Themenüberblick

Dritter Sieg in Serie

Admira Wacker Mödling bleibt in der Bundesliga das Team der Stunde. Die Niederösterreicher gewannen am Sonntag zum Abschluss der sechsten Runde auswärts bei Schlusslicht Altach mit 2:1 und sind damit wieder erster Verfolger von Spitzenreiter Rapid. Der Vorsprung des noch unbesiegten Tabellenzweiten auf die Mannschaft aus dem „Ländle“ beträgt nach dem dritten Sieg in Serie schon elf Punkte.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die Admira konnte in Vorarlberg zwar nicht spielerisch überzeugen, war dafür vor dem gegnerischen Tor aber einmal mehr äußerst effizient. Aus zwei Chancen machten die Südstädter durch Kapitän Christoph Schößwendter (39.) und Markus Blutsch (69.) zwei Tore. Am Ende spielte nur mehr der SCR Altach - mehr als der 1:2-Anschlusstreffer von Louis Ngwat-Mahop in der Nachspielzeit schaute aber gegen eine dezimierte Admira nicht mehr heraus.

Jubel bei Admira

APA/EPA/Dietmar Stiplovsek

Die vor Saisonbeginn als Fixabsteiger gehandelte Admira eilt von Sieg zu Sieg

Langsamer Beginn

Damir Canadi veränderte sein Team gegenüber dem Spiel gegen Belenenses Lissabon am Donnerstag nur an drei Positionen. In der Innenverteidigung spielte Alexander Pöllhuber statt Jan Zwischenbrugger, im Mittelfeld begann Daniel Luxbacher anstelle von Patrick Salomon. Im Angriff bekam Seeger eine Pause verordnet, und Martin Harrer kam zum Zug. Bei der Admira setzte das Trainerduo Ernst Baumeister/Oliver Lederer im offensiven Mittelfeld auf Rene Schicker anstelle von Maximilian Sax.

Die Partie in der Cashpoint-Arena nahm nur langsam Fahrt auf. Nach und nach übernahmen die Hausherren aber die Kontrolle, hatten bei ihren Vorstößen in den Strafraum jedoch kein Glück. Die beste Möglichkeit ließ Hannes Aigner aus, der relativ unbedrängt im Sechzehner nicht ideal an den Ball kam (13.). In der 27. Minute vergab der Routinier nach Flanke von Andreas Lienhart per Kopf eine Chance. Harrer traf nach einem missglückten Ausflug von Jörg Siebenhandl (38.) nur das Außennetz.

Gäste im Abschluss eiskalt

Wie aus dem Nichts ging dann die Admira in Führung. Nach einer Flanke von Blutsch, der nach einem Corner komplett alleine war, nutzte Abwehrchef Schößwendter die Konfusion in der Altacher Hintermannschaft und brachte den Ball per Direktabnahme im kurzen Eck unter (39.). Die Gäste waren davor offensiv praktisch nicht anwesend. Zudem mussten die Niederösterreicher ab der 30. Minute ohne Toni Vastic auskommen, der bei einer Aktion im eigenen Strafraum sein rechtes Knie beleidigt hatte.

Altach erhöhte nach dem Seitenwechsel den Druck noch einmal entscheidend. Angriff um Angriff rollte Richtung Admira-Tor - das viel gelobte Überraschungsteam konnte sich allenfalls durch destruktives Bälle-Wegschlagen für Momente befreien. Es haperte jedoch bei den Vorarlbergern nach wie vor an der notwendigen Durchschlagskraft im Strafraum. Trainer Canadi hatte dieses Grundübel schon nach dem Belenenses-Spiel angesprochen.

