Kritische Stimmen in Beaver Creek
Die Ruhe in Beaver Creek ist trügerisch. Von einer perfekt organisierten Ski-WM kann derzeit noch nicht gesprochen werden - ein unkoordiniertes Bussystem, Schotterwege als Zufahrtsstraßen und unzählige Technikpannen. Und jetzt wird erstmals auch Kritik laut vonseiten einiger Athleten - Grund dafür ist die schlechte Pistenpräparierung.
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ÖSV-Superstar Marcel Hirscher gab sich gegenüber Ö3 enttäuscht. Die Trainingspisten seien unbrauchbar. An ein ordentliches Riesentorlauf-Training sei derzeit nicht zu denken. Hirscher sagte dazu am Mittwoch: „Hier zu trainieren ist wirklich sehr bescheiden. Das ist kein Schmäh, zu trainieren ist hier fast ein Ding der Unmöglichkeit.“ Der ÖSV hielt sich dazu bedeckt. „Es gibt keine Kritik“, teilte Pressesprecher Markus Aichner auf Anfrage mit.
Innerhofer bringt Stein ins Rollen
Einer der ersten und lautesten Kritiker war aber neben Hirscher wie so oft der italienische Ex-Weltmeister Christof Innerhofer. „Ich finde es schade, echt schade. Bei so einem Großereignis muss man schon vorbereitet sein für den Fall, dass es einmal ein bisschen schneit“, sagte Innerhofer, der die Organisatoren frontal angriff und damit auch seinen Landsmann, FIS-Renndirektor Markus Waldner. „Normal ist die Piste in Beaver Creek so gut präpariert wie sonst nirgends, diesmal leider nicht“, sagte der 30-jährige Südtiroler, Super-G-Weltmeister von Garmisch 2011.

APA/Hans Klaus Techt
Innerhofer findet keinen Gefallen an den WM-Pisten
„Der Innerhofer will immer blankes Eis. Das wird er hier nicht finden. Aber er wird eine kompakte, knackige Piste vorfinden, und faire Verhältnisse“, konterte Waldner, der in dieser Saison die Nachfolge des Deutschen Günther Hujara als FIS-Renndirektor angetreten hatte. Problem: Nach dem vielen Neuschnee der vergangenen Tage werden die steigenden Temperaturen von bis zu zehn Grad Celsius die Situation in den nächsten Tagen vermutlich sogar noch verschärfen.
Michael Fruhmann, ORF.at, aus Vail/Beaver Creek
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