Vergeblich bemüht
Wieder einmal ist für Red Bull Salzburg nach einer starken Gruppenphase in der Europa League in der Play-off-Phase das schnelle Aus gekommen. Die Elf von Coach Adi Hütter lief am Donnerstag vor 26.000 Fans in der heimischen „Bullen“-Arena gegen Villarreal in eine 1:3 (1:1)-Niederlage und musste sich damit nach der 1:2-Auswärtspleite vor einer Woche im Sechzehntelfinale aus dem Europacup verabschieden.
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Marco Djuricin (18.) hatte Salzburg in Führung gebracht und die Hoffnung auf den Aufstieg leben lassen. Doch der erst 21-jährige Argentinier Luciano Vietto drehte die Partie für die Spanier wieder um. Ein Kopfballtreffer (33.) und ein Kontertor (76.) besiegelten Salzburgs Schicksal. Das 3:1 durch Giovani Santos war gegen die unter Schock stehenden „Bullen“ nur noch Draufgabe (79.). Salzburg hatte sich um das Spiel extrem bemüht, hatte die Partie mit frühem Attackieren auch meist im Griff, verfing sich jedoch auf der anderen Seite immer wieder in der gut organisierten Doppelviererkette der Spanier, die die Österreicher andererseits eiskalt auskonterten.

ORF.at/Christian Öser
Am Ende durfte Villarreal über einen doch sicheren Aufstieg jubeln
Überraschung in der Startaufstellung
An so ein enttäuschendes Ende des Spiels hatte bei Salzburg aber vor dem Anpfiff niemand gedacht. Konrad Laimer hieß die große Überraschung in der Startaufstellung von Hütter. Der 17-Jährige hatte zuletzt in der Europa League in der Gruppenphase gegen Astra Giurgiu seine internationale Reife bewiesen, diesmal sollte er den gesperrten Stefan Ilsanker im defensiven Mittelfeld ersetzen. Andre Ramalho blieb dafür wie schon im Hinspiel in Spanien in der Innenverteidigung. Duje Caleta-Car, der zuletzt in der Liga gegen Ried Unsicherheiten gezeigt hatte, saß somit zu Beginn nur auf der Bank.
Im offensiven Mittelfeld kam dafür der Neo-„Bulle“ Takumi Minamino in der nominellen Kampl-Rolle zu seinem Europadebüt. Eine Aufgabe, die dem 20-jährigen Japaner noch zu groß war. Massimo Bruno, der beim Hinspiel keine Wirkung gezeigt hatte, begann auch als Reservist. Während die 26.000 Salzburger Fans mit viel Erwartungen in die Red-Bull-Arena und mit der Vorfreude auf ein großes Spiel geströmt waren, blieb der Auswärtssektor der Spanier komplett leer. War es ihnen in Salzburg zu kalt oder trauten sie ihrer Mannschaft keinen Erfolg zu?
Djuricin bestärkt Glauben an Aufstieg
Anders die Stimmung in Österreich. Erstaunliche 67 Prozent hatten im ORF-Voting auf einen Aufstieg der Salzburger gegen Villarreal getippt. Auch die „Bullen“ glaubten offensichtlich daran und starteten mit Hochgeschwindigkeitsfußball und viel Einsatz in die Partie. Die Verteidigung des „Gelben U-Boots“ stand aber dicht, eine zwingende Torchance ergab sich daher für die Salzburger in den ersten zehn Minuten nicht. Aber auch die Offensivabteilung der Iberer um Luciano Vietto, Ikechukwu Uche und den pfeilschnellen Denis Tscheryschew ging nicht auf Tauchstation.
Die Hütter-Elf blieb in den Zweikämpfen bissig, attackierte vehement und wurde in der 18. Minute belohnt, als Marco Djuricin einen Schuss von der Strafraumgrenze in die untere linke Ecke zum 1:0 (18.) versenkte. Die Fans riss es von den Sitzen, mit diesem Zwischenstand wäre der Aufstieg ins Achtelfinale aufgrund des Auswärtstores besiegelt gewesen. In der 28. Minute hatte Marcel Sabitzer das mögliche 2:0 auf dem Fuß, Sergio Asenjo im Villarreal-Tor streckte sich aber perfekt und wehrte den aufs lange Eck gezirkelten Ball noch ab.
