Erster Sieg mit viel Glück
Mit Paul Gludovatz scheint der Erfolg wieder zur SV Ried zurückgekehrt zu sein. Am Samstag feierten die Innviertler mit einem 1:0 über Sturm Graz im sechsten Spiel den ersten Sieg der Saison. Von Euphorie war beim 69-Jährigen jedoch nichts zu merken. Der Hype um seine Person ist Gludovatz nicht wirklich recht.
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Gludovatz zementierte mit dem Erfolg über Sturm seinen Status bei Ried jedenfalls weiter. Der mit nun 52 Siegen erfolgreichste Trainer in der Clubgeschichte der SV Ried schaffte mit den Oberösterreichern vorerst die Trendwende. Nach dem hart erkämpften Heimsieg präsentierte sich Gludovatz aber in nachdenklicher Verfassung.
Trainereffekt bei SV Ried
Ein Einstand nach Maß: Erstmals saß Paul Gludovatz bei Schlusslicht Ried auf der Bank und prompt feierten die Oberösterreicher ihren ersten Saisonsieg gegen Sturm Graz.
Sympathiebekundungen „beängstigend“
Der 69-Jährige beurteilte die Sympathiebekundungen in Ried als „beängstigend“ bzw. „fast messiashaft“. Die Erwartungshaltung in ihn sei damit aber auch mit einem gewissen Druck verbunden. „Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen“, stellte Gludovatz klar. Seine Mannschaft sei gegen Sturm auch mit etwas Glück als Sieger vom Platz gegangen, sagte der sich nicht als „Wunderwuzzi“ sehende Burgenländer mit Blick auf das spielentscheidende Abseitstor von Daniel Sikorski.

GEPA/Florian Ertl
Sikorski (l.) bescherte Gludovatz das perfekte Comeback als Rieder Trainer
Seine Schützlinge sahen Spiel Nummer eins unter dem neuen, alten Coach dennoch als richtungsweisend. „Es war ein Neuanfang für uns, wir haben gekämpft und alles umgesetzt, was die Trainer wollten“, meinte Oliver Kragl. Rieds bereits von 2008 bis 2012 unter Gludovatz spielender Kapitän Thomas Gebauer ortete ebenfalls eine klare Verbesserung im Vergleich zu den Auftritten unter dem glücklosen Ex-Coach Helgi Kolvidsson.
„Ich will nicht alles auf die Einstellung zurückführen, aber wir hatten eine ganz andere Körpersprache. Es war wieder eine Einheit im Stadion - das Publikum hat gemerkt, dass die Mannschaft gewollt und gekämpft hat“, erklärte Gebauer. Der Torhüter bestätigte, dass das Hauptaugenmerk in den wenigen Einheiten unter Gludovatz auf die Defensive gelegt war. Nach 14 Gegentoren in den vorherigen fünf Saisonspielen wirkte Ried diesbezüglich auch klar verbessert.
Unnötige Sturm-Niederlage
Trotz verändertem Personal im Vergleich zu vor drei Jahren setzte Gludovatz wieder auf sein übliches System. Sturm war davon nicht überrascht, wie Trainer Franco Foda nach der Partie zu Protokoll gab. Der Deutsche war mit dem Auftreten seiner Elf in der ersten halben Stunde aber alles andere als zufrieden. Die zuvor ungeschlagenen Steirer belagerten das gegnerische Tor in der zweiten Spielhälfte dann regelrecht. In dieser Phase hatte Ried Glück.
„Der neue Trainer hat die richtige Mischung gefunden, das System verändert und hatte deshalb Erfolg. Manchmal muss man nur ein kleines Schräubchen drehen und es passt“, meinte Foda über die Rieder. Er nahm allerdings auch Kolvidsson in Schutz. Der Isländer hätte bei seiner kurzen Regentschaft im Innviertel kein Spielglück gehabt, so Foda. Er nahm nach der „total unnötigen“ Niederlage aber auch schon das nächste Heimspiel ins Visier. Kommenden Sonntag geht es unmittelbar vor der Länderspielpause gegen Meister Salzburg. „Da müssen wir gewinnen.“
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