Themenüberblick

Höchstnote für den Jubiläums-„Spitz“

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Ramazan Özcan: Befriedigend

Der Ingolstadt-Legionär durfte diesmal von Beginn an Länderspielpraxis sammeln. Die erste und einzige Bewährungsprobe bei einem abgefälschten Schuss von Izet Hajrovic bestand Özcan sicher. Er war ansonsten in der ersten Hälfte chronisch unterbeschäftigt, zeigte aber bei einem Ausflug weit vor das Tor als zusätzlicher Verteidiger Mut zum Risiko. Beim Ausgleich war Özcan chancenlos.

Florian Klein: Genügend

Klein wagte sich diesmal weiter vor, vergaß aber dabei nicht auf seine Aufgaben in der Defensive. Er machte auf der rechten Seite viele Meter, um den bosnischen Angriffen im Ernstfall schnell das Wasser abzugraben, vergaß vor dem Ausgleich allerdings auf Hajrovic, was sich rächen sollte. Der Schnitzer trübte eine ansonsten solide Vorstellung des Stuttgarters. Zum Glück passierte Klein der folgenschwere Patzer in einem Testspiel.

Aleksandar Dragovic: Gut

Dragovic dirigierte die Abwehr wie gewohnt humorlos wie ein Eisberg. Selbst ManCity-Torjäger Edin Dzeko machte gegen den Kiew-Verteidiger im eins gegen eins keinen Stich. Allerdings hatte er mit seiner Rettungsaktion vor dem Ausgleich Pech, seine Fußspitze machte den Schuss von Hajrovic unhaltbar. Der 24-Jährige bewies zudem Sportgeist und warf sich nicht theatralisch zu Boden, als Dzeko ihm an die Gurgel griff. Auch im Mittelfeld machte Dragovic keine schlechte Figur.

Kevin Wimmer: Befriedigend

Der noch nicht offiziell bestätigte zukünftige England-Legionär vertrat Martin Hinteregger in der Innenverteidigung, und das meist wie ein alter Hase. Nur in der 67. Minute war Wimmer gegen Dzeko nicht im Bilde und hatte Glück, dass der Torjäger sein Visier im Fünfer schlecht eingestellt hatte. Der Verteidiger hatte dem Topstürmer entschieden zu viel Platz gelassen.

Markus Suttner: Gut

Suttner spielte anstelle von Christian Fuchs auf der linken Abwehrseite. Der Austrianer stand so wie Klein sehr hoch und versuchte, sich als Anspielstation anzubieten. Seine Flanken gelangen zu Beginn nur mäßig, in der Defensive agierte Suttner aber hochkonzentriert und ließ sich nichts zuschulden kommen.

Julian Baumgartlinger: Befriedigend

Er überließ Alaba die Spielgestaltung und räumte lieber vor der Abwehr auf. Vor allem bei hohen Bällen im Mittelfeld agierte der Mainzer souverän. In der zweiten Hälfte übernahm Baumgartlinger die Kapitänsschleife und spielte seinen Part unspektakulär bis zur 61. Minute weiter.

David Alaba: Gut

Alaba war wie gewohnt der Dreh- und Angelpunkt bei den Österreichern und versuchte immer wieder, das Spiel schnell zu gestalten. Er half ab und zu auch in der Verteidigung aus, damit sich Klein nach vorne orientieren konnte. Alaba wurde von den Bosniern ordentlich abgeklopft. Er blieb zur Pause vorsichtshalber in der Kabine.

Marcel Sabitzer: Genügend

Seine Aufstellung verhinderte vorerst den 50. Länderspieleinsatz von Martin Harnik. Der Salzburg-Kicker versuchte oft, in die Tiefe zu starten, sah aber wenige Bälle in seine Richtung und kam nicht richtig ins Spiel. Sabitzer schenkte den Gegnern aber zumindest in der Defensivarbeit ordentlich ein. Alles in allem war es aber ein unscheinbarer Auftritt.

Zlatko Junuzovic: Befriedigend

Wie immer war er das offensive Bindeglied in der Mitte. Junuzovic verteilte die Bälle schnell, nicht immer fand er dabei allerdings eine Anspielstation. Dafür zeigte er, dass er sich in Sachen Freistoßkunst nicht vor Alaba verstecken muss. Er leitete mit einem Traumpass das erste Tor ein.

Marko Arnautovic: Befriedigend

Wie sehr der Treffer gegen Liechtenstein Balsam auf seine Seele gewesen war, konnte man direkt spüren. Arnautovic ging aggressiv ans Werk, das musste auch Emir Spahic nach einem robusten Einstieg des Stoke-Legionärs bereits früh feststellen. Hing in der ersten Hälfte trotzdem viel in der Luft, übernahm nach der Auswechslug von Alaba mehr die Initiative, viel gelang dem Wiener trotz Bemühen aber nicht mehr.

Marc Janko: Sehr gut

Dass der „Aussie“-Bomber derzeit in Hochform agiert, hatte sich auch bei den Bosniern herumgesprochen. Dementsprechend eng hingen die Verteidiger Janko am Hemd. Beim 1:0 ließ der 31-Jährige seine Bewacher allerdings wie die Schulbuben stehen und demütigte Bosniens Goalie Asmir Begovic mit einem satten „Spitz“ zu seinem Jubiläumstor im Teamdress. Alleine deswegen gebührt im die Höchstnote. Er durfte seinen Arbeitstag nach 45 Minuten beenden.

Marco Djuricin: Befriedigend

Der gebürtige Wiener fand in seinem zweiten Länderspiel nur schwer in die Partie. Eine gewisse Nervosität war dem 22-Jährigen anzusehen, viel gelang Djuricin bei seiner Heimpremiere im Teamdress nicht. Dass er sich nicht redlich bemühte, konnte man ihm aber nicht vorwerfen.

Stefan Ilsanker: Befriedigend

Ilsanker kam für Alaba zur Pause und versuchte, sich mit viel Einsatz in die Partie zu kämpfen. Alaba konnte der Salzburger spielerisch nicht ersetzen, das hatte aber auch niemand von ihm erwartet.

Martin Harnik: Befriedigend

Er durfte ab der 61. Minute zum 50. Mal den Teamdress auf das Spielfeld tragen. Eine halbe Stunde war für den Stuttgart-Legionär aber offenbar zu wenig, um richtig auf Touren zu kommen. Harnik blieb in seinem Jubiläumsspiel unauffällig - aber auch fehlerlos.

Sebastian Prödl: Befriedigend

Der Bremer löste Dragovic im Abwehrzentrum ab, der Kiew-Legionär rückte in die Baumgartlinger-Rolle auf. Prödl hatte mit einem wuchtigen Kopfball, der knapp daneben ging, Pech, spielte seinen Part in der Verteidigung aber souverän.

Lukas Hinterseer: Zu kurz eingesetzt

Andreas Weimann: Zu kurz eingesetzt

Karl Huber, ORF.at

Links: