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Auch von Abwehrbeton nicht aufzuhalten

48.500 Zuschauer haben am Samstag im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion einen 1:0-Heimsieg der österreichischen Nationalmannschaft über Moldawien bejubelt. Der überragende Zlatko Junuzovic wurde in der 52. Minute einer einseitigen Partie mit seinem Tor zum Matchwinner. Die in allen Belangen überlegene ÖFB-Auswahl feierte in der EM-Quali-Gruppe G damit den sechsten Sieg in Serie und steht knapp vor dem Ziel.

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Mit 19 Zählern aus sieben Partien ist man souveräner Tabellenführer. Ein Punkt fehlt dem Team von Cheftrainer Marcel Koller noch aus den verbleibenden drei Spielen. Bereits am Dienstag haben die Österreicher in Solna gegen Schweden die erste von diesen drei Gelegenheiten, sich erstmals auf sportlichem Weg für eine EM-Endrunde zu qualifizieren. Gegen die destruktiven Moldawier, die von der ersten Minute an Abwehrbeton anrührten, war der Weg Richtung Frankreich hart. Ein reguläres Tor von Marko Arnautovic wurde aberkannt, doch Junuzovic erlöste die erneut starke ÖFB-Elf.

Goldtor von Junuzovic

Junuzovic mit dem 1:0. Der Bremen-Legionär staubt nach einem Fehler von Moldawien-Keeper Cebanu, der einen Alaba-Schuss kurz abprallen lässt, ab.

Druckvoller Start im Hexenkessel

Dass auch im Fußball das Leben kein Wunschkonzert ist, hatten das ÖFB-Team und seine Fans eine Stunde vor Anpfiff zur Kenntnis nehmen müssen. Das 1:0 der Russen gegen Schweden hatte die Chance auf den „Best Case“ des Abends zunichte gemacht: ÖFB-Heimsieg gegen Moldawien und gleichzeitige Buchung des EM-Tickets für Frankreich. Der großartigen Stimmung im Happel-Oval tat das freilich keinen Abbruch. Die rot-weiß-rote Euphoriewelle trug Marcel Kollers Schützlinge durch das Aufwärmprogramm an einem herbstlich nass-kühlen Abend.

EM-Qualifikation, 7. Spieltag

Der ÖFB-Teamchef schickte die erwartete Startelf in das vierte und vorletzte Heimspiel auf dem Weg zur Euro 2016. Und der aktuelle 13. der Weltrangliste begann gegen die Nummer 124 im Prater-Hexenkessel wie erhofft: David Alaba aus der Zentrale und davor Regisseur Junuzovic kurbelten hinter Spitze Marc Janko einen Angriff nach dem anderen an. Die Außenverteidiger Christian Fuchs (links) und Florian Klein drückten über die Flügel und attackierten die Moldawier bei Ballverlust weit in der gegnerischen Hälfte. Die Gäste standen hinten mit zwei Abwehr-Viererreihen.

„Powerplay“ gegen Abwehrbollwerk

Janko (3.) verpasste eine Junuzovic-Flanke am Fünfer nur ganz knapp. Ein Weitschuss von Alaba (12.) strich an der rechten Stange vorbei. Als Bremen-Legionär Junuzovic (16.) nach Doppelpass mit Janko dem moldawischen Keeper Ilie Cebanu aus kurzer Distanz in die Hände köpfelte, hatte sich der Außenseiter bereits mehr oder weniger auf Zeitschinden verlegt. Ohne die verletzten Topspieler Artur Ionita (Hellas Verona) und Alexandru Epureanu hatte die Mannschaft von Trainer Alexandru Curteian in der Offensive so gut wie nichts zu bieten. Der rechte offensive ÖFB-Flügelmann Martin Harnik (21.) dagegen schoss nach schönem Haken über die Latte.

Fuchs, Arnautovic

APA/AP/Hans Punz

Fuchs und Arnautovic legen sich kräftig ins Zeug

Hinten stand felsenfest die Null - auch dank der souveränen, kaum geforderten Innenverteidiger Aleksandar Dragovic und Sebastian Prödl. Das war gut für Robert Almer. Der bis dahin völlig unbeschäftigte Goalie überbot nach 36 Minuten den von Friedl Koncilia in der Saison 1982/83 aufgestellten Rekord von 458 Minuten ohne Gegentor in ÖFB-Pflichtspielen. Davor hatte der gut aufgelegte Junuzovic (30.) das längst fällige 1:0 per Kopf nach Fuchs-Flanke nur knapp verpasst. Die Moldawier verteidigten mittlerweile mit zehn Mann. Torhüter Cebanu holte sich eine hochverdiente Gelbe Karte für wiederholte Spielverzögerung (40.).

Reguläres Tor von Arnautovic aberkannt

So schafften es die hoffnungslos unterlegenen Gäste mit 0:0 in die Pause - allerdings nur, weil der mazedonische Referee Aleksandar Stavrev dem Führungstreffer durch Arnautovic (42.) wegen angeblichen Abseits die Anerkennung verweigerte. Der linke Offensivmann wäre laut Schiedsrichter im Abseits gestanden - eine Fehlentscheidung, noch dazu leitete ein moldawischer Verteidiger dann mit einer Kopfballabwehr eine neue Aktion ein, und danach wurde der Ball von einem weiteren Moldawier zum freistehenden Arnautovic verlängert. Demenstprechend groß war der Ärger.

Junuzovic lässt Stadion beben

Er war noch nicht verraucht, als Harnik (46.) und Alaba (48.) die zweite Hälfte mit guten Gelegenheiten blitzartig eröffneten. Die personell vorerst unveränderte Koller-Elf rannte weiterhin wütend auf die gegnerische „Betonwand“ an - und vergaß dabei auch nicht darauf, ihre technische Überlegenheit auszuspielen. In der 52. Minute wurden die Bemühungen dann endlich belohnt: Junuzovic, der klar beste Mann auf dem Feld, avancierte zum erlösenden Torschützen, indem er einen Abpraller von Goalie Cebanu nach Weitschuss von Alaba aus kurzer Distanz zum 1:0 versenkte.

Zlatko Junuzovic

APA/EPA/Sebastian Pucher

Junuzovic mit dem erlösenden Treffer

Vorausgegangen waren dem mehr als verdienten Führungstreffer eine schöne Eröffnung von Julian Baumgartlinger und ein sehenswerter Doppelpass zwischen Alaba und Janko, der an diesem Abend mehrmals in vorbereitender Rolle glänzte. Die Erleichterung in den Reihen der Österreicher war fast noch größer als die Freude. Das Stadion bebte, die Siegerstraße musste allerdings noch zu Ende gefahren werden. Dementsprechend blieben Junuzovic und Co. am Drücker - vom Gegner drohte weiter keine Gefahr. Als Prödl (69.) nach Alaba-Freistoß in den Fünfer sprintete und zum Kopfballabschluss kam, fehlte nicht viel. Das 2:0 lag in der Luft.

Wichtiger „Dreier“ souverän ins Ziel

Nach einer Behandlungspause für Dragovic, der sich bei dieser Aktion das Knie verdreht hatte, kam das Spiel der Österreicher dann leicht ins Stocken. Almer musste in der 71. Minute erstmals wirklich eingreifen - mit einer Fußabwehr bei einem Schuss von Nicolae Milinceanu. Die Minuten vergingen, nun hatten die Hausherren aber auch nichts mehr dagegen. Arnautovic hätte seine starke Leistung in der 81. Minute krönen können, verzog im Strafraum aber doch deutlich. So musste und sollte der knappe Vorsprung reichen - nach 93 Minuten war der immens wichtige „Dreier“ eingefahren. Am Dienstag geht die Reise nach Frankreich in Schweden weiter.

Harald Hofstetter, ORF.at

EM-Qualifikation, Gruppe G

Samstag:

Österreich - Moldawien 1:0 (0:0)

Wien, 48.500 Zuschauer, SR Stavrev (MKD)

Tor: Junuzovic (52.)

Österreich: Almer - Klein, Dragovic, Prödl, Fuchs - Baumgartlinger, Alaba (92./Ilsanker) - Harnik (76./Jantscher), Junuzovic, Arnautovic - Janko (84./Okotie)

Moldawien: Cebanu - Erhan, Golovatenco, Gojocari, Armas, I. Jardan - Andronic (55./Racu), Patras, Cebotaru (79./Ginsari), Dedov - Milinceanu (87./Carp)

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