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Meister erkämpft verdienten Punkt

Eine schwache erste und eine turbulente zweite Hälfte haben am Sonntag ein leistungsgerechtes 2:2 zwischen Meister Red Bull Salzburg und der Austria gebracht. Vor 9.292 Fans in Wals-Siezenheim blieben die international gebeutelten „Bullen“ damit in der Bundesliga zum dritten Mal in Serie ungeschlagen. Für die Austria war es nach zweimaliger Führung ein bitteres, aber aufgrund leichter Salzburg-Überlegenheit gleichzeitig auch glückliches Remis.

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Vor allem weil Austria-Verteidiger Lukas Rotpuller in der 72. Minute bei 2:1-Führung mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war und Stefan Lainer kurze Zeit später den Ausgleich zum 2:2 (75.) erzielte. Davor hatte Alexander Grünwald (17.) die Wiener in Führung gebracht, der Deutsche Smail Prevljak das 1:1 (25.) erzielt und Larry Kayode (48.) die Gäste noch einmal vermeintlich auf die Siegerstraße gebracht. In der Tabelle bleibt die Austria Dritter, fünf Punkte hinter Rapid und drei hinter Admira. Salzburg bleibt drei Zähler dahinter Sechster.

Ausschluss des Austrianers Lukas Rotpuller

GEPA/Felix Roittner

Der unrühmliche Abgang von Rotpuller wenige Minuten vor dem 2:2

Zeidler beginnt mit Pehlivan

Austria-Coach Thorsten Fink nahm in der Startformation zwei Veränderungen vor. Fabian Koch begann auf der rechten Abwehrposition, Marco Meilinger startete an der linken Offensivflanke. Viel überraschender fiel jedoch die Anfangself der Salzburger aus: Peter Zeidler rotierte Routiniers wie Christian Schwegler, Christoph Leitgeb, Naby Keita und Yordy Reyna aus dem Team - dafür schaffte es Nationalspieler Yasin Pehlivan innerhalb einer Woche vom Trainingsgast zum Vertragsspieler und nun sogar in die erste Salzburger Elf gegen die Violetten aus Wien.

Neo-„Bulle“ Pehlivan begann im zentralen Mittelfeld an der Seite von Valon Berisha. Und trotz der für einen West-Ost-Schlager enttäuschenden Kulisse in der Red-Bull-Arena gingen beide Teams gleich engagiert, eher rustikal zu Werke. Unter den zahlreichen verbissenen Zweikämpfen im „Niemandsland“ litt der Spielfluss. Und so dauerte es bis zur 14. Minute, ehe Havard Nielsen nach einer schnellen Salzburger Kombination alleine vor dem Tor an Austria-Keeper Robert Almer scheiterte.

Grünwald schlägt zu - Prevljak schlägt zurück

Dass der Norweger diese Großchance verjuxte, sollte den Gastgebern nur drei Minuten später noch mehr wehtun: Ein Eckball von Raphael Holzhauser von rechts wurde vom Salzburger Andreas Ulmer an der ersten Stange per Kopf verlängert, der Ball landete direkt auf Grünwalds rechtem Fuß, und der Austria-Mittelfeldmann drückte ihn aus kurzer Distanz zum 1:0 (17.) über die Linie. Im ersten Schock fingen sich die Hausherren beinahe den nächsten Treffer ein, hatten aber Glück, dass ein Kopfball von Alexander Gorgon nach Flanke von Meilinger das Tor aus kurzer Distanz nicht weit verfehlte.

Die Salzburger hatten bis dahin eigentlich nicht schlecht gespielt und waren doch wieder in Rückstand geraten. Da fragten sich wohl die ersten Beobachter, wann Zeidler den nach mehrwöchiger Verletzungspause erstmals wieder auf der Bank sitzenden Goalgetter Jonatan Soriano bringen würde. Aus diesen Gedanken wurde man gerissen, als sich die „Bullen“ in der 25. Minute erneut schön an den Sechzehner kombinierten, diesmal aber auch den letzten Pass an den Mann brachten. Dieser kam von Takumi Minamino: Prevljak war der Empfänger - und der 20-jährige Deutsche netzte zwischen den Beinen von Almer hindurch zum keinesfalls unverdienten 1:1 ein.

Kayode sprintet zu neuerlicher Führung

Abgesehen von einem gefährlichen Weitschuss von Kayode (30.), den Salzburg-Goalie Alexander Walke bravourös entschärfte, spielten in der Folge hauptsächlich die Gastgeber - das aber auch nicht unbedingt überragend. Erst nach dem Seitenwechsel griffen auch die auswärts in Neongelb gehüllten „Veilchen“ wieder aktiv in die zerfahrene Partie ein. Als Ulmer (47.) einen Linksschuss aus spitzem Winkel an die Außenstange hämmerte, mussten die Wiener aber kräftig durchatmen. Gut für die Austria, dass sie mit Kayode einen im wahrsten Sinne pfeilschnellen Stürmer hat.

Denn wie der nigerianische Stürmer im Gegenzug einem Steilpass von Grünwald hinterherjagte und dabei Salzburg-Innenverteidiger Duhe Caleta-Car buchstäblich stehenließ, war beeindruckend. Alleine vor Walke behielt Kayode dann auch noch die Nerven - das 2:1 (48.) nach technisch feiner „Umkurvung“ des Salzburger Schlussmannes war bereits sein vierter Saisontreffer. Für die letzte halbe Stunde brachte Zeidler dann Valentino Lazaro für den Ausgleichsschützen Prevljak - die Salzburger mussten jetzt mehr Risiko nehmen.

