Halbzeitleader mit neuem Set-up
Die tragische Figur beim alpinen Slalom-Nightrace in Schladming war am Dienstag Felix Neureuther. Während das Podest-Triumvirat Henrik Kristoffersen, Marcel Hirscher und Alexander Choroschilow im Ziel jubeln durfte, schlich der Deutsche im Zeitlupentempo wie ein Häufchen Elend davon. Nach einer überlegenen Halbzeitführung hatte er im zweiten Lauf eingefädelt.
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„Das ist schon sehr schade, auf alle Fälle. Ich wollte schauen, dass ich auf Linie komme. Im Endeffekt war es mein Fehler, dass ich etwas zu früh den Schwung angesetzt habe“, kommentierte Neureuther seinen Lapsus im unteren Teil, mit dem er sich die Chance auf den Sieg nahm. „Ich glaube, das wäre sehr eng geworden unten“, sagte Sieger Kristoffersen. „Vielleicht hätte er mich besiegt.“

APA/AFP/Christof Stache
Auf der Planai fanden Neureuthers Siegeshoffnungen ein abruptes Ende
Richtiges Gefühl zurück
Im ersten Durchgang hatte Neureuther mit einem Traumlauf alle überrascht. Der 31-Jährige aus Partenkirchen lag 0,53 Sekunden vor Stefano Gross und 1,10 vor Kristoffersen. Bis dahin war er in diesem Winter als Dritter in Val d’Isere erst einmal im Slalom auf dem Podest gestanden. Seitdem war er immer wieder durch seine Rückenprobleme zurückgeworfen worden, dazu erwies sich das Material zunehmend als Handicap.
Am Montag hatte er beim Training in Haus im Ennstal aber das Heureka-Erlebnis mit einem neuen Schuh. Von Anfang an fühlte Neureuther den richtigen Touch. „Seit gestern habe ich zum ersten Mal seit Oktober wieder das Gefühl gehabt, dass ich Ski fahren kann. Das war genau das, was mir jetzt gefehlt hat in den Rennen zuvor. Ich war immer auf der Suche nach dem richtigen Set-up.“
„Ich bin bis jetzt den gleichen Schuh vom letzten Jahr gefahren, aber nach relativ langer Zeit sind die Schuhe tot. Da bekommst du keinen Punch mehr“, erklärte Neureuther und präzisierte, dass er keinen kurzen Schwung mehr habe fahren können. „Der Schwung hat lange gedauert, ich war eher Passagier. Ich bin gefahren, wie ich mich nicht kenne. Das hat mich extrem aufgeregt.“
Auftrieb trotz Ausfalls
Seit Montag aber sei alles anders. „Seit der ersten Fahrt habe ich gewusst: Alles klar, jetzt bin ich wieder der Alte. Ich habe es einfach im ersten Lauf mit Nummer eins probiert, es gnadenlos auszunutzen. Und das ist mir wunderbar aufgegangen“, sagte Neureuther. Er fügte jedoch hinzu: „So eine Pfeife bin ich jetzt auch nicht. Ich habe schon oft genug bewiesen, dass ich relativ schnell Ski fahren kann.“
Diese positive Erkenntnis nahm er aus Schladming mit. „Ich denke, dass man gesehen hat, dass ich zurück bin. Es ist schade, dass halt schon die ganzen Slaloms vorbei sind im Jänner. Aber es kommen noch ein paar Rennen“, wusste Neureuther, der sich auch für seinen DSV-Teamkollegen Dominik Stehle freute, der mit Platz vier seine bisher beste Weltcup-Platzierung einfuhr. „Das ist richtig geil, ich freue mich extrem für ihn. Er hat auch lange gekämpft.“
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