Rückschlag für das US-Team
Das frühe WM-Aus für Bode Miller nach Sturz und Verletzung im Super-G war ein herber Rückschlag für das US-Skiteam bei der Heim-WM in Beaver Creek. Alpindirektor Patrick Riml sieht sein Team aber nach wie vor im Plan und hofft, dass Miller trotz seiner bereits 37 Jahre weitermacht. „Der Skisport braucht Bode“, ist der Österreicher überzeugt.
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Wie vor zwei Jahren mit Lindsey Vonn in Schladming verlor Riml nun auch in Colorado gleich im ersten (Herren-) Rennen einen Topstar. „Das ist echt zäh. Damals Lindsey, jetzt Bode, beide hätten Medaillen gewinnen können. Einen Athleten gleich beim ersten Rennen zu verlieren ist immer schwierig“, sagte Riml kopfschüttelnd.
„Es ist daheim nicht so einfach“
Von einem misslungenem WM-Start wollte Riml aber nicht sprechen. „Die Bronzemedaille von Lindsey im Super-G war viel wert. Wir sind darüber superhappy, es ist daheim eben nicht so einfach“, weiß Riml, dass seine Leute nun mit dem Druck und den Erwartungen bei einer Heimveranstaltung zurechtkommen müssen. „Der Super-G der Herren war ohne Bode unsere schwächste Disziplin. Insgesamt sind wir daher im Plan und haben gute Möglichkeiten in den restlichen Events.“

APA/EPA/Vassil Donev
Der Ausfall traf nicht nur Miller schmerzlich
Dass die US-Fahrer nun jenen Druck verspüren, wie vor zwei Jahren die ÖSV-Läufer, liege auf der Hand. „Wir brauchen aber deshalb kein zusätzliches Theater zu machen. Jeder will sein Bestes geben. Auch in Schladming haben wir mit Bronze von Julia Mancuso angefangen und gleichzeitig einen Topathleten verloren“, rief Riml in Erinnerung.
2013 hatte dann aber Ted Ligety gleich drei Goldmedaillen für die USA geholt. Ligety ist nun aber nicht in der Überform von damals. „Ted war vor und nach seinem Weltmeistertitel im Super-G nicht auf dem Podest“, relativierte Riml nach Platz neun für Ligety. „Es wäre extrem gewesen, wenn er hier jetzt etwas gewonnen hätte.“
Miller bis zum Sturz „sensationell“
Vielmehr sei der im November an der Bandscheibe operierte Miller trotz der langen Verletzungspause im Super-G der US-Joker gewesen. „Und wie er bis zum Sturz gefahren ist, das war sensationell", sagte Riml. Da fährt er das ganze Jahr kein Rennen und dann tritt er ihn so runter“, lobte der Söldener. Aber nicht nur Miller. „Svindal war auch sensationell. Aber auch Reichelt. Ich freue mich brutal für ihn, er ist ein so netter Bursche.“
Riml hofft nun inständig, dass sein „Joker“ doch noch nicht das Handtuch wirft, obwohl der 37-jährige verheiratete Familienvater Miller längst an seinem zweiten Standbein Pferderennsport arbeitet und bald wieder Vater wird. „Er soll jetzt auf seine Gesundheit schauen, das dauert eh drei bis vier Monate“, sagte Riml.
„Bei Bode weiß man nie“
Die Hoffnung des Tirolers lautet: „Bei Bode weiß man nie. Ich hoffe, er findet die Motivation, um nochmals Gas zu geben.“ Einen Grund sieht Riml schon. „In Kitzbühel hat er nie gewonnen. Er sollte aber auf einer Gondel draufstehen, das hätte er sich verdient.“
Seine Hoffnung daher: „Es kann sein, dass es ihn jetzt so anzipft, dass er erst recht deswegen weitermacht. Einfach weil da noch ein paar Sachen sind, die er noch gewinnen will. Ich hoffe das. Denn der Skisport braucht Typen wie ihn und Svindal.“
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