Gelb-Rot für Rotpuller - Lainer trifft zum Endstand

So war auch der Boden für weitere Austria-Konter über Kayode bereitet. Zunächst war es aber Meilinger (62.), der nach weiter Vorlage über die indisponierten Salzburg-Innenverteidiger Miranda und Caleta-Car hinweg in Goalie Walke seinen Meister fand. Ansonsten sorgten in dieser Phase einige Härteeinlagen gegen Kayode für Aufregung. Knapp 20 Minuten vor dem Ende kam dann endlich Soriano zum Comeback: Der Torjäger ersetzte Pehlivan, der ein bemühtes Debüt gegeben hatte. Prompt sollte es turbulent werden - mit einem Finish, das für einige Hängephasen entschädigte.

Jonathan Soriano (Salzburg)

GEPA/Felix Roittner

Neben einer starken kämpferischen Leistung und zwei Treffern war aus Sicht der Salzburger auch das Comeback von Jonatan Soriano ein Grund zur Freude

Austria-Verteidiger Rotpuller schaffte das Kunststück, sich innerhalb von drei Minuten mit zwei Attacken Gelb-Rot (72.) abzuholen. Und lange dauerte es nicht, ehe die Salzburger aus numerischer Überlegenheit Kapital schlugen. Lainer nahm sich nach einem Haken nach innen in 25 Metern Entfernung ein Herz, zog mit links ab und bezwang den chancenlosen Almer mit einem herrlichen Schuss in die linke Ecke zum 2:2 (75.). In den Schlussminuten einer starken zweiten Hälfte hatten noch beide Mannschaften die Chance auf den Sieg. Zunächst hielt Almer einen Freistoß von Berisha (85.), dann scheiterte Kayode in der Nachspielzeit am fehlerlosen Walke.

Harald Hofstetter, ORF.at

Stimmen zum Spiel

Peter Zeidler (Salzburg-Trainer): „Wir haben ganz blöd in Minsk verloren. Das haben wir gut weggesteckt. Es war physisch schwer durchzustehen, aber ich denke, wir waren dem Sieg näher. Wir können aber mit dem Unentschieden leben. Das gibt uns Hoffnung für die ganz große Aufgabe am Donnerstag. Es ist in dieser turbulenten Phase nicht leicht zurückzukommen. Der Gegner kommt mit der ersten Aktion zur Führung. Nach der Pause erzielte er dann das 2:1. Das muss man erst einmal verkraften. Wir haben Moral gezeigt. Es gibt aber noch Sachen zu verbessern.“

Thorsten Fink (Austria-Trainer): „Ich denke nicht, dass es ein glückliches Remis war, es war gerecht. Wir hätten 3:1 führen müssen. Das war eine Riesenchance. In der ersten Hälfte hätte Salzburg in Führung gehen können. Vom Spielverlauf war ich zufrieden, aber wir haben nicht so gespielt, wie ich mir das erwarte. Wir konnten den Ball nicht halten, haben kein Pressing gespielt. In der Pause wollte ich die Jungs wachrütteln, das hat teilweise geklappt.“

Fink zum Ausschluss von Lukas Rotpuller: „Es kann passieren, dass man zu spät kommt. Er hat die falsche Entscheidung getroffen, das kann passieren und wird keine internen Konsequenzen nach sich ziehen. Was anderes wäre es, wenn er schimpft oder schlägt.“

Stefan Lainer (Salzburg-Torschütze zum 2:2): „Ich denke, dass drei Punkte verdient gewesen wären. Wir hatten die klar besseren Chancen. Die Austria ist drei-, viermal vor das Tor gekommen und zweimal hat es ‚gescheppert‘, das ist extrem bitter. Es war ein Schritt nach vorne, aber es wäre noch mehr drin gewesen. Ich denke, was uns auszeichnet, ist, dass wir eine Mannschaft sind, wo jeder für den anderen kämpft. Wenn man zweimal einen Rückstand aufholt, zeigt es, welche Moral in der Mannschaft steckt. In Zukunft wollen wir auch spielerisch einen Schritt nach vorne machen.“

Tipico-Bundesliga, sechste Runde

Sonntag:

Salzburg - Austria 2:2 (1:1)

Red Bull Arena, 9.292 Zuschauer, SR Schörgenhofer

Torfolge:
0:1 Grünwald (17.)
1:1 Prevljak (24.)
1:2 Kayode (48.)
2:2 Lainer (75.)

Salzburg: Walke - Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer - Schmitz, Berisha, Pehlivan (68./Soriano), Minamino - Prevljak (60./Lazaro), Nielsen (82./Reyna)

Austria: Almer - F. Koch, Sikov, Rotpuller, Martschinko - Vukojevic, Holzhauser - Gorgon (76./De Paula), Grünwald (74./Windbichler), Meilinger (87./Kehat) - Kayode

Gelb-Rote Karte: Rotpuller (72./Foul)

Gelbe Karten: Ulmer bzw. Sikov, Holzhauser, Koch

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