Vorentscheidung durch Blutsch

In der 57. Minute scheiterte Harrer mit einem direkten Freistoß. Ansonsten blieb es bei vielen Flanken, die keinen Abnehmer fanden, und unplatzierten Weitschüssen. Wie es funktionieren kann, exerzierte die Admira in Person von Blutsch vor, der den einzigen nennenswerten Konter mit seinem Bundesliga-Premierentor vollendete. Weil in der 73. Minute Markus Wostry die Gelb-Rote Karte sah, war die restliche Spielzeit nur mehr eine Abwehrschlacht.

Siebenhandl musste bei einem Freistoßversuch von Dominik Hofbauer (78.) und bei einem Schuss von Felix Roth (85.) retten. In der Schlussphase hatte noch Aigner eine Kopfballchance (88.). Aufseiten der Admira ließ Thomas Ebner in der 87. Minute die Gelegenheit zum 3:0 aus. In der Nachspielzeit besorgte Ngwat-Mahop das 1:2 (93.). Es war zu spät - die Altacher verließen als bessere Mannschaft den Platz als Verlierer.

Stimmen zum Spiel:

Damir Canadi (Altach-Trainer): „Ich denke, dass wir eine sehr gute Leistung gezeigt haben. Das Spiel lief auf einer schiefen Ebene. Wir waren zweimal unachtsam. Leider haben wir uns für unsere Leistung nicht belohnt. Wir haben einfach unsere Chancen nicht genützt. Wir waren 90 Minuten überragend, so knüppelhart ist der Fußball. Wir haben uns weiterentwickelt. Von der Leistung her kann ich meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Wichtig ist, dass wir Chancen herausspielen können. Die Verwertung kommt dann schon. Wir brauchen noch Spieler, wir haben aktuell 18 einsatzfähige, mit diesem Programm ist das nicht leicht - wir wollen noch einen guten Spieler an Land ziehen.“

Ernst Baumeister (Admira-Cheftrainer): „Es klappt derzeit im Abschluss sehr gut. Das zweite Tor war ein Weltklassekonter, hinten stehen wir relativ gut. Wir wollten Altach das Spiel überlassen, in der zweiten Hälfte sind wir dann aber zu tief gestanden. Zum Glück ist Altach zu wenig eingefallen, sie haben nur hohe Bälle nach vorne gespielt. Wir lassen Rapid keine Luft. Spaß beiseite: Jeder Punkt ist ein Punkt gegen den Abstieg. Wenn wir nach 30 Runden noch da oben sind, können wir weiterreden.“

Christoph Schößwendter (Admira-Torschütze zum 1:0): „Wenn alles nach Wunsch verlaufen wäre, hätten wir uns nicht so schwergetan. Das Einzige, was für uns spricht, ist das Ergebnis. Wir haben mit unglaublicher Moral das Ergebnis verteidigt. Dass das nicht so verdient war, hat jeder gesehen, der im Stadion war. Die Effizienz ist nicht zu erklären. Das ist einfach ein Lauf. Das zeichnet uns momentan aus.“

Tipico-Bundesliga, sechste Runde

Sonntag:

Altach - Admira 1:2 (0:1)

Cashpoint-Arena, 4.217 Zuschauer, SR Schüttengruber

Torfolge:
0:1 Schößwendter (39.)
0:2 Blutsch (69.)
1:2 Ngwat-Mahop (93.)

Altach: Lukse - Lienhart, A. Pöllhuber, Ortiz, Zech - Prokopic, Netzer (68./Roth), Luxbacher (59./Hofbauer) - Ngwat-Mahop, Aigner, Harrer (74./Seeger)

Admira: Siebenhandl - Ebner, Schößwendter, Wostry, Zwierschitz - Lackner, Toth - Starkl (83./Maier), R. Schicker (60./Bajrami), Blutsch - Vastic (30./Grozurek)

Gelb-Rote Karte: Wostry (73./Foul)

Gelbe Karten: Ngwat-Mahop, Aigner bzw. Grozurek, Bajrami, Siebenhandl, Toth

Die besten Spieler: Harrer bzw. Schößwendter, Blutsch

Links: