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Sturzorgie auf dem Hahnenkamm

Die Streif-Abfahrt in Kitzbühel ist am Samstag von schweren Stürzen der Favoriten geprägt worden. Sowohl der Norweger Aksel Lund Svindal als auch der Salzburger Hannes Reichelt wurden von einer Welle nach der Hausbergkante ausgehoben und landeten spektakulär im Fangnetz.

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An derselben Stelle wie Svindal und Reichelt war davor mit Georg Streitberger ein weiterer ÖSV-Läufer schwer zu Fall gekommen. Alle drei Athleten hielten dem Druck bei einer Welle kurz vor der Traverse nicht stand, verloren die Kontrolle und stürzten ungebremst ins Netz.

Aksel Lund Svindal

APA/Hans Klaus Techt

Svindal wurde ins Krankenhaus gebracht

Svindal wurde zunächst mit einem Schneemobil ins Ziel gebracht und in der Folge zu einer genaueren Untersuchung ins Krankenhaus nach Innsbruck. Bei ihm bestand ebenfalls der Verdacht auf eine Knieverletzung, der sich am Abend bestätigte. Schon bei seinem Sturz im Kombi-Slalom am Freitag hatte sich Svindal, der den Gesamtweltcup derzeit 107 Punkte vor Marcel Hirscher anführt, eine Zerrung im Oberschenkel zugezogen.

Saison für Streitberger vorbei

Reichelt („Kopfschmerzen“) und Streitberger mussten nach der Erstversorgung per Helikopter zu weiteren Untersuchungen ins Spital nach St. Johann transportiert werden. Während Reichelt mit einer Knochenprellung im linken Knie offenbar glimpflich davonkam, war für Streitberger die erste Diagnose ernüchternd: Riss des vorderen Kreuzbandes sowie des Außenmenikus im rechten Knie - Saisonende.

Streitberger verliert Kampf gegen die Streif

Der Salzburger Georg Streitberger erlitt bei seinem Sturz auf der Streif Verletzungen im rechten Knie und musste die Saison vorzeitig beenden.

Streitberger und Reichelt waren bereits das dritte bzw. vierte ÖSV-Sturzopfer der Streif in dieser Woche nach den Trainingsverletzungen von Max Franz und Florian Scheiber. Für beide war die Saison ebenfalls vorzeitig beendet. „Ich dachte, dass in Kitzbühel nun unsere Glücksserie beginnt. Für die Abfahrt hatte ich ein sehr gutes Gefühl, und dann passiert wieder ein Malheur nach dem anderen“, haderte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum im ORF-Interview im Zielraum der Streif.

Schröcksnadel forderte Rennabbruch

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel war der Schock über die Vorgänge ins Gesicht geschrieben. Er forderte ob der schlechten Bodensicht sogar einen Rennabbruch, dem aber zunächst nicht Gehör geschenkt wurde. Erst nach Startnummer 30, so viele Fahrer sind für die offizielle Wertung des Rennens nötig, war Schluss. Über den Sieg jubelte der Italiener Peter Fill vor den Schweizern Beat Feuz und Carlo Janka.

„Wenn Topfahrer wie Reichelt oder Svindal so stürzen, dann ist das nicht normal. Ich bin schon dafür, dass man die Piste im Vorfeld unruhig macht, gleichtzeitig müsste aber das Tempo reduziert werden, sonst wird es bei so schlechter Sicht wie diesmal sehr, sehr gefährlich. Da muss man sich etwas überlegen“, so Schröcksnadel. Wegen Schneefalls und davor starken Windes war der Abfahrt um eineinhalb Stunden verschoben worden. Gestartet wurde letztlich knapp oberhalb der Mausefalle.

Striedinger nach Sturz noch Zehnter

Für eine Schrecksekunde hatte zum Auftakt des Rennens schon Otmar Striedinger gesorgt, der mit Startnummer eins nach einem „Verschneider“ kurz vor dem Ziel abgehoben wurde und rückwärts über die Linie geflogen war. Der Kärntner („Die Streif verzieh diesmal keinen Fehler“) blieb ungeschoren. In der Endabrechnung reichte es für ihn als zweitbestem Österreicher sogar zu Platz zehn, Vincent Kriechmayr wurde Siebenter.

Der ÖSV muss nun in der weiteren Saison jedenfalls auf acht Speed-Fahrer verzichten. Neben Streitberger, Franz und Scheiber fielen verletzungsbedingt schon vor dem Hahnenkamm-Wochenende Olympiasieger Matthias Mayer (sechster und siebenter Brustwirbel gebrochen), Joachim Puchner (Patellasehne), Thomas Mayrpeter (Kreuzbandriss), Markus Dürager (Schien- und Wadenbeinbruch) und Daniel Danklmaier (Kreuzbandriss, Meniskusverletzungen) aus.

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