Ernüchternde Diagnose für Weltcup-Leader
Der alpine Weltcup muss für die restliche Saison ohne Superstar Aksel Lund Svindal auskommen. Der Norweger verletzte sich bei seinem schweren Sturz am Samstag in der Abfahrt von Kitzbühel schwerer als zunächst vermutet. Die schockierende Diagnose: Svindal erlitt einen Kreuzband- und Meniskusriss im rechten Knie. Die Saison ist für den Weltcup-Spitzenreiter damit vorbei.
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Svindal war so wie Georg Streitberger und Hannes Reichelt kurz nach der Hausbergkante gestürzt und ins Fangnetz geflogen. Im Gegensatz zu den beiden Österreichern, die beide mit dem Hubschrauber abtransportiert werden musste, konnte der Norweger das Sturzareal zu Fuß verlassen. Bei der genaueren Untersuchung in Innsbruck folgte die Ernüchterung: Riss des rechten Kreuzbandes und des Meniskus. Bereits am Abend wurde der 33-Jährige in der Privatklinik Hochrum bei Innsbruck operiert. Laut norwegischem Verband muss Svindal acht bis neun Monate pausieren.
Verletzte bei Abfahrt in Kitzbühel
Die Weltcup-Saison ist für Aksel Lund Svindal nach dem schweren Sturz bei der Abfahrt in Kitzbühel vorbei. Der Norweger erlitt einen Kreuzband- und Meniskusriss. Auch für Georg Streitberger ist die Saison zu Ende.
Svindal dankbar für Saison, Hirscher betroffen
Bis zu seinem Sturz in Kitzbühel hatte Svindal das Weltcup-Geschehen dominiert. Der Norweger hatte sieben Rennen, darunter vier Abfahrten, für sich entschieden und liegt in der Gesamtwertung 107 Punkte vor Marcel Hirscher. Sein Saisonende nahm Svindal gefasst auf. „Es ist immer ein großes Risiko, wenn man Abfahrt fährt“, zitierte die norwegische Zeitung „Aftenposten“ Svindal aus einer Pressemitteilung des Verbands. „Ich bin dankbar dafür, dass es in dieser Saison so gut gelaufen ist. Das ist keine Selbstverständlichkeit in einem solch anspruchsvollen Sport.“
Auf Facebook postete der Norweger ein Bild im Krankenbett und schrieb darunter: „Ich habe mein Knie ein bisschen zerstört und bin kurz vor der Operation. Das ist irgendwie scheiße mitten im Winter, aber so ist das Leben.“ Norwegens Chefcoach Christian Mitter glaubt fest an eine Rückkehr von Svindal: „So wie ich ihn kenne, glaube ich schon, dass wir ihn nächstes Jahr wiedersehen werden.“

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Svindal verlor nach der Hausbergkante den Kampf gegen die Streif
Hirscher zeigte sich indes vom Saisonende seines Konkurrenten im Gesamtweltcup betroffen. Der Salzburger war auch von der Schwere der Verletzung überrascht. „Es hat eigentlich positiv ausgesehen, da er selbstständig die Strecke verlassen konnte. Ich kann es gar nicht glauben. Es ist ein Wahnsinn, dass sich Aksel in seiner Form verletzt hat und ein Opfer der Kompression geworden ist. Ich kann ihm nur alles Gute wünschen“, erklärte Hirscher im ORF-Interview.
Dauer von Reichelt-Ausfall ungewiss
Wie lange Reichelt wegen seiner Knochenprellung im linken Knie ausfallen wird, ist ungewiss. „Das ist davon abhängig, wie stark die Prellung ist, das kann ich noch nicht sagen“, sagte ÖSV-Herren-Chefcoach Andreas Puelacher. Er berichtete auch, dass Reichelt über Kopfschmerzen geklagt hatte, weshalb aus Sicherheitsgründen der Abtransport per Helikopter gewählt wurde. Der 35-jährige Salzburger trat aber noch am Samstag die Heimreise an.
Während Reichelt relativ glimpflich davonkam, war hingegen für Streitberger die erste Diagnose ernüchternd: Riss des vorderen Kreuzbandes sowie des Außenmenikus im rechten Knie - Saisonende. Streitberger ist bereits das dritte ÖSV-Sturzopfer der Streif in dieser Woche nach den Trainingsverletzungen von Max Franz und Florian Scheiber. Für beide war die Saison ebenfalls vorzeitig beendet.

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Im Vergleich zu seinen Kollegen hatte Hannes Reichelt Glück im Unglück
„Mir geht es nicht mehr gut. Das Resultat heute ist uns ganz wurscht“, sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Die Streif verzeihe eben „nicht den kleinsten Fehler“, erklärte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum. „Wenn da irgendetwas ist, wirkt sich das dementsprechend negativ aus. Da siehst du im Grund auch, was die Burschen leisten und riskieren. Wie man sich da fühlt in meiner Position, kann man gar nicht so ausdrücken. Das schlägt sich wirklich auf den Magen“, rang der Oberösterreicher nach Worten.
Sicherheit für Schröcksnadel oberstes Gebot
Schröcksnadel hatte unmittelbar nach dem Sturz von Svindal für einen sofortigen Abbruch der Abfahrt plädiert und bei FIS-Renndirektor Markus Waldner interveniert. Weil es nicht dazu kam, gab sich der 74-Jährige verstimmt. „Die Show ist die eine Sache, aber der Sport ist die andere. Und die Sicherheit der Läufer muss das Primäre sein“, sagte er im Zielraum.
Der Tiroler hätte den Entschluss der FIS, die Abfahrt vorzeitig zu beenden, gerne früher gesehen. „Das Rennen hätte man vielleicht auch am Montag fahren können. Es sind natürlich sehr viele Fans da, aber trotzdem muss der Sport im Vordergrund stehen. Wenn es solche Stürze gibt, dann muss man reagieren.“ Die Entscheidung, das Rennen zu starten, zog Schröcksnadel indes nicht in Zweifel.
Das Problem sei die schlechte Sicht an der betreffenden Passage gewesen. In der Kompression vor der Einfahrt in die Traverse hätten die Läufer fast einen Blindflug hinlegen müssen. „Eine normale Welle. Es war kein Fahrfehler“, fand Schröcksnadel. Die Präparierung der Piste ist für den ÖSV-Boss nicht das eigentliche Problem. „Es ist sehr unruhig präpariert, aber dafür bin ich eigentlich, weil der Athlet dann viel konzentrierter fährt. Aber bei solchen Sichtverhältnissen und bei der hohen Geschwindigkeit ist es dann halt auch gefährlich.“
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