine Ära zu Ende gehen. Das vorläufig letzte Heimspiel der „Reds“ an der Anfield Road mit Gerrard im Trikot mit der Nummer 8 wird die Partie am 16. Mai gegen Crystal Palace sein. Auf der legendären „The Kop“-Tribüne der Liverpool-Fans werden dann Tränen fließen. 1989 hatte sich Gerrard als Achtjähriger den „Reds“ angeschlossen. Sein Profidebüt in der höchsten englischen Spielklasse gab er 1998 gegen die Blackburn Rovers - mit 18 Jahren.

Steven Gerrard

Reuters/Phil Noble

Schweren Herzens fasste Gerrard den Entschluss, Liverpool zu verlassen

„Mit niemandem zu vergleichen“

„In der heutigen Zeit wird das Wort Legende sehr häufig gebraucht, aber in seinem Fall würde es ihm nicht einmal gerecht werden. Als Führungspersönlichkeit ist er mit niemandem zu vergleichen, mit dem ich jemals gearbeitet habe“, sagte Liverpool-Coach Brendan Rodgers nach der Mitteilung seines Kapitäns. Seit schon mehr als einem Jahrzehnt sei Gerrard einer der besten Spieler der Welt.

Gerrard absolvierte bisher 695 Partien für die Liverpool und erzielte 180 Tore. Der Mittelfeldspieler führte den Club 2005 zum Triumph in der Champions League gegen den AC Milan. Nach einem 0:3-Rückstand erzielte er das erste Tor seiner Mannschaft, die sich über ein 3:3 ins Elfmeterschießen rettete und die Italiener dann bezwang.

Im FA-Cup-Finale 2006 gegen West Ham United glich der Anführer trotz Krämpfen in den Waden in der letzten Minute mit einem Schuss aus beinahe 30 Metern aus. Im Elfmeterschießen verwandelte er sicher. Später wurde die Partie als das „Gerrard-Finale“ bezeichnet. Zudem gewann der exzellente Freistoß- und Elfmeterschütze mit seiner Mannschaft 2001 den UEFA-Cup. Auch damals gehörte er zu den Torschützen. Insgesamt holte er zehn Trophäen nach Hause.

Archivbild aus dem Jahr 2006 von Steven Gerrard (Liverpool) und dem damaligen Liverpool-Coach Rafael Benitez mit dem FA-Cup-Pokal

APA/AP/Jon Super

Gerrard 2006 mit dem gewonnenen FA-Cup-Pokal

Meistertitel fehlt in Sammlung

Der Gewinn der englischen Meisterschaft blieb dem treuen Profi aber versagt. In der vergangenen Saison unterlief ausgerechnet ihm in einer entscheidenden Partie gegen Chelsea ein folgenschwerer Patzer: Gerrard rutschte aus und verstolperte den Ball. Blues-Stürmer Demba Ba traf zum 1:0 der Londoner. Manchester City profitierte und sicherte sich den Titel, Liverpool wurde Zweiter. Wenige Wochen später musste Gerrard den nächsten Rückschlag verkraften. Bei der WM in Brasilien kam das Aus der Engländer in der Vorrunde. Danach beendete der Kapitän der „Three Lions“ seine Länderspielkarriere.

Am Freitag sagte Gerrard: „Es war die härteste Entscheidung meines Lebens. Meine Familie und ich haben uns lange den Kopf darüber zerbrochen. Ich gebe die Entscheidung jetzt bekannt, damit Trainer und Mannschaft nicht durch Spekulationen über meine Zukunft gestört werden.“ Der Ausnahmefußballer will in seiner Karriere noch einmal andere Erfahrungen sammeln und sicherstellen, dass er nichts bedauert, wenn er seine Laufbahn beendet.

Laut englischen Medienberichten ist der dreifache Familienvater in Gesprächen mit den Clubs Los Angeles Galaxy, New York Red Bulls und dem New York City FC, um seine glanzvolle Karriere in der amerikanischen Major League Soccer (MLS) fortsetzen zu können. Irgendwann aber werde er nach Liverpool zurückkehren, um seinem Herzensclub in anderer Funktion zu helfen.

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