„Es sieht nicht gut aus“
Das Positive zuerst: Mit dem 1:1 im Test gegen Bosnien-Herzegowina hat das österreichische Nationalteam seine eindrucksvolle Serie der letzten eineinhalb Jahre nicht abreißen lassen. Von den jüngsten zwölf Länderspielen verlor die Mannschaft von Cheftrainer Marcel Koller nur eines - und das im Herbst gegen Brasilien (1:2). Ansonsten war das Remis am Dienstag im Ernst-Happel-Stadion getrübt von einer womöglich schweren Verletzung von David Alaba.
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Dem Bayern-Legionär droht wieder eine längere Zwangspause, nachdem Alaba erst im Herbst mehrere Wochen ausgefallen war. Österreichs Fußballer des Jahres musste gegen die Bosnier zur Pause beim Stand von 1:0 in der Kabine bleiben, weil er sich wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff bei einer unglücklichen Aktion das linke Knie verletzt hatte.
Österreich gegen Bosnien endet unentschieden
Das ÖFB-Team hat sich im Testspiel mit 1:1 von Bosnien-Herzegowina getrennt. Marc Janko brachte das ÖFB-Team im ausverkauften Happel-Stadion in Führung, Hajrovic glich für Bosnien aus.
Alaba wird laut Informationen des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) derzeit in München von Bayern-Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt an seinem verletzten Knie untersucht. Mit einer genauen Diagnose sei deshalb erst am Nachmittag zu rechnen, teilte der ÖFB Mittwochmittag mit. Alaba war nicht der Einzige, der aus dem freundschaftlichen Länderspiel lädiert herausging. Torschütze Marc Janko und Julian Baumgartlinger erwischte es ebenfalls.
Stich im linken Knie
Was Alaba betraf, passierte das Malheur bei einem Zweikampf an der Toroutlinie mit Ermin Bicakcic. Der ÖFB-Star war dem Ball nachgesprintet und wollte ihn vor dem Bosnier bzw. vor der Outlinie erwischen, als ihm Bicakcic dabei auf das linke Knie fiel. Alaba gab nach dem Spiel keine Interviews. Koller sagte zum Zustand des Schlüsselspielers: „David hat Probleme mit dem linken Knie, hat einen Stich verspürt. Es geht ihm nicht so gut.“ Der 22-jährige Bayern-Außenverteidiger hatte sich im November in der Champions League gegen Roma einen Teilriss des Innenbandes und eine Meniskusverletzung im rechten Knie zugezogen.

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Alabas Verletzung bereitete nicht nur Teamchef Koller Sorgenfalten
Auch Janko konnte sich aufgrund der Verletzung von Alaba nicht so richtig über sein 20. Länderspieltor freuen. „Heute überwiegt die Enttäuschung über Davids Verletzung. Es schaut nicht gut aus. Die erste Diagnose ist nicht so positiv“, berichtete der Sydney-Legionär etwa eine Stunde nach dem Match in der Mixed Zone. Janko selbst musste zur Pause wegen Problemen in der Schultermuskulatur auch in der Kabine bleiben. „Sie hat komplett zugemacht“, so Janko, der noch während und gleich nach dem Spiel behandelt wurde.
Verwirrung um Baumgartlinger
Zunächst war sowohl bei Alaba als auch bei Janko davon ausgegangen worden, dass Koller die Auswechslungen geplant vornahm. Hätte er auch, nur noch nicht zu diesem Zeitpunkt, wie der Schweizer bei der Pressekonferenz nach dem Spiel bestätigte. Verwirrung herrschte auch über den Zustand von Mainz-Legionär Julian Baumgartlinger, von dem es zunächst hieß, er habe in der Pause Blut erbrochen. Baumgartlinger spielte danach aber noch bis zur 62. Minute, ehe ihn Koller ebenfalls vom Platz nahm. „Er hat Halsschmerzen und hat Blut gespuckt“, so Koller. Baumgartlinger selbst beruhigte: „Es war nicht so schlimm.“
Ganze Arsenale von Pyrotechnik im Stadion
Abgesehen von den Verletzungen des österreichischen Trios waren es auch Teile der zahlreichen bosnischen Fans, die das Spiel mit ihrem Verhalten überschatteten. So wurden in den bosnischen Fansektoren A und F immer wieder Böller, bengalische Feuer, Leuchtfackeln und Raketen gezündet. Oft flogen sie danach auf die Laufbahn oder umliegende Tribünen. Auch einige Österreicher hatten das Pech, Karten in den bzw. an die betreffenden Sektoren angrenzenden Bereichen erworben zu haben. Insgesamt war die Stimmung vor allem in der zweiten Hälfte aufgeheizt und giftig.

GEPA/Philipp Brem
Bosnische Anhänger spielten wieder einmal mit dem Feuer
So erfreulich es war, dass die Partie mit 48.500 Zuschauern ausverkauft war und mindestens 15.000 bosnische Fans gekommen waren: Gellende Pfeifkonzerte für Zlatko Junuzovic, ÖFB-Regisseur mit bosnischen Wurzeln, stimmten ebenso nachdenklich wie die Tatsache, dass einmal mehr ganze Arsenale von Pyrotechnik durch die angeblich genauen Einlasskontrollen gebracht wurden.
Harald Hofstetter, ORF.at
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