„All Blacks“ gegen „Springboks“
Mit Neuseeland und Südafrika treffen am Samstag im ersten Semifinale der Rugby-WM in England zwei echte Schwergewichte aufeinander. Beide Nationen sind zweifacher Weltmeister, beide wurden schon vor dem Turnier als Favoriten auf den Titel genannt. „All Blacks“ und „Springboks“ verbindet eine besondere Rivalität, die vor allem von einem geprägt ist: Respekt.
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Neuseeland und Südafrika können einander in Sachen Taktik nur schwer überraschen. Beide Teams treffen alljährlich im Rahmen der „Rugby Championship“, bei der auch die beiden anderen Semifinalisten Australien und Argentinien mit von der Partie sind, aufeinander. Ein packendes Spiel ist dabei immer garantiert. Das soll auch am Samstag im Twickenham Stadium von London nicht anders sein.
Ein Bier für den Verlierer
So hart es auf dem Feld aber auch zugeht, so amikal gehen die handelnden Personen beider Teams abseits des Spiels miteinander um. Die Trainer Steve Hansen (Neuseeland) und Heyneke Meyer (Südafrika) haben es sich sogar angewöhnt, dem jeweils unterlegenen Kollegen ein Bier auszugeben. „Ich würde es sehr begrüßen, wenn ich ihm am Samstag ein Bier kaufen könnte“, scherzte Meyer.

APA/EPA/Nic Bothma
Den neuseeländischen „Haka“ sehen die Südafrikaner regelmäßig
In den vergangenen fünf Jahren kam das nicht allzu häufig vor. Von zwölf Vergleichen gewann Neuseeland zehn, und auch diesmal gelten die „All Blacks“ als Favorit. Die Gala beim 62:13-Kantersieg im WM-Viertelfinale Frankreich hat die hohen Erwartungen beim Titelverteidiger unterstrichen. Südafrika leistete sich im ersten Spiel gegen Japan zwar einen historischen Patzer, dieser wirkte für die „Springboks“ aber wie ein Weckruf. Die nächsten Gegner hatten nichts zu bestellen. Einzig Wales im Viertelfinale forderte den zweifachen Champion bis zur letzten Sekunde.
„Auf unerwartete Dinge vorbereiten“
Neuseelands Teamchef verwies daher auch auf die deutliche Leistungssteigerung der Südafrikaner im WM-Verlauf seit der sensationellen Auftaktniederlage gegen Japan. „Wir müssen uns auch auf unerwartete Dinge vorbereiten“, sagte Hansen. Seine Rekordjäger wollen nicht nur ins Finale am 31. Oktober stürmen, sondern auch das 13. WM-Spiel in Serie gewinnen. Das hat zuvor noch keine Mannschaft in der Geschichte des 1987 eingeführten Turniers geschafft.
Auch in Südafrika überlagert das Match derzeit alles. Die Sportfans hoffen auf ein ähnliches Resultat wie 1995, als die Südafrikaner bei ihrer Heim-WM im Finale gegen Neuseeland mit einem 15:12 nach Verlängerung erstmals den Titel holten. Der Moment, als Südafrikas Präsident Nelson Mandela im Trikot der „Springboks“ die Trophäe an den damaligen Kapitän Francois Pienaar übergab, gilt als einer der prägendsten in der Geschichte des bis dahin lange von der Apartheid beherrschten Landes.
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