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Testlauf mit vielen Wechseln

Nach dem EM-Qualifikation-Kantersieg in Liechtenstein hat Österreichs Nationalmannschaft das zweite Länderspiel des Jahres mit einem Remis gegen Bosnien-Herzegowina beendet. Vor 48.500 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion in Wien trennten sich die ÖFB-Auswahl und der WM-Starter von 2014 mit einem leistungsgerechten 1:1.

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Marc Janko hatte die Mannschaft von Cheftrainer Marcel Koller in der 34. Minute mit seinem 20. Tor im ÖFB-Trikot in Führung geschossen. Izet Hajrovic glich für die Bosnier knapp nach der Pause (48.) aus. Die Generalprobe für das nächste Bewerbsspiel glückte dem EM-Quali-Tabellenführer in Gruppe G damit nur teilweise. Am 14. Juni geht es für Österreich in Moskau wieder um Punkte.

Vier Umstellungen im Vergleich zu Vaduz

Gleichzeitig mit dem Einsetzen eines wahren Wolkenbruches waren eine Stunde vor Spielbeginn die Aufstellungen bekanntgegeben worden. Dabei wurde schnell klar, dass Koller doch wesentlich mehr veränderte als zuvor angekündigt. Im Vergleich zum Spiel in Liechtenstein nahm der Schweizer vier Änderungen vor. Im Tor begann Ramazan Özcan, in der Viererkette kamen Innenverteidiger Kevin Wimmer und linksaußen Markus Suttner zum Einsatz. Am rechten offensiven Flügel startete Marcel Sabitzer. Robert Almer, Martin Hinteregger, Christian Fuchs und Martin Harnik nahmen auf der Bank Platz. Die Kapitänsschleife trug Janko statt Fuchs.

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Janko trifft zum 20. Mal im ÖFB-Dress

Marc Janko traf eiskalt zur 1:0-Führung. Für den Australien-Legionär in Diensten des Sydney FC war es das 20. Länderspieltor.

Zum Anpfiff des tschechischen Schiedsrichters Libor Kovarik hatte der Regen wieder nachgelassen. Im Prater-Oval herrschte einmal mehr großartige Stimmung. Geschätzt mindestens 15.000 bosnische Anhänger sorgten gemeinsam mit mehr als 30.000 österreichischen Fans für Gänsehautatmosphäre - und das in einem Testspiel. Giftig, aggressiv und mit dem gewohnten frühen Pressing starteten die Österreicher in die Partie. Die technisch versierten und kombinationsstarken Bosnier kamen durch Hajrovic (6.) zum ersten, leicht abgefälschten Weitschuss in Özcans Hände.

Gefahr zunächst nur bei Freistößen

David Alaba holte sich die Bälle im Zentrum weit hinten aus der eigenen Hälfte und kurbelte die Angriffe an. Abwehrchef Aleksandar Dragovic und Wimmer hatten mit Bosniens Stürmerstar Edin Dzeko keine Probleme. Bis zur 17. Minute sollte es dennoch dauern, ehe Zlatko Junuzovic mit einem 20-Meter-Freistoß nach einem Foul an Alaba für die erste konkrete Gefahr vor dem bosnischen Tor sorgte. Das Match schlief in der Folge etwas ein. Kollers Gesten in der Coachingzone signalisierten seine Unzufriedenheit mit dem schleppend zähen Spielverlauf.

Fans der bosnischen Mannschaft

GEPA/Philipp Brem

Bosnische Anhänger sorgten für eine aufgeheizte Stimmung

Wieder war es ein Freistoß (25.), der die Zuschauer zumindest ansatzweise von den Sitzen riss - diesmal von Alaba und für die mitspringende bosnische Mauer eine Spur zu niedrig angesetzt. Solospitze Janko hing in der Luft, weil Vorlagen wie Flanken zu selten und wenn dann zu unpräzise kamen. Dzeko war auf der anderen Seite allerdings genauso abgemeldet, da Dragovic einmal mehr einen bärenstarken, souveränen Auftritt hinlegte.

Jankos „Spitz“ durchbricht Pattstellung

Ein Tor lag zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht in der Luft - und doch zauberten die Österreicher im wahrsten Sinne des Wortes einen noch dazu sehr schönen Treffer aus dem Hut. Junuzovic schickte Janko mit einem perfekten Pass über die Strafraumgrenze. Der Sydney-Legionär fackelte nicht lange und versenkte den Ball mit dem „Spitz“ seines rechten Fußes eiskalt in der linken unteren Ecke. Das 1:0 (34.) war Jankos 20. Länderspieltor und unterstrich nach dem Treffer zum 2:0 in Vaduz noch einmal seine Hochform.