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Das Führungstor von Marco Djuricin war am Ende zu wenig
Vietto fackelt nicht lange
Doch Salzburg musste aufpassen. Die ballsicheren Spanier kombinierten weiter schnell in der gegnerischen Hälfte und tauchten immer wieder gefährlich vor dem Tor von Peter Gulacsi auf. Und in der 33. Minute hatte der spanische Radioreporter auf der Pressetribüne endlich die Möglichkeit, seinen „Goooool“-Schrei loszuwerden. Vietto hatte nach einem Dos-Santos-Freistoß, von Ramalho vernachlässigt, einen Kopfball zum 1:1 in die Maschen gesetzt.
Damit brauchte Salzburg wieder ein weiteres Tor, um zumindest die Verlängerung zu erreichen. Der heimische Leader drängte weiter, lief sich jedoch ein ums andere Mal in der dichten Villarreal-Abwehr fest. Die Ballstafetten durch das Abwehrzentrum hatten keine Wirkung, nicht so wenige Zuschauer forderten da schon Weitschüsse als Mittel zum Erfolg ein. Der vom hohen Tempo überforderte Minamino konnte das nicht mehr beherzigen, er wurde zur Pause gegen Felipe Pires ausgetauscht.
Schwierige Situation
Die Aufgabe wurde für Salzburg nach der Pause nicht leichter. Ein weiterer Gegentreffer konnte das endgültige Aus bedeuten, auf der anderen Seite musste zumindest ein Tor her. Die Balance zwischen gesicherter Defensive und schwungvoller Offensive musste gefunden werden. Wie schnell es gehen konnte, zeigte Villarreal bei einem Konter in der 55. Minute über sein optimal harmonierendes Offensivtriumvirat Uche, Vietto und Tscheryschew. Gulacsi konnte das 1:2 gerade noch verhindern.

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Der argentinische Torjäger Luciano Vietto war nicht nur beim 1:1 zur Stelle
Ebenso noch einmal in der 61. Minute, als die Spanier einen Schnitzer von Keita im Mittelfeld beinahe zum Tor genutzt hätten. Sabitzer hingegen wurde in der 69. Minute noch im letzten Moment an einem Torschuss gehindert. Laimer, der bis dahin eine sehr starke Leistung geboten hatte, machten dann in der 70. Minute Bruno Platz. Der Belgier hätte beinahe prompt das Führungstor erzielt. Seinen Schuss parierte Asenjo, den Abpraller konnte der verdutzte Sabitzer nicht verwerten.
Bittere Schlussphase
Es war der Auftakt zu einer für Salzburg bitteren Schlussphase. Zuerst stellte Vietto nach einem Konter, wieder einmal war Ramalho für sein schlechtes Stellungsspiel bestraft und locker überlaufen worden, auf 2:1 (76.). Salzburg war schockiert, die Bemühungen, den Aufstieg zu schaffen, waren zunichte gemacht. Der eingewechselte Giovani dos Santos nützte die Enttäuschung bei den „Bullen“, bei denen sich Kapitän Jonatan Soriano nicht in Szene setzen konnte, zum Endstand von 3:1 (79.).
Martin Wagner, ORF.at aus Salzburg
EL-Sechzehntelfinale, Rückspiel
Donnerstag:
Salzburg - Villarreal 1:3 (1:1)
Red Bull Arena, 26.020 Zuschauer, SR Hansen (DEN)
Torfolge:
1:0 Djuricin (18.)
1:1 Vietto (33.)
1:2 Vietto (76.)
1:3 Giovani dos Santos (79.)
Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Minamino (46./Pires), Laimer (70./Bruno), Keita, Sabitzer - Djuricin (84./Berisha), Soriano
Villarreal: Asenjo - Gaspar, Musacchio, Ruiz, Jaume Costa - Jonathan dos Santos, Pina (86./Campbell), Trigueros, Tscheryschew - Vietto (81./Gomez), Uche (69./Giovani dos Santos)
Gelbe Karten: Hinteregger, Schwegler bzw. Musacchio, Pina, Trigueros, Jonathan dos Santos
Die Besten: Hinteregger, Keita, Laimer bzw. Musacchio, Vietto, Tscheryschew
Villarreal mit dem Gesamtscore von 5:2 im Achtelfinale
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