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Der Traum geht in Erfüllung

Selbst beitragen konnten die Spieler von Leicester City am Montagabend nichts zum historischen ersten Titelgewinn ihrer Mannschaft in der Premier League. Christian Fuchs und Co. blieb nur das Daumendrücken vor dem Bildschirm.

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Als Schiedsrichter Marc Clattenburg die Partie zwischen Chelsea und Tottenham Hotspur abpfiff, kannte der Jubel der neuen Fußballhelden Englands im Haus von Leicester-Torjäger Jamie Vardy aber keine Grenzen mehr: Sie hatten gerade eine der größten Sensationen im Weltfußball geschafft.

Fuchs und Co. dürfen endlich jubeln

Durch das 2:2-Remis in London stand endgültig fest, dass dem als Abstiegskandidat und 5.000:1-Außenseiter in die Saison gestarteten Club aus den Midlands der Titel nicht mehr zu nehmen ist. Fuchs teilte seine Freude unmittelbar danach via Twitter mit den Fans. Er ist erst der zweite Österreicher, der über den Premier-League-Titel jubeln darf. 1998 hatte Tormann Alexander Manninger mit Arsenal triumphiert.

„Ein unglaubliches Gefühl“, schilderte Gastgeber Vardy seine Emotionen nach dem Titelgewinn. „Ich habe so etwas bisher nicht gekannt. Wir haben letztes Jahr gerade so die Klasse erhalten und werden am Samstag die Trophäe hochhalten. Es ist der größte Erfolg in der Geschichte eines großen Vereins, und wir alle haben einen Teil dazu beigetragen.“ Vor der Villa von Vardy versammelten sich Hunderte Fans und huldigten ihren Idolen. Auch rund um das King Power Stadium in Leicester und in den Pubs der Stadt feierten die Anhänger den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte bis in die Morgenstunden.

„Sie haben den Titel verdient“

Glückwünsche an das Team von Trainer Claudio Ranieri gab es auch vom geschlagenen Verfolger Tottenham. „Zuerst möchte ich Claudio und seine Spieler beglückwünschen. Sie haben eine unglaubliche Saison gespielt und den Titel verdient“, sagte Trainer Mauricio Pochettino.

Leicester City ist englischer Meister

Zwei Spieltage vor Ende der Premier League steht eine der größten Überraschungen der Fußballgeschichte fest: Underdog Leicester City mit ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs wurde erstmals englischer Meister.

Seit der 23. Runde führt der Verein aus der 300.000-Einwohner-Stadt Leicester die Tabelle an, begeisterte als Underdog und hatte zum Endspurt fast alle Sympathien auf seiner Seite. „Leicesters fantastische Foxes haben der Premier-League-Elite eine Lektion erteilt“, schrieb die britische Zeitung „The Guardian“.

Ein positiver Schock

Aus der Fußballwelt gab es zahlreiche Glückwünsche. „Das ist der Grund, warum wir Fußball lieben. Gratulation“, twitterte Weltfußballer Lionel Messi. FIFA-Päsident Gianni Infantino sprach von einer „wunderbaren Geschichte“ und einem „Märchen“. Der ehemalige Leicester- und Nationalteamstürmer Gary Lineker, der in der Stadt geboren wurde, war überwältigt: „Leicester City hat die Premier League gewonnen. Der größte sportliche Schock meines Lebens. Und es ist meine Mannschaft.“

Auch Chelsea-Kapitän John Terry schloss sich den Gratulanten an. „Die ganze Saison über haben die Leute gesagt: ‚Das nächste Spiel verlieren sie, das nächste Spiel verlieren sie‘, aber sie haben weiter gewonnen und Ergebnisse gebracht. Was sie in dieser Saison getan haben, war unglaublich und hat den kleineren Teams Hoffnung gemacht.“

Mit „Katastrophentrainer“ zum Titel

Die erste Meisterschaft des Teams aus den englischen Midlands hat viele Gesichter. Angefangen von Trainer Claudio Ranieri, der als griechischer Teamchef 2014 nach einer 0:1-Pleite gegen die Färöer entlassen wurde. „Die Katastrophe des Jahrhunderts“, nannten ihn danach griechische Zeitungen. Am Montagabend hatte Ranieri dann allen Grund zur Genugtuung. „Ich bin so stolz“, sagte er. „Als ich hierher gekommen bin, habe ich das nicht erwartet. Ich bin ein Pragmatiker. Ich wollte einfach Spiel für Spiel gewinnen und meinen Spielern helfen, sich von Woche zu Woche zu verbessern. Ich habe nie zu viel darüber nachgedacht, wohin uns das führen könnte.“

Auch die Mannschaft hat viele Helden, herausragend waren Torjäger Vardy, Offensivdribbler Riyad Mahrez und Mittelfeldmotor N’Golo Kante. Nicht ohne Grund belegte dieses Trio bei der Wahl zum Fußballer des Jahres durch den englischen Sportjournalistenverband Football Writer’s Association die Plätze eins bis drei.

Englische Premier League

36. Runde

Samstag, 30. April:
Stoke City * Sunderland 1:1
Watford ** Aston Villa 3:2
West Bromwich West Ham 0:3
Everton Bournemouth 2:1
Newcastle Crystal Palace 1:0
Arsenal Norwich City 1:0
Sonntag, 1. Mai:
Swansea City Liverpool 3:1
Manchester United Leicester City *** 1:1
Southampton Manchester City 4:2
Montag, 2. Mai:
Chelsea Tottenham **** 2:2
* Arnautovic spielte bis zur 56. Minute und erzielte das 1:0
** Prödl auf der Bank
*** Fuchs spielte durch
**** Wimmer auf der Bank

Abschlusstabelle 2015/16

1. Leicester City 38 23 12 3 68:36 81
2. Arsenal 38 20 11 7 65:36 71
3. Tottenham Hotspur 38 19 13 6 69:35 70
4. Manchester City 38 19 9 10 71:41 66
5. Manchester United 38 19 9 10 49:35 66
6. Southampton 38 18 9 11 59:41 63
7. West Ham United 38 16 14 8 65:51 62
8. Liverpool 38 16 12 10 63:50 60
9. Stoke City 38 14 9 15 41:55 51
10. Chelsea 38 12 14 12 59:53 50
11. Everton 38 11 14 13 59:55 47
12. Swansea City 38 12 11 15 42:52 47
13. Watford 38 12 9 17 40:50 45
14. West Bromwich Albion 38 10 13 15 34:48 43
15. Crystal Palace 38 11 9 18 39:51 42
16. Bournemouth 38 11 9 18 45:67 42
17. Sunderland 38 9 12 17 48:62 39
18. Newcastle United 38 9 10 19 44:65 37
19. Norwich City 38 9 7 22 39:67 34
20. Aston Villa 38 3 8 27 27:76 17
Champions League: Leicester, Arsenal, Tottenham
CL-Qualifikation: Manchester City
Europa League: Manchester United, Southampton
EL-Qualifikation: West Ham
Absteiger: Newcastle, Norwich, Aston Villa
Aufsteiger: Burnley, Middlesbrough, Hull City

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