Aus einer Chance schlug der fast zwei Meter große Angreifer hundertprozentiges Kapital. Dass Janko nach der Halbzeitpause in der Kabine blieb und für ihn Marco Djuricin kam, lag also nicht an mangelnder Effektivität. Auch Alaba, der sich bei seinem letzten Zweikampf vor der Pause am Knie wehgetan hatte, kam zur zweiten Hälfte nicht mehr auf den Platz. Für den Bayern-Legionär brachte Koller den Salzburger Stefan Ilsanker. Und der sollte in den neu formierten ÖFB-Reihen gleich einen schlechten Start erwischen.

Kalte Dusche gleich nach Wiederbeginn

Als sich der schussstarke Hajrovic in der 48. Minute halblinks in Position lief und aus etwa 20 Metern abzog, waren die österreichischen Verteidiger nicht gut postiert. Dragovic grätschte noch in den Schuss, lenkte ihn dabei mit der Fußspitze aber so unglücklich ab, dass Özcan dem Ball nur noch machtlos bei seinem Flug in die lange Ecke nachblicken konnte. Bosnien nutzte den Ausgleich zu einer nachfolgenden Drangperiode, ohne aber allzu gefährlich zu werden. Das Problem war nun eher, dass von den Österreichern nach vorne viel zu wenig kam.

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Hajrovic gleicht unmittelbar nach Wiederbeginn aus

Die zweite Hälfte begann für die österreichischen Fans nicht nach Wunsch. Ein Schuss von Hajrovic wurde von Dragovic abgefälscht und landete zum 1:1 im Tor von Özcan.

Für Aufregung sorgte nach einer Stunde ein intensives Kopf-an-Kopf-„Gespräch“ zwischen Dragovic und Dzeko. Den Bosnier hatte die Situation wohl zunehmend entnervt, gegen den ÖFB-Abwehrchef bis dahin nicht den geringsten Stich gemacht zu haben. Beide sahen die Gelbe Karte, was Dzeko eher beflügelte. Denn in der 67. Minute kam der Manchester-City-Legionär aus kurzer Distanz zur Riesenchance auf das 2:1, schoss aus der Drehung aber um wenige Zentimeter an der linken Stange vorbei. Koller hatte zu diesem Zeitpunkt schon den diesmal eher blass gebliebenen Marko Arnautovic und Julian Baumgartlinger vom Feld genommen.

Finish ohne Höhepunkte

Sebastian Prödl und Harnik (50. Länderspiel) kamen. Dragovic rückte auf Bamgartlingers Sechserposition nach vorne. Wirklich in Schwung kam das „Werkl“ der Österreicher aber nicht mehr. Laufbereitschaft und Kampfgeist konnte man dem Koller-Team keinesfalls absprechen. Was fehlte, waren zündende Ideen, so dass Djuricin kaum in Aktion treten konnte und auch Regisseur Junuzovic mehr dem Ball hinterherlief als ihn in Richtung Tor zu führen. Da auch die Bosnier mit dem Remis ganz zufrieden schienen, plätscherte das Match der Schlussphase entgegen.

Streitereien zwischen den Spielern von Bosnien-Herzegowina und Österreich

ORF.at/Christian Öser

Dragovic und Dzeko lieferten einander ein kleines Scharmützel

Junuzovic hatte sich bis zur 79. Minute ausgepowert, seiner idealen Vorlage zum Janko-Tor war nach der Pause kein Highlight mehr gefolgt. Für den Bremen-Legionär kam Lukas Hinterseer als fünfter ÖFB-Einwechselmann des Abends. Koller setzte seinen Plan um, allen Ergänzungsakteuren Einsatzminuten zu verschaffen. Dass die vielen Wechsel dem Spielfluss nicht zuträglich waren, verstand sich dabei von selbst. Fast logisch, dass sich bis zum Schlusspfiff nur noch wenig tat und die Teams einander nicht mehr wehtun wollten.

Harald Hofstetter, ORF.at

Freundschaftliches Länderspiel

Dienstag:

Österreich - Bosnien-Herzegowina 1:1 (1:0)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 48.500 Zuschauer, SR Kovarik (CZE)

Torfolge:
1:0 Janko (34.)
1:1 Hajrovic (48.)

Österreich: Özcan - Klein, Dragovic, Wimmer, Suttner - Baumgartlinger (62./Prödl), Alaba (46./Ilsanker) - Sabitzer (89./Weimann), Junuzovic (79. /Hinterseer), Arnautovic (62./Harnik) - Janko (46./Djuricin)

Bosnien-Herzegowina: Begovic - Mujdta, Bicakcic, Spahic (46./Sunjic), Zukanovic - Hadzic (79./Prcic), Medunjanin (55./Stilic) - Vrsajevic (69./Ibisevic), Pjanic (46./Besic), Hajrovic (82./Susic) - Dzeko

Gelbe Karten: Sabitzer, Dragovic bzw. Spahic, Besic, Dzeko

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